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La Jacoterie (inoffiziell): GPX | PDF
Länge: 5,34 Kilometer
Höhenunterschied: 412 Meter
(?)
Diese Wanderung dürfte – zumindest teilweise – in keinem offiziellen Wanderführer zu finden sein, nur durch Zufall fand ich einen Hinweis auf die Route beim Stöbern im Internet. Es dürfte gute Gründe dafür geben, warum die von mir abgelaufene Route wohl nicht zum offiziell dokumentierten Wanderweg „La Jacoterie“ gehört, einer davon ist, dass der schönste Teil jenes Weges alles andere als leicht begehbar und definitiv nicht ungefährlich ist, streckenweise in Bezug auf Anforderungen und Gefährlichkeit allemal mit dem Lägern-Grat vergleichbar. Es ist die erste Wanderung, welche ich im Kanton Jura absolviert habe, daher findet sich von heute an auch die dazu passende Kategorie in den Navigationsmenüs auf dieser Web-Seite.
Die Wanderung beginnt in dem kleinen Dorf Berlincourt, von der Hauptstadt Delémont (Delsberg) des Kantons Jura mit dem ÖV in etwa 25 Minuten entfernt gelegen zu Fuss ab Bassecourt oder Glovelier in etwa 35 Minuten erreichbar. Der Bestandteil „Berlin“ im Ortsnamen ist auf eine traurig-zynische Art durchaus berechtigt, dieser Ort macht einen verfallenen Eindruck, zahlreiche Gebäude – darunter das Restaurant im Ortskern – stehen zum Verkauf, einige scheinen gar nicht mehr bewohnt und dem Verfall überlassen, ganz so wie in meiner Geburtsstadt Berlin in Deutschland. Ein trauriger Anblick, der so gar nicht zur Schönheit der umgebenden Natur passen will, aber typisch für weite Teile des Kantons Jura ist…
Der Weg führt entlang des kleinen Flüsschens Sorne aus Berlincourt hinaus und bereits jetzt präsentiert sich dem Wanderauge eine typische, wunderschöne Jura-Landschaft. Hier ist der Weg noch leicht begehbar, aber halbwegs wasserfestes Schuhwerk ist angeraten, die waldigen Ufer-Passagen sind feucht. Nach gut 10 Minuten Fussweg teilt sich die Route, der Wegweiser zeigt bergauf nach „La Jacoterie“, einem kleinen Gehöft, nach welchem diese Route benannt ist. Spätestens jetzt sollte einem selbst bewusst werden, worauf man sich bei dieser Wanderung einlässt, es geht steil bergauf – sehr steil! In manch einer Fotografie hier kann man gut erkennen, wie stramm es zur Sache geht! Aus diesem Grunde wurde offensichtlich auch kein gerader Weg angelegt, sondern eine Serpentinen-Passage. Ganze 60 (!) Spitzkehren mit Teilwegstrecken zwischen 2 und 10 Metern Länge sind abzuarbeiten und das alles auf einem Boden, der gutes Schuhwerk zwingend voraus setzt. Wer schlecht ausgerüstet diese Wanderung absolvieren möchte, hat sehr bald selber Schuld! An dieser Stelle daher auch gleich der Hinweis darauf, dass nicht überall Handy-Empfang gewährleistet ist.
Generell ist anzumerken, dass es auf dieser Wanderung nur sehr wenige und obendrauf auch nur sehr kurze Abschnitte gibt, die halbwegs waagerecht verlaufen, alles in allem geht es auf der einen Seite hoch und auf der anderen wieder runter – beidseitig zuweilen gleich steil. Wenn man die Serpentine abgearbeitet hat, ist es für eine kurze Zeit angenehm zum Laufen, bereits hier und dort kann man einige Aussichten auf die Umgebung geniessen, aber schon nach kurzer Zeit geht es wieder stramm bergauf zur markanten Abbruchkante der Bergwand, die sich oberhalb von La Jacoterie in den Himmel reckt. Kurz vor jenem ersten wunderschönen Aussichtspunkt werden Sie nochmals ausdrücklich darum gebeten, nicht den Weg zu verlassen – sogar in englischer Sprache. Bis zu diesem ersten Punkt bewegen Sie sich noch auf dem offiziellen Weg, hier können Sie sich entscheiden, ob Sie den sehr anspruchsvollen inoffiziellen Teil (in der Karte oben zwischen den beiden Vorsichtsschildern liegend), oder aber den nunmehr weitaus weniger fordernden Weg bis hinunter nach La Jacoterie laufen möchten.
Hier an jenem ersten Aussichtspunkt, an welchem Sie bei Bedarf sogar eine Feuerstelle nutzen können (wohl nicht „offiziell“ hier installiert), haben Sie einen ersten Blick hinunter nach La Jacoterie, sowie die wunderschön geschwungenen und dicht bewaldeten Hügel der Umgebung. Der leicht abfallende breitere Weg bezeichnet den offiziellen Wanderweg hinab nach La Jacoterie, der schmalere, der bergauf verlaufend im Dickicht des Waldes zu verschwinden scheint, den inoffiziellen, fordernden und nicht ungefährlichen Weg entlang der Abbruchkante. Um auch das unmissverständlich vorab klar zu machen: Dieser Weg ist bestenfalls nur rudimentär markiert, oftmals muss man den Verlauf der Route im Terrain erahnen. Hin und wieder findet sich an einem Baumstamm eine rote Farbmarkierung, unweit der höchsten Erhebung der Abbruchkante auf stolzen 913 Metern über dem Meeresspiegel auch ein Beton-Klotz im Boden, ebenfalls mit Symbolen aus roter Farbe ausgestattet. Auch wenn dieser Teil nicht der offizielle der Wanderung zu sein scheint, so ist zumindest halbwegs darauf hingewiesen worden, wo der Weg lang geht.
Von jetzt an ist der Weg durchgehend sehr schmal, er geht über Bruchgestein, zahlreiche Baumwurzeln und steil abfallende, mit Laub und Schotter bedeckte Passagen. Sie benötigen einen guten Gleichgewichtssinn, um solche Abschnitte zu bewältigen, gehen Sie es langsam und Bedacht an, schauen Sie vorab, wo Sie Ihren Fuss hinsetzen möchten. Legen Sie an den Punkten, an welchen Sie eine schlichtweg wunderschöne Aussicht auf das Tal von La Jacoterie geniessen können, kleine Pausen ein, an verschiedenen Stellen können Sie auch wieder bei Bedarf grillieren. Je mehr Sie sich der höchsten Erhebung der Abbruchkante nähern, umso fordernder wird der Weg, man sollte jede Möglichkeit, zum sich selbst gut fest zu halten, unbedingt nutzen. Im Bereich der Spitze wird es besonders fordernd, hier fallen die Berghänge links und rechts des Weges steil bergab, ein aneinander vorbei kommen ist hier oben nicht möglich und es gibt nur sehr wenige Möglichkeiten, um einen kleinen Baum oder eine Steinkante zur Stabilisierung greifen zu können. Insbesondere nach Regen, im Herbst oder Winter wird es hier oben sicherlich sehr gefährlich, machen Sie sich zusätzlich das ganze Jahr hier oben auf zuweilen sehr starke Winde gefasst.
Der Weg ab der Spitze der Abbruchkante wieder zurück nach Berlincourt ist nicht minder anspruchsvoll, wie der Aufstieg, wieder muss man hier und dort den Wegverlauf erahnen, weshalb ich Ihnen dringend nahe lege, sich entweder eine gute Landkarte, oder aber eine App mit Offline-Landkarte zuzulegen, in welche Sie den hier zur Verfügung gestellten GPX-Track hinein laden können, wie zum Beispiel „Schweiz Mobil Plus“ oder „myTracks“ (hier nur die Verlinkung zu den Mac- und iOS Versionen). Sie bewegen sich ab und an auf einem Pferde-Wanderweg, entsprechend ist der Untergrund erneut recht schwierig und nur mit wirklich gutem Schuhwerk erträglich begehbar, je näher Sie aber wieder an Berlincourt heran wandern, umso leichter wird der Weg. Unter der Woche ist hier oben niemand unterwegs, auf dieser Wanderung kann man die wilde Schönheit des Jura vollkommen ungestört in vollen Zügen geniessen und man wird an zahlreichen Stellen für die Mühen der Bewältigung dieser Route mit wunderschönen Aussichten an herrlich abgelegenen Orten zum Verweilen belohnt!
