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Schon seit längerer Zeit hatte ich das Bedürfnis, mich einmal mehr von dem ganzen derzeit herrschenden Blödsinn abzuwenden und fern von dem winterlich grauen Zürich und den darin herum irrenden Menschengestalten mal wieder so etwas wie eine Art von „genussvoller Normalität“ zu erleben. Ich wurde zuvor auf etwas aufmerksam gemacht, was normaler Weise so gar nicht mein Fall ist: Ein touristisches Pauschalangebot in der Ortschaft mit Namen Brienz, am östlichen Rande des Berner Oberlandes gelegen, vis-a-vis des bekannten Giessbachfalls. Urkundlich erstmalig 1146 mit einem sehr ähnlich geschriebenen Namen erwähnt, entstand Brienz aus frühen keltischen Ansiedlungen an den Ufern des 566 über dem Meeresspiegel gelegenen Brienzer Sees, am Fusse des Brienzer Rothorns gelegen (2350 Meter über dem Meeresspiegel). In den warmen Jahreszeiten geht es hier hoch her und einmal mehr sollte sich zeigen, dass Schichtdienst mit Gleitzeit durchaus seine Vorteile hat: Unter der Woche ein „Wochenende“ haben zu dürfen, sorgt für weitaus geringeren Menschenauflauf und tatsächlich hatte ich es weitestgehend ruhig in jenen Stunden der Erholung und Entspannung, lediglich wenige „externe“ waren in dieser Region unterwegs. Das mag auch daran liegen, dass Brienz im Winter kein klassischer Anlaufpunkt für Ski- und Wintersporttourismus ist, da lediglich ein eher kleines Ski-Gebiet in der Region des gegenüber der Ortschaft gelegenen Schwarzhorns (2928 Meter über dem Meeresspiegel gelegen) zur Verfügung steht. Die beliebte „Rothorn-Bahn“ macht ebenso eine Winterpause, somit fallen einige Magnete für Tourismus in dieser Winterzeit weg. Und dennoch – ganz wider erwarten – stellte sich in einigen hoch interessanten Gesprächen heraus, dass das hier ansässige Tourismus-Gewerbe in den Zeiten der Corona-Pandemie weitaus besser aufgestellt zu sein scheint, als anderswo. Auch jetzt im Winter und trotz mangelhaft vorhandener Ski-Gebiete! Selten habe ich in den letzten Monaten vergleichbar positiv klingende Zukunfstaussichten hören dürfen! Aber zurück zu jenem ominösen Pauschalangebot…
Das von „Brienz Tourismus“ geschnürte Paket bot eine Unterkunft in einem für diese Region typischen, ausgesprochen schönen und reizvollen Gebäude, ein restaurierter Speicher aus dem 17. Jahrhundert, der für „Bed & Breakfast“ (Bett & Frühstück) entsprechend umfunktioniert wurde (wichtiger Hinweis: eher länger gewachsene Menschen sollten in alten Gebäuden dieser Art tunlichst Acht auf ihren Kopf geben, insbesondere beim Durchqueren der sehr niedrigen Türen…). Ausserhalb der Wintersaison und am Wochenende dürfte diese Unterkunft sehr intensiv frequentiert sein, jetzt im Winter und unter der Woche hingegen stellte sich mir schon ab und an die Frage, ob ich wohl der einzige Tourist in jenen Tagen sein würde. Nun, das war ich nicht, aber die wenigen anderen Touristen, denen ich begegnete, konnte ich an einer Hand abzählen. Herrlich! In jenem Paket aber war noch etwas anderes enthalten, von dem ich zuvor bisher noch nie etwas gehört hatte: Der Besuch eines so genannten „HotPots“. Auf den Punkt reduziert ist ein „HotPot“ ein grosser, aus Holz gefertigter Bottich (Schweizer Leser googeln bitte selber nach jenem Begriff), eine Art hölzerne, Fass-ähnliche Badewanne, die unter freiem Himmel stehend von einem durch Holzverbrennung betriebenen Ofen herrlich warme Wassertemperaturen liefert. In Brienz wird eine Anlage dieser Art, in der mehrere Bottiche für zwei oder mehrere Personen stehen, seit inzwischen sechs Jahren betrieben, ausschliesslich im Winter, direkt am See, vorwiegend in den Abendstunden. Bei Bedarf kann ein Fondue eigener Wahl direkt in jenen Bottichen konsumiert werden, aber was das anbelangt, bin ich sehr altmodisch: Ich bevorzuge in solchen Dingen immer noch und nahezu ausnahmslos die Konsumation von gutem Essen an einem Tisch. Zu diesem Zweck steht ein hölzerner Pavillon zur Verfügung, ausgestattet mit Sitzplätzen, grösstenteils ohne Rückenlehne (an Bierbänke erinnernd, eher „schweizerisch“), aber auch mit Tischen und Stühlen (eher „deutsch“). So oder so: Das Fondue, welches ich geniessen durfte, war wirklich ausnehmend gut. Besonders anmerken aber möchte ich die wirklich hervorragende Auswahl an Weinen, die dort angeboten wird (selbstredend nicht gerade kostengünstig, aber derartiges sollte man im Falle dringenden Bedarfes nach Genuss ohnehin tunlichst ignorieren!). Gemäss der derzeit herrschen Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie muss ich jenem Unternehmen eine wirklich vorbildliche Umsetzung attestieren, ich würde jenes Erlebnis jederzeit wiederholen! Aber zugegeben: Für mich ehemaligen Flachland-Berliner, der noch nie (!) ausgesprochen leicht lediglich mit einer Badehose, einer Wollmütze und zwei übergrossen Badetüchern bekleidet bei realistischen 3 Grad über Null, aber gefühlten Minus 1000 Grad unter Null vom Umkleidecontainer zu einer Holzbadewanne regelrecht in die erwartete, aber bald darauf noch erheblich zu steigernde Wärme eines Bades gehechtet (!) ist, war all das, dieses touristische Pauschalangebot, rein gedanklich vorab durchaus noch sehr, wenn nicht gar äusserst gewöhnungsbedürftig! Einmal mehr habe ich meine Ansichten revidiert und erheblich erweitert: In solch einem Bottich zu sitzen und zu nächtlicher Stunde bei kalten Temperaturen auf einen See hinaus schauen zu dürfen, hat einen ganz eigenen, sehr schönen Reiz, den ich sicherlich nocheinmal irgendwann wiederholen werde (hängt aber definitiv vom angebotenen Wein ab!). Nur so eine kleine Anmerkung am Rande: Angebote vergleichbarer Art finden sich auch anderswo in Brienz. Aber ob dort das so oft beschworene „Preis-Leistungsverhältnis“ wirklich ausgewogen, geschweige denn angemessen ist, möchte ich doch bezweifeln…
Brienz selbst ist ein sehr lang gezogener Ort, die steil zu den umliegenden Berghängen aufsteigenden Gassen, gesäumt von in diesen Tagen wunderschön dekorierten, zum Teil uralten, vorwiegend aus Holz gefertigten Häusern, sind eher kurz, aber es lohnt sich, durch genau jene Gassen zu streunen! Man kann so unendlich viele, mit sehr viel Liebe gestaltete Details entdecken! Die Be- und Verarbeitung von Holz, insbesondere von grösstenteils wunderschönen Schnitzereien, hat, – ohne, dass ich das zuvor jemals bemerkt hätte – vor sehr vielen Jahren diese Handwerkskunst sogar zu mir gebracht, als die grosse weite Welt für mich noch lediglich die Stadt Berlin bedeutete. Ich kann mich noch sehr gut an eine ganz bestimmte Schnitzerei-Arbeit erinnern, die wir seinerzeit von einer recht vermögenden Tante geschenkt bekommen hatten, ein weihnachtliches Motiv. Diese Handwerksarbeit wurde immer sehr vorsichtig und gesondert behandelt. Seit meinem Besuch in Brienz bin ich mir absolut sicher, das dieses kleine Meisterwerk aus Holz von hier stammte. Wie sich das für besser vermögende Menschen gehört, residieren ebenselbige in den etwas höher gelegenen Regionen oberhalb der Kernortschaft von Brienz, aber es lohnt sich, auch durch diese im wahrsten Sinne des Wortes „abgehobenen“ Regionen zu streunen. Hier kann man Aussichten auf den Ort, wie auch den See selbst in solchen Wintertagen wie diesen erleben dürfen, die man sicherlich nicht alle Tage erleben darf.
Auf der gegenüber gelegenen Seite des Sees, in vergleichsweise kurzer Zeit von Brienz aus erreichbar, liegen zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die ich Ihnen – insbesondere jetzt im Winter – wärmstens empfehlen möchte, beide kann man ab Brienz mit dem Postbus erreichen. Die erste der beiden ist das „Grandhotel Giessbach“, ein wunderschöner, ausgesprochen reizvoller alter „Hotelkasten“, 1874 erbaut, bisher in den Wintermonaten geschlossen, jetzt aber auch erstmalig für Individualbuchungen und Anlässe besonderer Art auch im Winter geöffnet. Als ich auf diesem Areal herum streunte, kamen mir unweigerlich zahllose Bilder aus der „Belle Epoque“ in den Sinn, Sequenzen aus „Titanic“. Hier weht immer noch jener eigenartige Wind der Luxuriösität jener längst vergangenen Epoche herum! Ich traf auf wunderschöne, zum Teil herrlich morbid wirkende Ansichten, hörte das Rauschen der alten Damenkleider, das Klimpern der Juwelen, roch den Dunst teurer Zigarren und feinsten Kaffees. Gerade jetzt in Wintermonaten wie diesen fühlte ich mich in eine Zeit versetzt, die ich nur von Fotos und Leinwänden her kannte und trotz aller winterlicher Ruhe so lebendig und warm wirkte, als würde es gerade in jenem Moment geschehen – wie schon vor weitaus mehr als hundert Jahren. Hier treffen Sie auch auf die Endhaltestelle der ältesten Standseilbahn, die jemals in Europa gebaut wurde, seinerzeit eine technische Meisterleistung, die heute jene eigenartige Atmosphäre der „Belle Epoque“ immer noch unterstreicht, nicht wegzudenken ist aus jenem Gesamtbild. Einmal mehr aber ist es die Natur, die mich weitaus mehr beeindruckte: Der Giessbachfall, der in unmittelbarer Nähe zu jenem Hotelkomplex die steilen Hänge hinab rauscht und jetzt in den Wintermonaten ein vollkommen anderes, ausgesprochen schönes und filigran wirkendes Bild von sich selbst abgibt. Selten habe ich eine derart schöne Winterlandschaft erleben und sehr wohl auch in vollen Zügen geniessen dürfen, wie in diesen Tagen, die ich in dem schönen Brienz verbringen durfte!
Apropos „schöne Winterlandschaft“: Ein mir einstmals bekannter Mensch merkte vor in etwa drei bis fünf Jahren an, dass ich für einen Mann ungewöhnlich viele Paare Schuhe besitzen würde. Ich habe keine Ahnung, welchen Massstab jene Person damals anlegte, aber in Brienz gab ich einem Traum, den ich schon länger in mir trug, ein klein wenig „Nachhilfe“. Ich habe irgendwann einmal beschlossen, dass ich mich nie wieder auf ein Paar Ski oder ein Snowboard stellen werde, beide Erfahrungen diesbezüglich sehr viele Jahre zuvor waren gelinde ausgedrückt sehr schmerzhaft und ausgesprochen demotivierend. Aber durch Schnee wandernd, das habe ich immer irgendwo vor meinem geistigen Auge gesehen! In Brienz erwarb ich das, was für meine Vorstellung von Schneewanderung unerlässlich und notwendig ist: Schneeschuhe. Der Mann, der meinen HotPot mit Holz befeuerte, merkte an, dass er und seine Frau das lokale Sportgeschäft betreiben würden und dieser Tage dort gerade „Aktionen“ durchgeführt werden würden. Seine Frau (aus dem deutschen Westfalen stammend) beriet mich bei der Auswahl. Auch hier durfte ich ein ausnehmend schönes und bereicherndes Gespräch erleben. Die Revision der Schneeschuhe wird aber von mir zu gegebener Zeit an anderer Stelle veröffentlicht werden.
