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Normalerweise suche ich mir einen Ort, der mich aus was für einem Grund auch immer interessiert, fahre dort hin und erkundige mich hinterher über Besonderheiten, sollten mir welche aufgefallen sein. In Bezug auf Bellinzona, der Hauptstadt des Kantons Tessin aber ist das etwas anders gelaufen – und etwas besseres, als diesen „klein wenig“ anderen Ablauf hätte ich mir nicht wünschen können. Hauptgrund für diese Kurzreise war ein Besuch bei einem mir seit sehr vielen Jahren recht wichtigen Menschen, den ich – wenn es hoch kommt – alle Jubeljahre mal sehe. Aber jener Mensch kennt mich und meine Interessen so gut, dass ich eine persönliche Stadtführung miterleben durfte. Ganz nach meinen Interessen und meinem Wissen ausgerichtet. An dieser Stelle Dir herzlichen Dank, ich schätze solche Aufmerksamkeit sehr, ich schätze es sehr, wenn sich jemand selbst viel Mühe macht, es einem anderen Menschen gut ergehen zu lassen – auf die persönlichen Interessen zugeschnitten!
Die meisten mir bekannten Menschen verbinden mit dem Begriff „Tessin“ (Name des Kantons, auch „Ticino“) vor allem die Städte Lugano und Locarno, sowie die Täler Maggia und Verzasca. Von Bellinzona und dem „Hoch-Tessin“ höre ich aber in der Regel eher wenig bis nichts. Bellinzona ist im „Hoch“-Tessin gelegen und für meine Begriffswelt um ein Vielfaches spannender, als die bereits genannten anderen Ortschaften, die wie im Falle von Locarno sogar Weltruhm geniessen. Was auch immer das sein soll. In Bezug auf Geschichte, Entwicklung und Bedeutung ist Bellinzona ein unglaublich spannender Ort – wenn man einen Sinn für derartiges hat. Und Bellinzona ist die Grenze zwischen dem Hoch- und Niedertessin, gleichzeitig aber auch die Grenze zwischen dem Süden der Alpen und dem Norden. Wer von Italien nach Deutschland oder in die deutschsprachige Schweiz wollte und will, muss hier durch. Bis zum heutigen Tage hat sich nichts daran geändert, die streckenweise unendlichen Warteschlangen vor dem knapp 16 Kilometer langen Gotthard-Strassentunnel sind Zeuge für dieses „Statement“. Selbstredend wurde dieser geographische „Umstand“ von je her genutzt, die drei Burgen (von denen genau genommen nur zwei wirklich welche sind) von Bellinzona sind Zeuge einer jahrhunderte alten „Zolltradition“ (ist der freundliche Begriff, „Raubrittertum“ dürfte es zuweilen besser beschrieben haben). Die Sperrmauer, erbaut im frühen 13. Jahrhundert, und die drei (zwei…) Burgen sind von weit her sichtbar, werden sogar in der Nacht beleuchtet. Wer hier hindurch wollte, musste zahlen. Heute zahlt man „nur“ für die Autobahnvignette.
Die Sperrmauer, die das gesamte Tal durchzog und grösstenteils noch erhalten ist, wurde entsprechend angelegt: Sie ist zu beiden Seiten wehrhaft, nicht nur zu einer. Dieses Prinzip führten einst die Römer ein. Neben dem Limes in Süddeutschland dürfte diese Sperrmauer in Bellinzona das bis zum heutigen Tage am besten erhaltene Bauwerk der „Wirtschaftspolitik“ jener Zeit sein. Entsprechend finden sich im Zentrum der Stadt Zeugen aus den verschiedensten Epochen, die den wirtschaftlichen Aufstieg und die Veränderung jener Region dokumentieren. Im alten Stadtkern finden sich zahlreiche Patrizier-Häuser, Wohnsitze derer, die es um 1400 bis 1500 herum in jener Region zu Reichtum und Ansehen brachten. Keines dieser Häuser gleicht einem anderen, es gab damals einfach keine vereinheitlichten Bauregelungen. Der Aufwand, mit welchen jene Häuser zum Teil dekoriert wurden, spricht Bände! Sollten Sie Bellinzona einen Besuch abstatten, dann richten Sie in den schmalen Gassen Ihre Augen vor allem nach oben! Sie ahnen gar nicht, wieviel zum Teil wirklich faszinierende und auch „schräge“ Dinge man oberhalb von 4 Metern in jenem Ort entdecken kann! Aber auch in kirchengeschichtlich-religiöser Hinsicht ist Bellinzona ein „Leckerbissen“. Obwohl Rom nicht weit entfernt liegt, gehören und gehörten die wenigsten „kirchlichen Institutionen“ dieser Ortschaft zur kirchlichen obersten Instanz mit Namen „Rom“, sondern oftmals zu anderen Bistümern wie zum Beispiel Chur oder Sankt Gallen. In gewissem Sinne waren und sind die hier vorhandenen kirchlichen Institutionen in einem gewissen Sinne eine Parallelwelt zu der sonst bekannten, einige Gebäude in Bellinzona wurden und werden inzwischen schon seit langer Zeit von „weltlichen“ Institutionen genutzt. Das aber wohl für meine Begriffswelt diesbezüglich absonderlichste Beispiel, wie besonders diese Thematik in Bellinzona gehandhabt wurde, sind die Überreste einer alten Benediktiner-Kirche (und die Benediktiner gehörten zu Rom!). Wenn man durch den alten Stadtkern von Bellinzona schlendert, so kann man eine alte Torbogen-Passage durchwandeln, die entfernt an die weltberühmten Passagen zum Beispiel in Mailand erinnert. In Mailand wurden diese bewusst errichtet, in Bellinzona aber handelte es sich ursprünglich um eine alte Benediktiner-Kirche, die man ihres Turmes, der Seitenschiffe, der Apsis und noch vielen anderen Dingen beraubte. Nur, wenn man von Kirchenarchitektur etwas versteht und an alledem etwas Interesse hat, kann man das noch erkennen.
Bellinzona ist ein ausgesprochen reizvolles Fleckchen. In den Seitengassen kann man viele sehr schöne Restaurants, Beizen und „Lädeli“ entdecken. Ich hatte das grosse Glück, an jenem Abend in einem kleinen Restaurant speisen zu dürfen, in welchem die von mir so geliebten Gnocchi noch von Hand gefertigt werden – auf Bestellung, frisch! Und es gibt in dieser Region hervorragende Biere! Hier geht es sehr entspannt zu, nicht so exaltiert wie in Lugano oder Locarno. Hier trifft Geschichte auf Gegenwart! Hier ist man mitten in der zentraleuropäischen Entwicklung und dennoch wirkt nichts gezwungen, hektisch, künstlich. Ich mag Bellinzona sehr!
