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Chaltbrunnental, Chessiloch & Chastelbachtal: GPX | PDF
Länge: 7,9 Kilometer
Höhenunterschied: 222 Meter
(?)
Eine Wanderung durch die zu grossen Teilen wunderschöne, sehr wild-romantische Grenzregion zwischen den Kantonen Solothurn und Basel Landschaft! Auch wenn ich die majestätische Erscheinungsart der Zentralalpen sehr mag, so habe ich mich inzwischen in das Jura (ab und an auch „der kleine Bruder der Alpen“ genannt) regelrecht verliebt, nicht nur, weil Wanderungen dieser Art fast schon vor meiner Haustür liegen (und man nicht erst elends lang mit ÖV oder eigenem Fahrzeug hin fahren muss), sondern weil die gesamte Atmosphäre des Jura so ganz anders wirkt, als die Schroffheit der hohen Berge im Zentrum dieses Landes. Selten habe ich auf meinen Streunereien derart viele Fotos gemacht, wie hier in jenen zwei so einzigartig schönen Tälern, dem Chaltbrunnen- und dem Chastelbachtal.
Der hier vorgestellte Wanderweg beginnt und endet in Grellingen BL, mit dem ÖV innerhalb von 40 Minuten ab Basel SBB problemlos erreichbar. In Grellingen angekommen muss man derzeit aber ein paar kleinere Umleitungen gehen, bevor man zum Eingang des Chaltbrunnentals gelangt, die SBB saniert derzeit die Gleise und auch verschiedene Bahnübergänge, dafür hat man hier und dort so manch einen schönen Ausblick auf die Birs, die hier die Landschaft über Jahrtausende hinweg stark geformt hat. An dieser Stelle gleich zwei Empfehlungen: Auch wenn die Jura-Region weitaus weniger anspruchsvoll erscheint, als zum Beispiel die Wanderwege in den Zentral-Alpen, so haben es auch die Wege hier in sich, gutes Schuhwerk und eine gewisse Kondition sind durchaus erforderlich, die knapp 8 Kilometer sind alles andere als banal! Die zweite Empfehlung betrifft die Abfolge dieser Wanderung. Von Grellingen aus startend könnte man zuerst das Chastelbachtal durchwandern. Hier aber ist der Weg oft sehr anspruchsvoll und nicht selten auch sehr steil. Wer es etwas sanfter angehen will, sollte zunächst an jenem Aufstieg zum Chastelbachtal vorbei gehen und entlang der Birs bis zur Mündung des Ibach wandern, wo man unweigerlich erst einmal zum Chessiloch gelangt, hier beginnt das Chaltbrunnental, welches nicht ganz so anspruchsvoll ist, wie das Chastelbachtal.
Das Chessiloch
Beim Chessiloch handelt es sich um eine kleine Höhle, besondere Bedeutung aber erlangt sie erst durch die Felswand, in der sie liegt. Auf jene Felswand wurden zahlreiche Wappen aufgemalt, zusätzlich wurden vor jener Felswand zahlreiche Steine, ebenfalls mit verschiedenen Wappen bemalt, im Grund platziert. Bei jenen Wappen handelt es sich vorwiegend – aber nicht ausschliesslich – um militärische Erkennungsbilder. Zu Beginn des ersten Weltkrieges 1913 wurden hier Einheiten aus dem ganzen Land postiert, um zwei Eisenbahnbrücken vor einer möglichen Invasion aus Deutschland zu schützen. Einst war diese Bahnlinie von grosser wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung, heute ist sie bestenfalls noch von regionaler Wichtigkeit. In den ersten Kriegsmonaten waren die Soldaten dazu gezwungen, teilweise in der bereits erwähnten höhlenartigen Einbuchtung in der Felswand zu lagern, erst später wurden einfache Holzhütten als Unterstand gebaut. Als Erinnerung an ihre Dienstzeit malten die über vier Jahre hinweg stationierten Einheiten jene Wappenbilder, sowie Kantonswappen und andere Motive an die Felswand. Bis zum heutigen Tag ist das Chessiloch von grosser militärhistorischer Bedeutung, einmal pro Jahr wird hier sogar das so genannte „Chessiloch-Schiessen“ durchgeführt.
Das Chaltbrunnental
Ein für diese Region typisches Tal: Ein heute eher klein und beschaulich anmutender Wildbach hat sich im Laufe von tausenden von Jahren durch das harte Kalksedimentgestein, auch „Karst“ genannt, gefressen. Wer möchte, kann bei Interesse und Bedarf auch den ebenso in dieser Region angelegten „Karst-Lehrpfad“ ablaufen und viel über diesen Teil der Geschichte der Erde erfahren. Dieses Tal steigt relativ leicht an, links und rechts des Weges recken sich hohe und sehr geradlinig abfallende Felswände nach oben, oftmals vom Ibach sehr schwungvoll geformt, mit viel Farnen und Moosen überwachsen. Allein in diesem Tal gibt es drei kleine Höhlen, die man begutachten kann. Dieses Tal ist sehr abwechslungsreich, mal haben sich weite Öffnungen gebildet, mal stehen die Felswände sehr nahe beieinander. Einige Brücken führen über den Ibach und jedes Mal, wenn man eine solche Brücke überquert, wandert man entweder durch den Kanton Solothurn oder den Kanton Basel Landschaft. Insgesamt wirkt dieses Tal lichter, heller, als das Chastelbachtal und ganz offensichtlich ist es weitaus beliebter als das andere. Hier sind die Wege oftmals breiter und auch besser ausgebaut, zahlreiche Möglichkeiten zum Grillieren sind am Wegesrand eingerichtet worden, entsprechend trifft man hier auf weitaus mehr Menschen, mit und ohne Velo, mit und ohne Kinder, mit und ohne Vierbeiner. An Wochenenden dürfte es hier eher weniger ruhig zugehen…
Der deutlichste Unterschied zum Chastelbachtal liegt darin, dass sich hier ein Gewässer durch hartes Gestein gefressen hat, die dadurch entstandenen Felswände wirken eher glatt und weisen oft Spuren der Bearbeitung durch das fliessende Wasser in Form von schön geformten Einbuchtungen auf. Auch erscheint mir hier der Bewuchs durch Pflanzen weitaus abwechslungsreicher, als in dem anderen Tal, hier schwirren Schmetterlinge (in der Schweiz so schön „Sommervogel“ genannt) durch die Luft, hier zwitschern auch mehr Vögel vor sich hin, als im Chastelbachtal.
Himmelried
Bedauerlicher Weise geht es bei diesem Wanderweg nicht ganz ohne asphaltierte Strassen. Am Ende des Chaltbrunnentals gelangt man zur Strasse, die zu einem Ortsteil der kleinen Ortschaft Himmelried führt (und ja, natürlich gibt es dort auch das obligatorische Restaurant, vorzugsweise von Motorrad-Fahrern aufgesucht, die den hier hindurch führenden Homberg-Strassenpass entlang brettern…). Man muss diese kleine Ortschaft durchqueren, bei nicht gerade geringer Steigung und dieser tage noch zusätzlicher Sommerhitze eine nicht gerade erfreuliche Angelegenheit. An dieser Stelle auch noch dieser Hinweis: Am Wegesrand findet sich kein einziger Trinkwasserbrunnen! Sorgen Sie also entsprechend vor Antritt der Wanderung für Ihren eigenen Bedarf an Flüssigkeit. Immerhin hat man hier oben den einen oder anderen schönen Ausblick auf diese herrliche Jura-Landschaft. Hat man Himmelried durchquert, folgt ein recht ekliger Abschnitt, der entlang einer intensiv befahrenen Strasse verläuft, oben in der Landkarte durch die beiden Vorsichtsschilder markiert. Glauben Sie mir, es geht nicht anders, wenn Sie in das Chastelbachtal gelangen wollen. Wenn Sie mit Hund und / oder Kindern unterwegs sein sollten, dann achten Sie auf jenem Abschnitt gesondert auf diese, es liegt letztlich in Ihrem eigenen Interesse, nicht von den zuweilen recht sportlich an einem selbst vorbei donnernden Autos oder Motorrädern überfahren zu werden. Dankenswerter Weise ist dieser Abschnitt nicht zu lang, der Abzweig zum Chastelbachtal liegt aber ausgerechnet in einer kaum einsehbaren Kurve, insbesonders hier sollten Sie Vorsicht walten lassen.
Das Chastelbachtal
Dieses Tal ist deutlich enger und wilder, als das Chaltbrunnental, ein idealer Ort, wenn man Kindern irgendwelche Märchen, Schauergeschichten und dergleichen erzählen möchte! Hier ist der Weg deutlich anspruchsvoller (und daher wohl auch weniger intensiv benutzt, als der im benachbarten Tal), hier geht ohne gutes Schuhwerk gar nichts. Dafür wird man mit einer ganz anderen erdgeschichtlichen Entwicklung beschenkt. Auch hier hat sich ein Gewässer, der Chastelbach, nach welchem jenes Tal benannt ist, im Laufe von vielen Jahren in den ehemaligen Boden des Urmeeres gegraben, allerdings ist hier das Gestein deutlich weicher. An einer sehr markanten Stelle kann man gut erkennen, wie sich unterschiedlich dicke Schichten am Meeresboden abgelagert haben, selbige sind im oberen Abschnitt des Tales an einer fast schon „gebaut“ wirkenden Wand erkennbar. Hier gibt es zumindest eine kleine Feuerstelle, aber viele Menschen scheinen hier normaler Weise nicht entlang zu laufen, die Wege sind deutlich schmaler, stellenweise schon fast vom umgebenden Gewächs zugewuchert, ein aneinander vorbei kommen ist zuweilen gar nicht so einfach. Dafür gibt es hier etwas, was im Chaltbrunnental nicht zu sehen ist: Eine aus der Ferne wie grün eingefärbte Zuckerwatte anmutende Fläche, die mit Schachtelhalmen bewachsen ist, neben den Farnen eine der ältesten Pflanzenarten auf diesem Planeten!
In jenem Tal sind auch deutlich mehr Bäume und Gesteinsbrocken von den Kanten der umgebenden Gesteinswände herab gestürzt, was jenem Tal einen deutlich wilderen, fast schon mystisch anmutenden Charakter verleiht. Spätestens jetzt werden Sie auch verstehen, warum ich empfohlen habe, zunächst das Chaltbrunnental bergauf bis Himmelried abzuwandern und dann das Chastelbachtal wieder hinab bis zurück nach Grellingen. Manch eine mit Holzstufen ausgestattete Passage ist bergauf sicherlich schwerer zu erklimmen, als bergab zu bezwingen, es grenzt ab und an sogar schon ein klein wenig an Kletterei. Aufgrund von Felsstürzen in letzter Zeit ist die untere Passage, die nunmehr wiederum im Kanton Basel Landschaft liegt, zumindest derzeit gesperrt. Die Umleitung, die auch entsprechend ausgeschildert ist, ist zwar nicht mehr ganz so schön, bietet aber einmal mehr ein paar schöne Aussichten auf das Birs-Tal und Grellingen. Steil bergab geht es dann wieder zum Ausgangspunkt dieser Wanderung zurück und man landet am Bahnhof von Grellingen. Eine längere, durchaus fordernde Wanderung – aber man wird (mit Ausnahme vom Strassen-Abschnitt) mit zahlreichen wunderschönen Eindrücken, wie sie nur die Jura-Region in sich bergen kann, beschenkt!
