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Als ich im Jahre 2004 meinen Fuss dauerhaft auf den Boden der Stadt Zürich setzte, kam mir sehr schnell ein Gedanke: „Meene Fresse! Hia würt deamassen intensivst jewienert, hier kannste Dein Frühstück ooch noch am Montach Abend vom Volksparkett abspachteln!“ – sollten Sie nicht verstehen, was das bedeutet: Google ist Dein Freund (Stichwort: Berliner Schnauze). Anders ausgedrückt beeindruckte mich die Sauberkeit dieses Wirtschaftsmotors der Schweiz sehr und es sollte nicht lange dauern, bis ich jene für Berlin typische Rotznäsigkeit, Aufsässigkeit, Freigeistigkeit, Bodenständigkeit, Schmuddeligkeit und dergleichen doch etwas arg vermisste. Ich arrangierte mich mit dem Gedanken, dass die Art von Subkultur, die für meine Begriffswelt meine Geburtsstadt Berlin auszeichnet, hier wohl keinen Platz hat. Aber dann zeigte mir ein mir sehr wichtiger Mensch die Rote Fabrik und ganz ehrlich ausgedrückt ist sie einer der wichtigsten Gründe dafür, warum ich Zürich wegen jenem geradezu penetranten Hang nach Sauberkeit und Ordnung nicht gleich wieder schlagartig den Rücken zugekehrt habe. Die Rote Fabrik ist mir sehr wichtig geworden, auch wenn mit diesem Areal so manch eine Erinnerung verbunden ist, auf die ich lieber verzichtet hätte. Aber so ist es nun einmal mit Orten dieser Art, an welchen ein freier Geist sich eher entfalten kann, als anderswo: Nicht immer versteht ein Gegenüber genau das Gleiche unter was auch immer. Das kann zuweilen anstrengend werden, langweilig ist es aber nie. Ich komme immer mal wieder hierher, manchmal, um die wirklich gut gemachten und zuweilen sehr tiefsinnigen Grafittis zu betrachten, oder aber bei dem einen oder anderen sehr guten Bier Menschen zu beobachten oder aber einfach nur die Aussicht auf den Züri-See zu geniessen – in einer für Zürich recht ungewöhnlich entspannten Atmosphäre! Dieser Tage ist sie nun weitestgehend geschlossen. Aus fotografischer Sicht war das ein Vorteil für mich, als ich mich entschloss, dieses Areal heute abzulichten. Aber ich hoffe sehr, dass vor allem die Rote Fabrik es über diese Zeit schafft, solche Orte sind meines Erachtens nach unendlich wichtig für die Vielfalt einer toleranten Stadt (bisher hat es nur Winterthur geschafft, mich diesbezüglich noch mehr zu beeindrucken!).
Ursprünglich war dieses Fabrikareal für die Herstellung und Verarbeitung von Seide konzipiert, der Grundstein hierfür wurde 1892 gelegt. 1940 wandelte sich das Nutzungskonzept grundlegend, die Seide wich einer Telefon- und Radiogesellschaft. 1972 tauschte diese Gesellschaft das Grundstück mit der Stadtverwaltung von Zürich gegen ein Gelände in Wiedikon. Die Gesellschaft befürchtete, dass ihr Gelände zum Bau eines Tunnels unter dem Zürich-See hindurch von der Stadt zwangsenteignet werden würde, aber wie es mit Grossprojekten dieser Art in Zürich nun einmal gehen kann, wurde dieser Tunnel nicht gebaut (statt dessen denkt man heutzutage über eine vollkommen sinnlose Seilbahn mit nahezu gleichem Streckenverlauf nach…). 1973 war es vor allem die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, die sich für den Erhalt und die Umnutzung der Roten Fabrik als Kunst- und Kulturzentrum einsetzte (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die SP!), jedoch sollte erst 1980, genauer: nach den so genannten „Opernhaus-Krawallen“ vom 30. Mai 1980, Bewegung in die Angelegenheit kommen (Anmerkung: Nur weil das Volk der Schweiz in einer entsprechenden Initiative etwas sehr deutlich absegnet, bedeutet das noch lange nicht, dass solche Beschlüsse auch immer und ausnahmslos „zeitnahe“ umgesetzt werden. Typisch für die Schweiz…). Ende 1980 sollte das Areal erstmals zunächst provisorisch seinem zukünftigen Verwendungszweck zugeführt werden, 1981 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, aber erst 1987 wurde – erneut via Volksentscheid – beschlossen, dass die Rote Fabrik als Kulturzentrum zukünftig auch Subventionen erhalten sollte. Offensichtlich hatte sich Zürich an die Fabrik gewöhnt…
Unter „normalen“ Bedingungen ist die Rote Fabrik immer gut besucht und offeriert ein wirklich imposantes Angebot an Kunst, Kultur und Politik. Entsprechend geht es hier zuweilen zu, aber insgesamt ist die Stimmung hier im „Ziegel au Lac“, eine spasshafte Verballhornung in Anlehnung an das absurd teure Grand Hotel „Baur au Lac“, fast immer sehr entspannt und ungezwungen, für meine Begriffswelt ähnlich entspannt, wie so manch eine Ecke in meiner Geburtsstadt Berlin. Hier kann man allen erdenklichen Sprachen lauschen und so manch einen vermeintlich „korrekten“ Artgenossen und Einwohner dieser Stadt dabei beobachten, wie sie oder er das jeweilige Bewusstsein „erweitert“ – auch mit Dingen, die man nicht an der Bar käuflich erwerben könnte. Hier geht es sehr menschlich zu und deswegen mag ich die Rote Fabrik selbst 16 Jahre, nachdem ich erstmalig meinen Fuss auf den Boden dieser Stadt gesetzt habe, immer noch sehr!
