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Man kann sich stundenlang darüber streiten, welches der beiden Täler im Tessin das schönere ist: Das Maggia- oder das Verzasca-Tal. Ich habe es gerne etwas rauher, „rustikaler“, daher fällt mir die Wahl nicht schwer, ich mag das Verzasca-Tal doch etwas lieber, als Maggia-Tal. Geben Sie sich keiner Illusion hin, beide Täler, die ihre ganz eigenen Reize haben, sind vollauf touristisch erschlossen, jedoch habe ich den Eindruck, dass es im Verzasca-Tal (noch) ein klein wenig ruhiger zugeht. Ein besonderer Fleck im Verzasca-Tal ist die Ortschaft Sonogno, ganz am hintersten Ende des Tales gelegen. Diese kleine Ortschaft, in etwa um 1200 herum entstanden, ist ein klassisches Beispiel für die Lebensweise in dieser Region und deren Geschichte. 2020 fusionierte diese Kleinstgemeinde mit einigen anderen in der Umgebung zur neuen Gemeinde „Verzasca“, bereits 1974 wurde hier ein Museum eröffnet, viel mehr scheint es auf den ersten Blick nicht über dieses kleine und sehr malerische Dörfchen zu berichten zu geben.
Jedoch ist Sonogno insbesondere durch das Buch „Die schwarzen Brüder„, zwischen 1940 und 1941 von der deutschen Schriftstellerin Lisa Tetzner begonnen und von ihrem Mann Kurt Kläber vollendet (sowie 1984 und 2012 verfilmt, insbesondere die Version von 2012 ist sehr sehenswert!), zum Sinnbild für die recht traurige Geschichte dieser Region der Schweiz geworden. Man kann es sich zuweilen kaum vorstellen, dass insbesondere dieses Gebiet des Tessins für lange Zeit als das Armenhaus der Schweiz galt – neben einigen anderen Regionen in Graubünden, dem Wallis und anderen. Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen, die Preise für Kost und Unterkunft können inzwischen auch hier astronomische Regionen erreichen, aber das war nicht immer so. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Schweiz wie so viele andere Staaten in Europa von einer Auswanderungswelle erfasst. Wer es sich leisten konnte, ging nach Übersee, anderen blieben nur wirtschaftlich besser gestellte Regionen in Europa zur Auswahl, aber die wahrhaft armen Menschen hatten diese Wahl nicht, sie waren dazu gezwungen, irgendwie in diesem kargen Landstrich zu überleben – und um überleben zu können, mussten zahlreiche Familien ihre Kinder verkaufen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Um 1850 waren zahlreiche Familien derart arm, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als ihre eigenen Kinder zu verkaufen! Vorzugsweise klein gewachsene Jungen gelangten so in die grossen Städte Nord-Italiens, wo sie als Kaminfeger („Spazzacamini“) eingesetzt wurden. Viele verloren bei dieser gefährlichen Arbeit ihr Leben, nur sehr wenige kehrten in ihre Heimat zurück.
Abgesehen von einigen kleinen Museen wie das in Sonogno erinnert dieser Tage nur wenig offensichtlich an jene traurige Vergangenheit, man muss sein eigenes Vorstellungsvermögen bemühen, um sich ein halbwegs umfassendes Bild von der Not jener Zeit machen zu können und das ist gar nicht so einfach, wenn man inmitten dieser eigenen Schönheit des Verzasca-Tales und der Ortschaft Sonogno steht und sich umschaut. Selbstverständlich kann man hier einige sehr schöne Tage in recht reizvoller Umgebung verbringen, ohne auf ein gewisses Grundmass an Dingen verzichten zu müssen, die für die Menschen des 19. Jahrhunderts schierer Luxus gewesen wären und natürlich gibt es in Sonogno, wie im gesamten Verzasca-Tal zahlreiche Möglichkeiten für Übernachtung und kulinarische Genüsse. Und nein, man muss nicht eventuell vorhandene eigene Kinder verkaufen, um derartiges hier geniessen zu können. Abgesehen von dem Museum, dem wunderschönen und unter gesondertem Schutz stehenden Ortskern und einigen Schalensteinen sollten Sie vor allem einen Blick in die kleine, wunderschöne Kirche „Santa Maria Lauretana“, erbaut um 1854 herum werfen. In ihr befindet sich eine schwarze Madonna, der nachwievor wunderhafte Eigenschaften zugerechnet werden, jedoch fällt diese Kirche insbesondere dadurch auf, dass ihr Innenraum in sehr warmen Farbtönen gehalten ist, die einen schönen Kontrast zu dem teilweise sehr garstigen Wetter in dieser Bergregion bilden.
