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Keine zehn Minuten Fussweg vom Hauptbahnhof entfernt und somit mitten im Herzen der Stadt liegt das Zeughausareal, ein weiträumiges Gelände, auf welchem von 1864 bis 1869 das Zeughaus errichtet wurde. Schaut man sich den Stadtplan von Zürich etwas genauer an, so kann man immer noch sehr gut die alten Verteidigungsanlagen erkennen, das „Bauschänzli“ und der „Schützengraben“ sind die markantesten Anlagen, die das Stadtzentrum schützen sollten. Vor jenen Anlagen befanden sich die Bauten zur Unterbringung von Material, Pferden und Soldaten. So baute man nun einmal in jener Zeit: Die Präsenz von Militär mitten in der Stadt (damals noch direkt am Stadtrand) sollte einerseits machtpolitische Stärke demonstrieren, aber auch andererseits jenes abstruse Gefühl von „Sicherheit“ vermitteln. Anlagen dieser Art finden sich in fast allen grösseren Städten Europas, aber nur die wenigsten davon werden bis zum heutigen Tage auch immer noch militärisch genutzt. Bis 1914, also bis kurz nach Ausbruch des ersten Weltkrieges, wurde in Zürich dieses Gelände noch entsprechend verwendet, bevor der gesamte Militärbetrieb nach und nach ins Reppischtal verlegt wurde, aber erst 1968 endete die militärische Nutzung der Kaserne, der Pferdeställe und auch des Zeughauses endgültig. Seit dieser Zeit wird das Zeughaus auf verschiedene Art und Weise genutzt: Handwerksbetriebe, Ateliers, Restaurants, kleine Theaterbühnen und und und. Die alte Kaserne ist Sitz der Kantonspolizei (entsprechend befindet sich in einem abgetrennten Bereich der Kasernenwiese ein Polizeigefängnis) und die Stallungen auf der anderen Seite der Sihl wurden teilweise wunderschön wieder hergestellt und restauriert, auch sie beherbergen Handwerksbetriebe, Restaurants und Veranstaltungsräume. So viel in aller Knappheit, Kürze und Würze zur Geschichte und dem Werdegang dieses Geländes.
In grossen Abständen komme ich immer mal wieder hierher, vorzugsweise an Sonntagen, denn dann ist hier meistens nichts los. Lediglich am 1. Mai wird überdeutlich klar, dass man sich hier in einem der Schmelztigel des „linken“ Zürich befindet. Hier finden dann die für diesen Tag üblichen und typischen Veranstaltungen statt, natürlich begleitet von einem sehr internationalen Angebot an Speisen und Musik. Die linken Parteien betreiben Informationsstände, während andere politische Gruppierungen sich um menschenrechtliche Fragen bemühen – mal mehr plausibel und akzeptabel, mal weniger. Hier kann es dann schon etwas arg „revolutionär“ zu gehen, entsprechend geraten sich in diesem Gebiet Aktivisten aller Ausrichtungen mit der Exekutive des Kantons und der Stadt mit einer nahezu bewundernswert dummen Regelmässigkeit Jahr für Jahr in die Haare. Sonst merkt man von alledem im Verlaufe des restlichen Jahres nicht viel, dann trifft man hier eher auf zahlreiche Drogenabhängige, die in den entsprechenden Anlaufstellen der Stadt und des Kantons versorgt werden. Das Areal wirkt nicht sonderlich einladend, vor allem das isoliert stehende und von viel Stacheldraht umgebene Polizeigefängnis verleiht der Szenerie einen sehr fragwürdigen Anstrich, aber auch der Zustand der alten Gebäude ist alles andere als eine Visitenkarte für die Stadt und den Kanton. Wird die Kaserne der Kantonspolizei zumindest noch einigermassen erhalten und gepflegt, so verfällt das Zeughaus langsam aber sicher in einen katastrophalen Zustand. Wahrscheinlich zieht es genau aus diesem Grunde vor allem die politisch links orientierten Menschen Zürichs an, aber von der brodelnden Aktivität wie zum Beispiel in der „Roten Fabrik“ in Zürich Wollishofen ist das Zeughausareal weit entfernt, insbesondere bürgerliche Politiker wollen hier nicht noch einen „linken“ Brennpunkt entstehen lassen. Seit vielen Jahren streiten sich die Stadt, auf deren Grund das Areal liegt, und der Kanton, dem das Areal aber gehört, darum, ob und vor allem wer für den Erhalt und die Nutzung der Anlagen zuständig ist und entsprechend bezahlen muss – ein für meine Begriffswelt klassisches Beispiel für Zürcher und letztlich auch Schweizer Politik. Somit werden in den kommenden Jahren wohl nur die absolut notwendigsten Erhaltungsmassnahmen durchgeführt werden, zu einem neuen Glanz aber wird das Zeughaus aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr in absehbarer Zeit gelangen (ganz im Gegensatz zum Areal, auf welchem die alten Stallungen der Kaserne stehen, dort tobt nahezu an jedem Tag das junge Zürcher Leben). Die Stadt Zürich ist voll von solchen politischen Zankäpfeln!
Die Atmosphäre dieses Areals ist sehr speziell und gewöhnungsbedürftig, alles andere als anheimelnd. Je nach Wetterlage hat sie sogar fast schon einen postapokalyptischen Charakter, dann kann man auf dem riesigen Gelände noch nicht einmal mehr Vogelstimmen hören, geschweige denn Kinder spielen sehen. Das Gelände wirkt entrückt, aufgegeben, durch die Präsenz von viel Polizei aber auch sehr abgeschottet. So manches Mal erinnere ich mich hier an die Eindrücke aus der Stasi-Zentrale in Ost-Berlin, die Berliner Mauer und diese eigenartige „Unpersönlichkeit“ solcher Stadtteile. Besonders stark kommen mir solche Gedanken in Erinnerung, wenn ich an dem einen der beiden öffentlichen WCs auf diesem Areal vorbei gehe. Selbiges steht auf dem Gelände des Polizeigefängnisses und der Kantonspolizei, kann aber von dort aus nicht betreten werden, sondern nur vom Trottoir, welches wiederum der Stadt (und nicht dem Kanton) gehört. Das Dach dieses WCs ist durch scharfkantigen NATO-Stacheldraht stark bewehrt, nur kann ich mich nie entscheiden, gegen wen oder was oder was überhaupt dieser Stacheldraht eindeutig schützen soll. So hoch kann niemand pinkeln!
Man muss hier nicht lange suchen um zu erkennen, dass man sich hier in einem Teil von Zürich (und der Schweiz) befindet, der so gar nicht in das Bild von dieser Stadt und dem Land passen will – und auch bewusst nicht passen soll, wenn es nach dem Willen derer geht, die sich hier auf welche Art und Weise auch immer zu entfalten suchen. Wahrscheinlich mag ich deswegen dieses Areal so sehr, zeigt es doch die andere Seite dieser Stadt, des Staates und der Bevölkerung, die nun einmal auch hier in diesem Land lebt. Ich würde es sehr begrüssen, wenn diesen alten Gebäuden hier auf jenem Areal eine neue Funktion und Bedeutung gegeben werden würde, wenn sich Kanton und Stadt sich nicht wie schon seit Jahren gegenseitig ausbremsen und schikanieren würden, sondern die Stadt (!) endlich losgelöst vom Kanton hier vielleicht ein neues Kulturzentrum entstehen lassen dürfte und könnte. Zugegeben: Lokalitäten dieser Art sind nicht jedermanns Geschmack, aber die Beliebtheit zum Beispiel der Roten Fabrik in Wollishofen sollte dem Kanton ein Signal sein, dass man hier im Herzen der Stadt andere, vielleicht modernere, zeitgemässere und bessere Interessen verfolgen könnte. Jüngst wurde ein Bauvorhaben durch die Wähler in Kanton und Stadt abgeschmettert, welches die Verkehrsstruktur in einem anderen Bereich der Stadt zumindest stark verändert hätte (ob positiv oder negativ mag dahin gestellt bleiben, ich habe dieses Bauprojekt jedenfalls aus voller Überzeugung abgelehnt). Mehr als eine Milliarde (!) Schweizer Franken hätte dieses Bauvorhaben kosten sollen, hier konnten sich Kanton und Stadt mehr oder minder einigen. Meines Erachtens wären diese Gelder im Zeughausareal weitaus besser investiert…
