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Mit rund 4000 Einwohnern ist Flix („Flisch“ ausgesprochen) eine der grösseren Ortschaften dieser Region. Wie viele andere direkt am Ebro gelegene Orte hat auch Flix seinen Ursprung in frühen iberischen und römischen Siedlungen, wurde insbesondere von der arabischen Besetzung und später den Templern geprägt. Im Spanischen Bürgerkrieg spielte diese Kleinstadt eine besondere Rolle, später mehr hierzu. Flix hat einiges zu bieten, ist aber nicht gerade eine sonderlich sehenswerte Stadt. Im Bürgerkrieg wurde sie schwer bombardiert, weswegen hier der typische Reiz alter katalanischer Städte weitestgehend fehlt. Nahe an einer der wichtigsten Verbindungsstrassen des Landes gelegen donnern hier viele LKW durch die Gegend und viele Fernfahrer machen hier Station, insgesamt wirkt Flix „industrieller“ geprägt. Nach dem Bau des Staudamms bei Riba-roja d’Ebre kam der Schiffsverkehr auf dem Ebro zum Erliegen und für lange Zeit war die Chemie-Fabrik die Haupteinnahmequelle in dieser Region. Man hat inzwischen erkannt, dass die Natur hier besonders schützenswert ist, deswegen zog man in den vergangenen Jahren in Erwägung, die Fabrik, die inzwischen unrentabel geworden war, zurück zu bauen und den Grund, auf welcher sie einst errichtet war, sowie die angrenzenden Ufer des Ebro zu dekontaminieren. Da aber die Kosten für dieses Verfahren zu hoch erschienen, wurde die Produktion herunter gefahren, nur noch wenige Menschen arbeiten hier. Immerhin hat man die kontaminierten Bereiche durch Spundwände im Wasser abgegrenzt, aber ob das auf Dauer eine gangbare Lösung ist, möchte ich bezweifeln, wahrscheinlich wird das Gebiet auch in den nächsten zwanzig Jahren nicht renaturiert sein. Besonders schade ist, dass genau auf der gegenüber liegenden Seite eines der schönsten Naturschutzreservate der Region liegt, aber auch dazu später mehr. Ein grosser Vorteil von Flix ist, dass hier die Supermärkte und grösseren Geschäfte tagsüber nicht geschlossen sind, hier kann man sich von der Tageszeit unabhängig mit notwendigen Dingen eindecken. Ursprünglich bestanden die Haupteinnahmequellen von Flix aus der Herstellung von Olivenöl, sowie dem Anbau und der Nutzung von Haselnüssen, hier und dort kann man im Stadtbild auf wunderschöne Haselnussbäume treffen und es ist auch ein Haselnussbaum, der das Wappen von Flix ziert. Mittlerweile aber ist nur noch das gute Olivenöl von der traditionellen Wirtschaft übrig geblieben. Flix ist nicht besonders schön, auch wirken die hier lebenden Menschen eher lethargisch. Wenn man seine Augen nur gut genug aufmacht, so bemerkt man die Folgen des wirtschaftlichen Niederganges dieser Stadt in vielen kleinen Details, hier stehen auffällig viele Gebäude und Wohnungen zum Verkauf. Wohnungen sind hier ab 20.000, ganze Häuser mit Grundstück bereits ab 150.000 Euro zu haben. Wer es aber „rustikaler“ haben möchte, kann bereits Kleinstgrundstücke in der Stadt erwerben, die nur noch Reste einer Hausfassade und der Eingangstür aufweisen. Solche Ruinen werden nur von Privatpersonen verkauft, um die kümmern sich noch nicht einmal mehr Immobilienfirmen (welche bezeichnender Weise oft ihren Firmensitz in Deutschland haben…). Wenn hier Menschen Arbeit haben, dann ist es häufig eine Tätigkeit im bei Ascó gelegenen Atomkraftwerk, dessen Kühlturm man bereits von weit her sehen kann. Bei der Vielzahl von wunderschönen Biosphärenreservaten und Naturschutzparks in dieser Region fällt es sehr schwer, sich an die Präsenz dieses Drecksdingens zu gewöhnen, bereits mehrfach stand dieses Atomkraftwerk in den Schlagzeilen, aber dass Spanien jemals in absehbarer Zeit aus dieser Form der Energiegewinnung aussteigen wird, wird wohl Wunschdenken bleiben.

Am Stadtrand, auf einem Hügel in einer Flussschleife, steht das Castell Nou, welches vor allem während der Carlisten-Kriege von grosser strategischer Bedeutung war und von welchem aus man einen guten Blick über die umgebende Landschaft hat, ein kleiner, aber sehr massiver Bau, über dem stolz die katalanische Flagge weht. Im Bürgerkrieg diente jenes Castell vorrangig als Lagerort für Waffen, Munition und Versorgungsgüter, später auch als Lazarett.
Am Fusse jenes Castells stand ursprünglich eine Brücke. Als die Schlacht am Ebro-Bogen verloren war, zogen sich die geschlagenen Republikaner über sie auf die andere Flussseite zurück und sprengten sie. Die nachrückenden Franquisten liessen sich lange Zeit, bis sie über eine Ponton-Brücke dem Feind nachsetzten. Nun stand der Eroberung der letzten grossen Städte Kataloniens nichts mehr im Wege, der Spanische Bürgerkrieg sollte bald darauf enden. Da diese Brücke die einzige Möglichkeit im gesamten Umfeld war, über den Ebro zu gelangen, musste Flix schwere Angriffe und Kämpfe überstehen. Auch hier wütete die Legion Condor und bombardierte die Stadt. Es mag nur wenigen bewusst sein, aber der Einsatz der Legion Condor, die zur Deutschen Luftwaffe des Dritten Reiches gehörte, stellt bis zum heutigen Tage ein Sonderfall dar. Erstmalig wurde wieder deutsche Kriegstechnik im grösseren Masstab nach dem ersten Weltkrieg eingesetzt, wobei Spanien für Deutschland mehr wie ein Erprobungs- und Übungsplatz fungierte, denn als im Kampf verbündeter Staat. Aber zum ersten Male überhaupt wurde auch die Zivilbevölkerung aus der Luft bombardiert. Was später im Zweiten Weltkrieg gängige Praxis wurde, war bis dahin noch nie angewendet worden, entsprechend entsetzt reagierte so manch ein Staat. Dennoch erhielten die Katalanen keine zusätzliche militärische Unterstützung. Am 17. Oktober 1938, kurz vor Ende der Ebro-Schlacht, richtete sich der international sehr bekannte katalanische Cellist Pau Casals i Defilló (sein katalanischer Name, weitaus bekannter war er unter „Pablo Casals“) bei einer Radio-Übertragung von einem Konzert in Barcelona an die Weltöffentlichkeit:
Machen Sie sich nicht des Verbrechens schuldig, dem Mord an der Spanischen Republik tatenlos zuzusehen. Wenn Sie es zulassen, dass Hitler in Spanien siegt, werden Sie die nächsten sein, die seinem Wahnsinn zum Opfer fallen werden. Der Krieg wird ganz Europa, wird die ganze Welt erfassen. Kommen Sie unserem Volk zu Hilfe!
Sie bekamen keine Hilfe, selbst die einzig gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Bombardements änderten nichts an der internationalen Haltung, zu gross war die Angst vor Hitlers Ambitionen in Europa, lediglich die Sowjetunion unterstütze die Republikaner bis zum Schluss (genauer: Lediglich die kommunistischen Einheiten der Republikaner). Sogar einige Spanier erkannten, wohin der Spanische Bürgerkrieg noch führen würde, auch der sehr bekannte spanische Maler Pablo Picasso, der sich bereits im Dezember 1937, als die Ebro-Schlacht noch nicht einmal begonnen hatte, zu dem Krieg äusserte:
Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.
Es verwundert nicht, dass nach Ende des Bürgerkrieges es vor allem Künstler und Intellektuelle waren, die um ihr Leben fürchten mussten. Zusammen mit vielen anderen Katalanen flohen viele von ihnen über die nahe gelegene französische Grenze, wo sich bis zum heutigen Tage eine grosse und recht aktive katalanische Gemeinschaft befindet. Was den Spanischen Bürgerkrieg anbelangt, so kann sich Flix einer traurig anmutenden Tatsache rühmen: Der erste offizielle Luftschutzraum für Zivilbevölkerung der Welt entstand nicht in Berlin, Dresden, London, Sheffield, Coventry, Zürich, Basel oder Bern, sondern hier in Flix. Dafür musste ein alter Lagerraum für Olivenöl und Wein, der in den Fels des dem Flix zu Grunde liegenden Hügels lange vor dem Bürgerkrieg gemeisselt wurde, herhalten und den Bomben, abgeworfen vor allem von der seinerzeit als hochmodern eingestuften Messerschmidt BF 109 der Legion Condor, stand halten. In Flix kamen auch Brandbomben zum Einsatz, die bereits zuvor an anderen Orten im Spanischen Bürgerkrieg verwendet wurden. In keinem anderen Krieg zuvor wurden Feuer-entfachende Bomben ausschliesslich und allein gegen Zivilpersonen eingesetzt! Beim Betrachten des Luftschutzraumes wanderte immer wieder ein Gedanke durch meinen Kopf: Der Tod ist ein Meister aus Deutschland…
Viel ist von dem alten Flix nicht übrig geblieben, zu gross waren die Schäden der Bombardements und dennoch finden sich in dieser Stadt ein paar kleine grüne Wunder. Dort, wo einst die alte Brücke über den Ebro stand, kann man noch gut erkennen, wie der Ebro vor dem Bau der Staudämme ausgesehen hat. Dort befindet sich auch eine alte Schleusenanlage, durch die mit Kohle beladene Schiffe in Richtung Tortosa fuhren. Hier ist es sehr sumpfig, ein klarer Ufersaum ist nicht zu erkennen. Hier tummeln sich zahlreiche Vogelarten und vor allem Moskitos, wirklich extrem lästige Versionen dieser Blutsauger. Wahrscheinlich war ich der einzige Vollidiot seit vielen Jahren, der sich ausgerechnet dort einen Platz zum Verweilen ausgesucht hatte, zumindest liessen die fragenden Gesichter einiger weniger Passanten diesen Schluss zu. Und ja, ich war ein Vollidiot, an jenem Tag trug ich mir die meisten Stiche ein und einige von ihnen jucken immer noch! Erstaunlicher Weise haben auch in der Stadt einige grüne Wunder die Angriffe überlebt. So steht ein – angeblich – über tausend Jahre alter Olivenbaum in einer der Seitengassen, die zum Ufer hin abfallen. Olivenbäume können bis zu 4000 Jahre alt werden, zumindest ist das das bisher höchste ermittelte Alter. Ich liebe Olivenbäume! Nicht weit davon entfernt steht ein sehr grosser Haselnussbaum, in dessen Schatten man sich ein klein wenig abkühlen und zur Ruhe kommen kann.
Ganz in der Nähe befindet sich auch die „Oliflix“-Manufaktur, eine inzwischen über die Landesgrenzen hinaus bekannte Olivenöl-Firma. Man kann ihr Werk besichtigen, aber das erschien mir nicht sonderlich spannend, überhaupt hat Flix wenig zu bieten, wenn es um abendliche Unterhaltung, gute Restaurants oder Hotels geht. Etwas ausserhalb liegt eine Art geschlossenes Feriendorf, dem ich einen kurzen Besuch abstattete. Ich habe nicht eine einzige Fotografie davon gemacht, zu „jenseitig“ erschien mir diese Anlage, aber wer derartiges als Unterkunft sucht, wird dort fündig. Es gibt ein paar Restaurants im mittleren bis gehobenem Preissegment, aber ich habe keines von ihnen aufgesucht, da möge man sich bitte an die Empfehlungen auf einschlägigen Webseiten halten. Auf mich wirkte der Name eines ganz bestimmten Etablissements, eine Art Nachtclub oder meinetwegen auch Bar, dann doch recht irritierend: „Cerveseria Dresden“. Sie ist unter anderem Treffpunkt von Fans des Fussballclubs „FC Barcelona“ – also so gar nicht meins. Das, was von der Altstadt übrig geblieben ist, ist nicht sonderlich sehenswert, aber man gibt sich Mühe, wenigstens ein paar Plätze einladend zu gestalten.
Es war mir nicht möglich zu ermitteln, wann genau die Chemie-Fabrik von Flix gegründet wurde, aber es steht fest, dass bereits vor dem Spanischen Bürgerkrieg hier auch Deutsche im Auftrag von „IG-Farben“ tätig waren. Die „IG-Farben“ waren – etwas pauschal formuliert – im Dritten Reich der Lieferant für Rohstoffe und chemische Verbindungen; das „Zyklon B“, mit welchem Millionen von Juden in Deutschen Konzentrationslagern umgebracht wurden, sowie zahlreiche chemische Kampfstoffe stammten von jener Firma. Deutschlands Rohstoffhunger war vor Beginn des zweiten Weltkrieges enorm, hier in Flix wurde vor allem (aber nicht ausschliesslich…) Pyrit verarbeitet, auch bekannt als „Schwefelkies“, Grundlage für Schwefelsäure. Man darf nicht glauben, dass Hitlers Engagement in Spanien vorrangig mit der Festigung der Beziehungen zu anderen faschistischen Staaten wie beispielsweise Italien zu tun hatte, das ist eher als „willkommener Nebeneffekt“ zu verbuchen, das Dritte Reich wollte vor allem Rohstoffe für den eigenen Waffengang. Deutschland sah sich in den Bestrebungen der Gewerkschaften und Parteien, die letztlich den Bürgerkrieg auslösten, in Spanien bedroht, diese Rohstoffe zu verlieren, hauptsächlich aus diesem Grunde unterstützte Hitler den Kampf Francos gegen die Katalanen und die Spanische Republik. Demzufolge verwundert es nicht, dass auch die Produkte des Chemie-Werkes in Flix nach Ende des Bürgerkrieges fast ausschliesslich an Deutschland geliefert wurden. Der Krieg war für Franco teuer, 480 Millionen Reichsmark schuldete er Hitler-Deutschland. Er kompensierte einen Teil der Schulden damit, Fabriken wie die in Flix vollständig in deutschen Besitz übergehen zu lassen. Was in den Folgejahren in jener Fabrik vom Franco-Spanien vollkommen unkontrolliert produziert und an Deutschland geliefert wurde, darüber verliert kaum jemand ein Wort, aber man kann es sich denken. Aber auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges geriet diese Fabrik immer wieder in die Schlagzeilen. 2004 wurde bekannt, dass wahrscheinlich seit über 30 Jahren (also seit 1970) 300.000 Tonnen hochgiftige und krebserregende Schlacke vollkommen unkontrolliert in den Ebro geleitet wurden. Auf die gleiche Weise wurden 70 Tonnen von radioaktivem Phosphorit, welches unter anderem Uran 238 enthält und zur Düngemittelproduktion verwendet wurde, „entsorgt“. Ich gebe Ihnen Bescheid, wenn ich irgendwann mal im Dunkeln so ein komisches grünes Leuchten an mir wahr nehmen sollte… Heute wird hier in kleinem Umfang „nur“ noch Tetrachlorethen hergestellt, ein Löse- und Entfettungsmittel, welches als Hauptverursacher für Grundwasserverseuchung anzusehen ist. Wahrscheinlich hat man deshalb die Spundwände in den Ebro gerammt, anstatt das Werk vollkommen zu schliessen. Es ist einfach zu wenig Geld vorhanden. Unnötig zu erwähnen, dass die Firmen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den „IG-Farben“ hervor gegangen sind, sich einen Dreck darum scheren, was mit dieser tickenden chemischen Zeitbombe und der Natur rund herum geschieht, welche Verantwortung sie an alledem tragen.

Genau auf der gegenüber liegenden Seite des Ebros befindet sich das Reserva Natural de Sebes. Ein schmaler, aber sehr lang gezogener Schilfgürtel säumt die Ufer. In ihm spielt sich sehr viel Leben ab! Hier kann man unzählige, wunderschöne Vogelarten in Ruhe betrachten, ohne sie zu sehr zu stören. Störche, Rohrweihen, Eisvögel, verschiedene Reiher-Arten, Mönchsgrasmücken, Bachstelzen… Es wimmelt nur so von den gefiederten Wesen, überall schnattert, knarzt und piepst es! Manchmal kann man auch ein paar Wildpferde zwischen den hohen Schilfhalmen sehen, aber sie halten sich meist im Hintergrund. Die ganze Anlage erinnert an die französische Carmargue, auch wenn sie viel, viel kleiner als das grosse Sumpfgebiet im Süden des Nachbarlandes ist. Auf Stegen gelangt man in jenen Gürtel hinein, kleinere Holzhütten mit Sitzgelegenheiten schützen vor der sengenden Sonne. Hier kommen viele Vogel-Freunde her, aber es geht aus Respekt vor der Tierwelt erstaunlich leise zu. Dieses Gebiet sollten Sie sich ansehen, wenn Sie Flix einen Besuch abstatten. So sah es hier viele Jahre lang aus, bevor der Staudamm gebaut wurde. Aber achten Sie darauf, von welcher Seite aus Sie zu jenem Gebiet gelangen wollen. Der Anfahrtsweg von Flix aus ist unproblematisch, aber wenn Sie bei Riba-roja d’Ebre den Ebro überqueren und von der anderen Seite heran fahren, kann der Weg sehr abenteuerlich werden.
