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„Schau immer hinter die Fassade!“ lehrte mich einst mein Vater. Meistens bezog sich das auf eine eher sprichwörtliche (in Bezug auf Sachverhalte und Menschen), so manches mal aber auch auf die eines Gebäudes. Wo auch immer ein Tor offen war, streunten er und ich hinein nur um zu sehen, was sich hinter einer Fassade verbarg und entdeckten erstaunliche Dinge, manchmal sogar regelrechte Potemkinsche Dörfer, Fassaden, die etwas ausgesprochen hässliches zu verbergen suchten. Ich habe mir diese Angewohnheit bewahrt und streunte kürzlich etwas intensiver durch das so genannte „Industriequartier“, eine Region der Stadt Zürich, in welcher man bis zum heutigen Tage die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung dieser Stadt von ungefähr 1880 an immer noch gut erkennen und nachvollziehen kann. Und auch hier im Industriequartier wurde viel mit Blendfassaden gearbeitet! Aber dazu später mehr.
Die Region vom Limmatplatz bis zum Escher-Wyss-Platz (und etwas über jenen hinaus) bezeichnet die Region, in welcher ab 1880 bis in etwa 1965 Zürich vor allem industriell zu expandieren begann. Das Zürich am See und das im Limmat-Tal wuchsen stetig aufeinander zu, jedoch nicht unbedingt zusammen, wenn man sich auf das Erscheinungsbild der jeweiligen Quartiere bezieht. Wie der Name es schon andeutet, war und ist das Industriequartier Standort für zahlreiche Metall-verarbeitende Betriebe, aber nachwievor finden sich hier ebenso einige Betriebe mit anderer Ausrichtung – mitten im Stadtbild und inmitten ganzer Wohnviertel. Und durch all das schlängeln sich die Hochbahngleise der SBB. Diese Art der Stadtbauweise war lange Zeit nicht unüblich und in zahlreichen Städten Europas vollkommen normal. Hier störte sich kaum ein Arbeiter daran, dass die Russwolken der Dampflokomotiven in die Wohnungen wehten oder aber der Lärm der grossen Maschinen in den Werkhallen Tag für Tag die Geräuschkulisse dieser Stadt bildete, Hauptsache, man hatte eine bezahlbare Unterkunft. Wie wenig Platz für den Bau solcher Unterkünfte zur Verfügung stand, kann man gut erkennen, wenn man in diesen oder jenen Hinterhof schaut, hinter eine Fassade blickt. Nicht selten wurden dort weitere Bauten errichtet, von denen wiederum zahlreiche gleichzeitig Sitz eines Handwerkbetriebes, als auch Wohnhaus waren. Sie nahmen den Innenhöfen das einfallende Sonnenlicht und so war es in den Wohnungen der sie umgebenden Häuser recht dunkel. Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Zuweilen wird in einem Innenhof sogar noch heute ein weiteres Gebäude errichtet, heute bestehen die aber aus Glas und Beton. Die wenigen Plätze und Grünanlagen (zum Beispiel die Josefwiese) waren an Wochenenden der Naherholungsbereich der Arbeiterschaft, an vielen Strassenecken gab es kleine Läden und Beizen („Kneipen“), die Arbeiterschaft des Industriequartiers bewegte sich nicht viel in der Stadt, lediglich einige wenige besassen einen Kleingarten am anderen Ufer der Limmat.
Quartiere dieser Art entstanden im gleichen Zeitraum in vielen Städten Europas und viele ähneln sich sogar in ihrem Erscheinungsbild. Es verwundert Sie daher vielleicht nicht, dass mich insbesondere das Industriequartier in Zürich an die Region erinnert, in welcher ich in Berlin einst aufgewachsen bin. Auch dort wurden Arbeiter eng an ihre Betriebe gebunden, man lebte in direkter Nähe zur eigenen Arbeit. Um die Jahrtausendwende 1800 zu 1900 herum gab es den sozialen Wohnungsbau nicht. Die meisten Wohnbauten, die hier entstanden, gehörten den grossen Betrieben, von denen noch heute insbesondere einer inmitten der Stadt tätig ist: M.A.N. (Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). Es war üblich, dass die grossen Metall-Konzerne Wohnbauten für ihre Arbeiter errichteten, besonders luxuriös mussten die nicht sein, aber nahe am Betrieb gelegen und so wurde insbesondere im Industriequartier jeder noch so kleine Quadratmeter an Baugrund für entsprechende Vorhaben genutzt. Die Wohnbauten für die Angestellten der Verwaltung oder niedrigeren Chef-Etage erhielten zur Verdeutlichung der Position ihrer Bewohner kleine Vorgärten oder begrünte Innenhöfe ohne in ihnen stehende weitere Bauten, auch wurden deren Fassaden oftmals aufwändiger gestaltet, manchmal waren die Wohnungen auch grösser und heller als die der normalen Arbeiter. Wenn man vom Limmatplatz in Richtung Escher-Wyss-Platz läuft, kann man diese sozialen Unterschiede in der Bau- und Gestaltungsweise jener Wohnbauten gut erkennen. Im Laufe der Jahre verschwanden immer mehr Metallbetriebe aus jener Region und wanderten ins Umland oder in einen anderen Kanton ab. Geblieben ist das Zürich der Arbeiter. Derzeit wird das Tram-Depot am Escher-Wyss-Platz saniert, modernisiert und um einen Glasbetonklotz erweitert. Einst wurde dieses Depot errichtet, weil die Stadt die Entwicklung in jener Region erkannte und Menschen die Möglichkeit geben wollte, mit dem Tram in jene Region zu gelangen. Das ÖV-Netz von Zürich wuchs mit der Stadt und dem Industriequartier darin mit. Zur Zeit kann man an jenem Tram-Depot ein typisches Beispiel einer Blendfassade gut erkennen. Ein Erweiterungsbau, der meines Wissens erst nach dem Hauptdepot angebaut wurde, wurde entkernt, lediglich Dach, Fundament und Wände stehen noch. Die Fassade wollte sich dem damaligen Erscheinungsbild des umliegenden Areals anpassen und so wurde sie entsprechend gestaltet. Dieser Teilbau wirkt wie ein Wohnhaus – war es aber nie, die Fassade war und ist ein reines Blendwerk. Heute ist das Industriequartier Schmelztigel des eher jungen Zürichs. Viele kleine Läden gibt es hier zu entdecken, die viele Dinge anbieten, welche man anderen Ortes vergeblich sucht. Die Züge der SBB donnern zwar immer noch über das Viadukt, aber immerhin fahren sie heute mit Strom. Und das Industriequartier ist inzwischen erstaunlich grün! Nehmen Sie sich einfach Mal etwas Zeit und streunen Sie dort herum. Wer die Augen aufmacht, kann im Industriequartier viel entdecken!
Ein paar Video-Eindrücke aus der Region um den Escher-Wyss-Platz und das alte Industrieviertel herum finden Sie auf meinem YouTube-Kanal:
