- DDR Museum
- Museum HR Giger
- Museum für Gestaltung
- Photobastei 2.0
- Bruno-Weber-Park
- Haus Konstruktiv
- Pavillon Le Corbusier
- House of Digital Art
- Fotomuseum Winterthur
- IPF Olten – „David Lynch – Infinite Deep“
- Kunsthaus & Erweiterungsbau
- Museum Franz Gertsch
- Enea Baummuseum
- Historisches Museum
- Haus zum Kirschgarten
- Haus der elektronischen Künste
- Museum Tinguely
- Gedenkstätte für Flüchtlinge
- Freilichtmuseum Ballenberg
- Kunstmuseum Bern – „Chaïm Soutine – Gegen den Strom“
- Bündner Kunstmuseum Chur – „Otto Dix und die Schweiz“
- Vitra
- Pantheon
- Fondation Beyeler
- Swiss Design Collection
- Augusta Raurica
- Der Kleine Prinz und seine Welt

Am äussersten Rand der Ortschaft Jona im Kanton Sankt Gallen findet sich ein kleines, ausgesprochen sehenswertes Paradies: Das Enea Baummuseum (zu der Bezeichnung „Museum“ folgen später noch ein paar Anmerkungen…). An einer stark befahrenen Ausfallstrasse hinter typischen Industriegebäuden will man das, was der Landschaftsarchitekt Enzo Enea erschaffen hat, absolut nicht vermuten und nur durch Zufall beim Überfliegen der Landkarte zu dieser Region stolperte ich über dieses schlichtweg wunderschöne Kleinod. Auf einer Fläche von stattlichen 75.000 Quadratmetern gestaltete Enea eine Landschaft mit über 150 Bäumen aus über 25 Arten, die gesamte Anlage, auf der insgesamt über 3000 verschiedene Gehölze stehen, ist dem Baum gewidmet. Alle diese Bäume stammen aus der Klimazone, in welcher sich man gerade bewegt, Exoten aus anderen Zonen sind hier also nicht anzutreffen.
Enea verfolgte mit dieser Anlage eine eigene Vision, in welcher er Landschaft, Botanik, Architektur, Kunst und Design miteinander vereinte. Ganz ehrlich: Hätte ich das „nötige Kleingeld“, ich würde mir die gesamte Vereinigung all dieser Richtungen sofort als Alters- und Ruhesitz zulegen. Tatsächlich kann man hier auch verschiedene Bäume, besondere Design-Möbelstücke und anderes erwerben – aber eben: Das notwendige Kleingeld vorausgesetzt und das werde ich wohl bedauerlicher Weise nie besitzen. Also wird das auch ein Traum bleiben, aber es ist ein wunderschöner Traum! Die Anlage unterteilt sich in zwei Bereiche: Das eigentliche Museum und einen Park, das Museum stark symmetrisch angelegt, der Park recht schwungvoll und dennoch fliessen diese beiden Gestaltungsweisen nahtlos ineinander. Asiatisches Teehaus, kanadische Blockhütte, südfranzösisches Gewächshaus, Ruinenelemente – alle diese Architekturelemente verarbeitete Enea in seiner Vision, angereichert mit Skulpturen aus zeitgenössischen Kunstrichtungen, die sich wie selbstverständlich in das Gesamtbild einfügen.
An vielen Stellen kann man verweilen, die Zeit verstreichen lassen. Vom Lärm der nahe gelegenen Ausfallstrasse ist hier so gut wie nichts zu hören. Kommerzielles Fotografieren und Filmen ist hier nicht erlaubt, für ausschliesslich private Zwecke aber bietet dieser Park zahlreiche ausgesprochen geeignete Motive. Genau genommen ist diese Anlage kein Museum im klassischen Sinne, man erfährt wenig bis nichts über den Baum und seine Arten, es existieren keine Informationstafeln und abzuarbeitende Informationswege, insofern würde sich meinem Empfinden nach die Begrifflichkeit „Leistungsschau der Landschaftsarchitektur“ weitaus besser eignen, aber das schmälert die Schönheit dieses Museums nicht einmal ansatzweise. Hier kann man – wenn CHF 15 für Normalpersonen oder CHF 12 für Studenten Eintrittsgeld bezahlt wurden – wunderbar die Seele baumeln lassen und zwischen diesen so schönen Bäumen vollkommen ungestört herum wandeln, Hunde dürfen, solange sie an der Leine geführt werden, ebenso in diese Anlage. Der „Showroom“, der gleichzeitig als Museumsshop und Mini-Restaurant dient, kann (ebenso das nötige Kleingeld vorausgesetzt) für Veranstaltungen gemietet werden, Gartenfreunde finden hier sicherlich auch zahlreiche Anregungen. Sollte es mir die nahe liegende Zukunft erlauben, so werde ich sicherlich nocheinmal im Herbst hier vorbei schauen, dann dürfte das Baummuseum noch in einem ganz anderen, sicherlich auch wunderschönem Kleid erscheinen!
