- Rheinfall
- Türler See
- Blick über Zürich
- Moléson
- Chasseral, Doubs & Goumois
- Katzensee
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- Niederdörfli
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- Gruyères (Greyerz)
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- Giger Bar Chur
- Wildnispark Langenberg
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- Kaiserstuhl
- „So wirst du das nie wieder zu sehen bekommen!“
- MFO-Park
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- Arboretum (Rentenwiese)
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- Friedhof Enzenbühl
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- Industriequartier
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- Sukkulentensammlung
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- Baumwipfelpfad Neckertal
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- Vorweihnachtliches Sankt Gallen
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- Botanischer Garten Bern
- Olten
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- Milchmanufaktur Einsiedeln
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Nein, oft bin ich nicht in dieser Ecke von Zürich, aber gerade dieser Tage, in denen es so wunderschön winterlich kalt ist, zog es mich an den See. Jetzt kann man die hier zugänglichen Parkanlagen wenigstens einigermassen in Ruhe geniessen, aber dazu später mehr. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dehnte sich Zürich immer mehr zum See hin aus und in dieser Zeit entstand unter der Federführung von Otto Froebel (1844-1906) unter anderem das „Arboretum“, heute „Rentenwiese“ genannt. Otto Froebel war Sohn Theodor Froebel, der zu jener Zeit Besitzer einer Kunst- und Landschaftsgärtnerei war. Ihm und seinem Sohn verdankt Zürich die wohl schönsten Park- und Gartenanlagen, die diese Stadt zu bieten hat, darunter den Rieter-Park und den alten Botanischen Garten, sowie zahlreiche Gärten im Quartier Riesbach. 1886 wurden die Arbeiten am Arboretum aufgenommen. Damit überhaupt jene Grünfläche entstehen konnte, musste vorab Land aus dem See gewonnen werden, an dieser Stelle gab es ursprünglich kein Festland. Die Stadt Zürich wollte hier eine normale Parkanlage errichten, jedoch konnten sich namhafte Botaniker und Geologen mit ihren Ideen durchsetzen und so finden sich in dieser Anlage heute zahlreiche Baum- und Gesteinsarten, das Arboretum ist somit eine Art „begehbares Museum“, in welchem sich Bewohner und Besucher Zürichs jener Zeit weiterbilden konnten. Hier stehen viele, sehr alte und wunderschöne Solitärbäume, die immer wieder durch neue ersetzt werden, die Stadt Zürich wendet für den Erhalt dieser Anlage vergleichsweise viel Geld auf – und das aus gutem Grunde. Dieser Park ist im unteren Bereich des Zürisees eine der wenigen Möglichkeiten, bis an das Seeufer zu gelangen und Blick auf die Alpen zu erlangen. Kostenlos. Öffentlich. Man kann hier an vielen Orten verweilen und ein wenig Natur geniessen (auch wenn der Lärm der Stadt im Hintergrund unüberhörbar ist) und man kann diese Anlage problemlos mit zahlreichen Bus- und Tramlinien erreichen. Es verwundert daher nicht, dass das Arboretum bei entsprechenden Wetterlagen ein Menschenmagnet par excellence ist (…und ich aus diesem Grunde hier nur höchst selten her komme).
Aber dieser Park hat noch einige Besonderheiten zu bieten. Nachdem sie innerhalb knapp eines Jahres von 2015 bis 2016 weitestgehend in ihren Ursprungszustand zurückversetzt worden war, kann man hier auf kleinem Raum auch ein wenig Stadtgeschichte erleben. Es beginnt mit der Vogelpflegestation, der „Voliere Zürich“. Dieser ausschliesslich über Spendenbeiträge finanzierte, seit 120 Jahren bestehende Verein, kümmert sich intensiv um die Heilung verletzter, Aufzucht und Pflege von Wildvögeln. Bedauerlicher Weise ist diese Anlage derzeit aus nachvollziehbaren Gründen geschlossen, wenn dieser ganze Pandemie-Kram aber irgendwann einmal wieder vorbei ist, sollten Sie diesem kleinen Bauwerk einen Besuch abstatten, man kann so viel über diese kleinen Luftakrobaten lernen, die wir normaler Weise im Stadtbild kaum wahr nehmen! Weiter geht es mit einem Denkmal, welches an einen Mann mit Namen „Arnold Bürkli“ erinnert. Bürkli (1833 – 1894), nach dem auch der nahe gelegene Platz benannt ist, war ein so genannter Stadtingenieur (heute würde man das „Stadtplaner“ nennen). An der Stelle, an welcher jenes Denkmal steht, war sein Lieblingsplatz im Arboretum. Nicht weit davon entfernt steht die Aphrodite-Statue, 1921 erschaffen von dem dänischen Künstler Einar Utzon-Frank, ein klein wenig weiter davon entfernt darf man sich über ein Kuriosum wundern, was die eher jüngere Vergangenheit dieser Stadt spiegelt: Den Sockel eines Monumentes, dessen Hauptbestandteil seit inzwischen mehr als dreissig Jahren irgendwo in einem Lagerraum dieser Stadt ruht. Diese Figur, einen Turner oder Sportler darstellend, wurde von Baptist Hoerbst (1850 – 1927) erschaffen. Hoerbst war Gipser und erschuf einige Kunstwerke aus jenem Material, so auch diese Statue. Es handelte sich nicht um eine massive Bronze-Statue, sondern um eine aus Gips, die lediglich mit Bronzeplatten belegt worden war, ein Billig-Kunstwerk sozusagen – diese Art der Massenkunst-Produktion war damals nicht nur normal, sondern sogar modern. Während der Jugend-Unruhen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fiel die Statue Vandalen zum Opfer, wurde repariert, aber kurz darauf wieder zerstört. Seitdem steht ihr Sockel verloren im Buschwerk des Arboretums.
Besonders irritierend empfand ich die Anwesenheit von zwei Bunkern, die von 1940 bis 1942 hier erbaut wurden, bevor sich die Taktik der Schweizer Armee änderte und diese sich auf die Verteidigung der Schweiz in den Tälern und auf den Bergen der Alpen konzentrierte. Bis zu jenem Zeitpunkt zog sich eine ganze Kette von Bunkern durch die gesamte Stadt! In Zürich sollte der Feind aus dem Deutschen Reich zumindest gebremst werden und so wurden entlang des Stadtflusses Limmat zahlreiche Abwehranlagen errichtet. Hier im Bereich des Arboretums, welches im Zürcher Stadtteil Enge liegt, konzentrierten sich zahlreiche dieser Anlagen, die Sperr- und Verteidigungsanlagen in den Quartieren Enge und Wollishofen sind noch heute gut zu erkennen, da sie nachwievor – wie das Arboretum – durch zuständige Stellen „gepflegt“ werden. Warum auch immer. Besonders befremdlich erschien mir der Umstand, dass der eine der beiden Bunker, beschaulich getarnt als einfaches Bootshäuschen, jetzt als Zugang zu Zürichs wohl exklusivstem Club dient: Dem Zürcher Yacht Club. Wer hier anlegen darf, hat so viel Geld, dass er oder sie…. Ach, lassen wir das. Wenigstens kann der Steg, der den Club mit dem Bunker verbindet, sicherlich niemals von Deutschen erstürmt werden. Mit der Parkanlage sieht das schon anders aus, insbesondere an heissen Sommertagen sind es nicht nur Deutsche, die die Wiesen hier in Beschlag nehmen. In jenen Monaten mutiert diese Anlage zum Spielplatz all derjenigen, die – egal, wie umgebaut, durchtrainiert, restauriert oder adaptiert sie auch daher kommen mögen – das Selbstdarstellungsprinzip im eng umgrenzten Raum einer Sardinendose regelrecht zu brauchen scheinen, um überhaupt leben zu können. Die interessiert es in der Regel nicht, von welchen Schönheiten der Natur hier sie Dank der Arbeit Froebels umgeben sind.
