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- Am Rhein entlang
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- Naturschutzgebiet Wiesenmatt
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Auf Höhe des Dreiländerecks mündet ein kleiner Fluss in den Rhein (genauer: Hochrhein): Die Wiese. Dieser Fluss entspringt im Südschwarzwald unweit des höchsten Berges des Mittelgebirges, dem Feldberg in Deutschland und fliesst in südwestlicher Richtung bis zum Rheinknie im Kanton Basel Stadt in der Schweiz. Hier zwischen Weil am Rhein (Deutschland) und dem Basler Stadtteil Riehen (Schweiz) befand sich einst das weit ausgedehnte Flussdelta der Wiese, jetzt findet sich hier das Naturschutzgebiet Wiesenmatt. Man mag es jenem kleinen Fluss heute kaum zutrauen, aber vor 10.000 Jahren gegen Ende der letzten Eiszeit sorgte eben jener Fluss vor allem in dem bereits erwähnten Delta dafür, dass das Rheinknie überhaupt erst entstand, mit anderen Worten: Ohne die Wiese würde Basel heute von Oben gesehen nicht so aussehen, wie es jetzt der Fall ist. Die Wiese transportierte zu jener Zeit derart viel eiszeitliches Geröll in die südwestliche Richtung, dass der ehemalige Verlauf des Rheins an jener Stelle um ganze 5 Kilometer verschoben wurde. Dort, wo heute die Basler Stadteile Kleinhüningen, Klybeck, Rosental, Hirzbrunnen, Clara, Wettstein und andere liegen, floss einst der Hauptstrom des Rheins.
Ursprünglich – wie für ein naturbelassenes Flussdelta typisch – floss die Wiese bis ins Mittelalter nicht in der Form, wie sie heute zu sehen ist, vielmehr wanden sich vielfach geschlungene Haupt- und Nebenarme der Wiese durch jene Region. Ab dem späten Mittelalter wurden diese geschwungenen Flussarme zunehmend kanalisiert und für Wirtschaft und Gewerbe nutzbar gemacht, wodurch vom eigentlichen Delta nur noch wenig übrig blieb und sich die Landschaft heraus bildete, wie sie heute zu sehen ist. Immerhin bemüht man sich heute, die Folgen jener Flusskontrolle zumindest teilweise rückgängig zu machen. Die Wiesen und Auenwälder werden weitestgehend sich selbst überlassen und sind streng geschützt, einzig ein Wasserkraftwerk darf hier noch die Macht der Wiese nutzen, Fischen ist ebenso streng verboten, zudem werden in Teilen der Wiese wieder Stufen eingebaut, um heimischen Fischarten die Wanderung und Vermehrung zu ermöglichen. Nahe liegender Weise hat die Natur dieses Gebiet in Teilen wieder zurück erobert, das Naturschutzgebiet Wiesenmatt ist inzwischen wichtiger Schutzort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geworden.
Nicht selten habe ich vom Führerstand der Trams der BVB (Basler Verkehrsbetriebe) aus, für welche ich seit beginn dieses Jahres fahre, Rotwild auf jenen Wiesen nahe bei Riehen und der Fondation Beyeler (ein von mir heiss und innig geliebter Hort der Kunst, welchen ich Ihnen zu gegebener Zeit noch vorstellen werde) gesehen, beim heutigen Besuch jener Region aber konnte ich sogar einen schwimmenden Biber ablichten – am hellerlichten Tag! Die Liste der Vögel, die dieses Gebiet als Rückzugsort oder Zwischenstation für ihre langen Wanderungen nutzen, ist sehr lang! Eisvögel sind hier wohl keine Seltenheit und sogar der knallgelbe Pirol mit seinem markanten Gesang soll sich hier ab und an aufhalten, in der Nacht sausen hier verschiedenste Fledermausarten durch die Luft. Es lohnt sich, diesem Naturschutzgebiet einen Besuch abzustatten und sicherlich werde ich in Zukunft noch öfters hierher kommen!
