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Einst lagen sie am Stadtrand von Zürich, die Bernoulli-Häuser, heute dehnt sich von hier aus die Stadt an der Limmat weiter in Richtung Westen aus, eine der wenigen Richtungen, in die Zürich noch wachsen kann. Zwischen 1923 und 1929 erbaute hier der Architekt Hans Bernoulli (1876 bis 1959) in zwei Etappen diese einzigartige Siedlung, bestehend aus zwölf Riegeln zu je acht Reihenhäusern, insgesamt 98 Wohneinheiten ergebend. Bereits in der Zeit ihrer Entstehung passte diese Siedlung nicht in das typische Erscheinungsbild dieser Stadt und heute tut sie es noch weniger. Um sie herum werden moderne, kalte Glas-Beton-Bauten hoch gezogen, die nichts mit Wohnen oder Wohnlichkeit zu tun haben, keinerlei Idylle aufweisen, wenig einladend bis geradezu abweisend wirken. Daran muss man sich in Zürich gewöhnen: Homogen gestaltete und gewachsene Wohnbezirke sind in dieser Stadt eine Seltenheit. Die Bernoulli-Häuser sind eines der wenigen in der Stadt noch erhaltenen Beispiele für eine Arbeitersiedlung – zumindest war sie ehemals als eine solche geplant und konzipiert. Allerdings wehrte sich die Stadt gegen eine Genossenschaftssiedlung, somit konnten sich lediglich Angestellte der Stadt, der Staatsbahnen oder der Verkehrsbetriebe hier ein Haus leisten, welches im Schnitt damals für 24.000 Franken zu haben war – weit entfernt von dem, was man heutzutage für ein heiss begehrtes Haus in dieser Siedlung hin blättern muss und zur Zeit ihrer Entstehung bereits meist zu teuer für „normale“ Arbeiter war, die einst in dem Industriegebiet nahe dem Escher-Wyss-Platz ihren Industrie-Arbeitsplatz hatten. Bauten dieser Art findet man in so ziemlich jeder grösseren Stadt Europas, inzwischen müssen sie aber immer öfter Neubauten weichen, insofern ist es verwunderlich, dass es diese Siedlung immer noch gibt und sie weitestgehend unverändert die Zeiten überdauerte.
Siedlungsbauten wie die Bernoulli-Häuser waren als Unterkunft für Geringverdiener gedacht, entsprechend zweckmässig waren sie auch konzipiert. Im Gegensatz zur heutigen Zeit wurden Bauten dieser Art zum „Selbstkostenpreis“ erbaut und angeboten, mit anderen Worten: Die bauende Unternehmerschaft erzielte mit solchen Siedlungen keinen Gewinn. Insofern kann man Siedlungen wie diese als „sozialen Wohnungsbau“ bezeichnen. Sie bieten ausreichend, aber definitiv nicht viel Wohnraum, der obendrauf nicht luxuriös gestaltet war. Man kann zwar keines dieses Häuser zwecks einer Besichtigung mal eben so betreten, aber es fällt nicht schwer, sich die Gegebenheiten im Inneren vorzustellen. Die Wohnräume sind niedrig, sonderlich viel Tageslicht dürfte durch die kleinen Fenster nicht hinein gelangen. Zum Ausgleich steht jeder Wohneinheit ein Gartenbereich zur Verfügung, der heute fast ausnahmslos als Naherholungszone für die jeweiligen Bewohner dient. Ursprünglich sah das Konzept solcher Siedlungen vor, diesen Gartenbereich als Anbaugebiet für Nahrungsmittel zu nutzen, viele Arbeiter jener Zeit waren Selbstversorger und erstaunlicher Weise konnten sich im zweiten Weltkrieg die Bewohner hier fast ausnahmslos selbst mit den Produkten aus ihrem Garten ernähren. Heute findet man hier in dem einen oder anderen Garten immer noch kleine Bereiche, in welchen Nutzpflanzen angebaut werden, meistens aber erscheinen sie als Ruhebereich oder Spielgarten für Kinder. Die meisten der Häuser weisen zusätzlich Balkone auf, die entsprechend genutzt werden, einige wurden zu Wintergärten umfunktioniert, andere präsentieren sich immer noch so wie zu dem Zeitpunkt, als diese Siedlung erbaut wurde. Alle Hauseinheiten sind unterkellert. Die sechs Riegel, die in der ersten Bauphase errichtet wurden, sind niedriger gebaut und weisen eine andere Dach-Form auf, dürften aber in etwa den gleichen Wohnraum bieten, wie die später erbauten. Es stehen 4 1/2 Zimmer, verteilt auf – wenn man den Keller und den Dachboden als Wohnraum einbezieht – vier Stockwerken zur Verfügung. Die Gesamtnutzfläche einer Wohneinheit (Wohn- und Gartenraum) beläuft sich in etwa auf 475 Quadratmeter. Das mag sich luxuriös lesen, alles in allem aber wirkt diese Siedlung irgendwie „gedrängt“. Genau das aber macht den Reiz aus! Hier hält man zusammen und wehrt sich gegen überdimensionierte Bauvorhaben vor der eigenen Haustür, die Bewohner sind in der Stadt Zürich als „wehrhaft und streitbar“ bekannt.
Das räumliche Konzept der Siedlung ist einfach und zweckdienlich. Die Eingangsseiten von zwei Riegeln umfassen einen Zufahrtshof, ihre Rückseiten die Gartenbereiche. Heute dienen die Zufahrtshöfe meist als Parkplatz für die Fahrzeuge der Bewohner. Manche sind schön geschmückt, andere wirken eher leer und abweisend. Im starken Kontrast hierzu treten die Gartenhöfe auf. Derart vielfältig gestaltete Grünbereiche findet man in Zürich nur sehr selten! Hier fühlen sich zahlreiche Vogelarten sehr wohl. Von jenen Gartenhöfen kann man sowohl die Limmat erreichen, als auch die stark befahrene Hardturmstrasse, von den Zufahrtshöfen fast ausnahmslos nur die Hardturmstrasse. Stärker kann ein städtischer Kontrast kaum sein: Auf der einen Seite die schöne Limmat mit ihren breiten Wegen und ruhigen Plätzchen, auf der anderen Seite die stark frequentierte Ausfallstrasse aus der Stadt und jene elenden Betonklötze verschiedener Grossunternehmen, vorzugsweise aus dem Finanzdienstleistungssektor. Der Vergleich, die Bernoulli-Häuser würden dem „kleinen gallischen Dorf“ aus der beliebten Comic-Serie „Asterix & Obelix“ ähneln, ist gar nicht einmal so weit her geholt, diese Siedlung wirkt einerseits vollkommen deplatziert, aber andererseits auch herrlich renitent gegenüber den städtebaulichen Entwicklungen um sie herum. Sie liegt nur 2,5 Kilometer vom Hauptbahnhof und 1,3 Kilometer von der Autobahn entfernt, ganze drei Tram-Haltestellen befinden sich auf der Seite der Hardturmstrasse (eine davon nach jener Siedlung benannt) und dennoch wirkt diese Siedlung auf mich wie ein Paralleluniversum, ein wunderschönes und das mitten in diesem Wirtschaftsmoloch mit Namen Zürich. Abschliessende Anmerkung: Ich konnte nichts über die ehemalige Tankstelle heraus finden, die sich am Ende der Siedlung befindet, am letzten der 12 Riegel nahe zur Hardturm-Stadionbrache, jetzt als Pizza-Lieferrestaurant genutzt. Dem Stil nach zu urteilen dürfte diese aus den 50er Jahren stammen und somit nicht zum ursprünglichen Siedlungsbau gehört haben. Wäre ich der Besitzer jenes Bauwerkes, so würde ich einen Mini-Gartencenter daraus machen. Oder einen kleinen Tante-Emma-Bio-Laden. Von denen gibt es in dieser Ecke einfach zu wenig!
