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Länge: 2,96 Kilometer
Höhenunterschied: 274 Meter
(?)
Bis zum Ablaufen des Wanderweges auf dem Rochers de Naye, dem „Hausberg“ der Stadt Montreux im Kanton Vaud / Waadt, dachte ich, dass Wanderwege im Stil vom Lägern-Grat, dem Grat-Wanderweg Stoos oder von der La Jacoterie fordernd sind, vielleicht auch „heftig“. Dieser Wanderweg aber hat meine Art der Kategorisierung von Wanderwegen im Alpenraum nochmal so richtig durcheinander gewirbelt, noch nie zuvor habe ich eine derart schwierige und fordernde Wanderung absolviert, die mich nicht nur an die Grenzen meiner eigenen Kondition gebracht hat, sondern auch an die meines eigenen Mutes und Fähigkeit zur Selbstüberwindung. Ich möchte ehrlich sein: Wäre ich allein unterwegs gewesen, hätte ich sehr wahrscheinlich aus verschiedenen Gründen kapituliert, aber dazu später mehr.
Mit gerade einmal 2,96 Kilometern Länge erscheint dieser Wanderweg auf den ersten Blick mickrig, geradezu lächerlich, aber diese knapp drei Kilometer, auf denen man nebenbei erwähnt auch die Grenze zum Kanton Fribourg / Freiburg überquert, haben es in sich, die bereits genannten Wege erscheinen im direkten Vergleich zum Rochers de Naye wie Firlefanz, Pillepalle, Kindergarten, Kasperletheater. Nennen Sie es, wie Sie wollen, dieser Wanderweg bewegt sich für meine Begriffswelt jenseits dessen, was durch die üblichen weiss-rot-weissen Balkensymbole am Wegesrand angedeutet wird, ich würde statt dessen locker ein Totenkopf-Symbol platzieren (aber ich bin ja auch nur ein schnöder Allerweltswanderer und kein Hochalpinist).
Das besondere am Rochers de Naye ist, dass man von hier oben bei guten Wetterlagen eine fantastische Aussicht auf die Voralpen und den Lac Leman, dem Genfer See, geniessen kann. Von Montreux aus geht es mit einer wahrscheinlich sehr oft voll belegten Zahnrad-Bahn nach oben bis zum Gipfel, Abonnements sind auf dieser Linie vollumfänglich gültig, aber wenn Sie vom Gipfel aus diesen Wanderweg ablaufen wollen (so wie wir), dann haben Sie sehr wahrscheinlich schon den grössten Fehler gemacht. Meines Erachtens ist dieser Wanderweg so angelegt, dass man ihn bergauf laufen sollte – und nicht bergab, wie wir es gemacht haben, aber auch dazu später mehr. Auf dem Gipfel angekommen verirren sich die meisten Besucher entweder ohne grosse Umschweife ins obligatorische Bergrestaurant (hier nicht beschrieben, weil nicht primäres Ziel dieser Unternehmung und daher auch nicht besucht) oder aber in den von einer Britin gehegten und gepflegten Alpin-Garten, ein kleines, sehr schönes und besonders schützenswertes Kleinod in diesen Höhen, welches viele faszinierende Makro-Motive liefert. Wer nun aber doch bergab jenen Weg in Richtung der Bahnstation „Jaman“ beginnen will, ist zunächst auf der sicheren Seite, bis zur Kantonsgrenze auf einem schmalen Grat geht es noch zivilisiert und gemächlich zu, überschreitet man aber jene Grenze, gelangt man sehr schnell in jenen Abschnitt, welcher diese Wanderung zu einer sehr fordernden machen kann. In der Landkarte am Kopf dieses Beitrages ist dieser Abschnitt durch die beiden Warnschilder angedeutet. In diesem Abschnitt liegen die „Grottes de Naye“, die Höhlen von Naye. Naiv und blöd, wie ich nun auch einmal sein kann, dachte ich bei jener Begrifflichkeit an kleine Höhlen in der Felswand, in welchen man vor Wind und Wetter geschützt ein klein wenig die Aussicht geniessen kann. Weit, extrem weit gefehlt! Selten habe ich mich derart in meiner eigenen Vorstellungskraft geirrt! Das lag zum Teil auch daran, dass wir beide uns zu wenig gründlich über diesen Weg vorab informiert und ausgetauscht haben. Hätte ich vorab auf YouTube zum Beispiel dieses oder dieses Video gesehen, so hätte ich vorab gewusst, was uns erwartet – und uns entsprechend ausgerüstet und vorbereitet. Es war blanker Zufall, dass ich zumindest teilweise notwendiges Material in Form einer kleinen LED-Lampe bei mir hatte, ohne eine solche es hier definitiv nicht geht. Nochmal: Ohne eine Lampe sollten Sie die eine mögliche Variante des in der Landkarte angedeuteten Abschnittes AUF GAR KEINEN FALL (!) ablaufen (abkriechen, durchrutschen oder sich irgendwie durchnudeln trifft es weitaus besser…). Auf dem Weg durch jene Grotten begegneten uns einige (sehr wahrscheinlich durchweg jüngere, ausdauerndere und vor allem gelenkigere) Menschen, die mit ihren Handy-LEDs den Weg ausleuchteten. Ich habe keine Ahnung, wie die das bewerkstelligt haben, ich habe in jenen Grotten ausnahmslos immer beide Hände benötigt, um halbwegs schadlos vorwärts zu kommen – was auch nebenbei der Grund ist, warum ich Ihnen hier keine eigenen Bilder aus dem Inneren jenes Höhlensystems liefern kann, es war mir allemal wichtiger, meine bessere Hälfte und mich wenigstens halbwegs schadlos und sicher durch jenes System zu bringen. An dieser Stelle gleich die nächste gut gemeinte Empfehlung: Wenn Sie schon so mutig sein sollten, jenes Höhlensystem zu durch-wasauchimmer, dann sollten Sie für den Ein- und auch den Ausstieg aus jenem System wärmende und winddichte Kleidung VORAB (!) anlegen. Im System selbst, welches aus gutem Grunde nebenbei angemerkt nicht das ganze Jahr geöffnet ist, sind die Temperaturen an sich erträglich, ganz anders aber gestaltet sich die Sache an dem jeweiligen Ein- und Ausgang. Abgesehen davon, dass es hier wie Hechtssuppe zieht, ist es an jenen Orten deutlich kälter – auch an heissen Tagen! Und noch ein Hinweis: An beiden Einstiegen sind in deutscher und französischer Sprache Hinweise auf Blechtafeln hinterlegt, wie dieses System im Inneren des Berges verläuft. Ich möchte von mir behaupten, dass ich ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen habe und mir gewisse Dinge durchaus lange merken kann, aber müsste ich hier versuchen, den Verlauf jenes Systemes zu beschreiben und obendrauf auch noch in Einklang mit jenen Beschreibungen auf den Blechschildern zu bringen, so würde ich gnadenlos scheitern. Der Weg durch jenes System ist – angeblich – „nur“ 70 Meter lang. Aber ohne Licht kann man hier sehr schnell die Orientierung verlieren. Daher an dieser Stelle der dritte Hinweis: An verschiedenen Punkten sind ungefähr in Augenhöhe (vorausgesetzt, der jeweilige Abschnitt ist auch hoch und geräumig genug…) weisse Reflektoren (auch „Katzenauge“ genannt) von circa 10 Zentimetern Durchmesser an der Felswand angebracht. Nutzen Sie diese Reflektoren als Grob-Orientierungshilfe, aber leuchten Sie BEVOR Sie welchen Fuss wo auch immer hin setzen, den vor sich liegenden Weg aus! Auf diese Gegebenheiten weist nichts auf jenen bereits erwähnten Blechschildern hin. Und nun der wohl wichtigste Hinweis: Es ist in diesen Grotten recht feucht, stellenweise auch sehr nass. Von Anfang bis Ende ist der abzu-wasauchimmer Untergrund durchweg alles andere als griffig. Gutes Schuhwerk ist unerlässlich (wie die, die mit Turnschuhen hier hinein gekrochen sind, das hin bekommen haben, ist mir zusätzlich nicht nachvollziehbar). Achten Sie auf Ihren Kopf! Lange Passagen jenes Systems sind NICHT aufrecht begehbar! Auch nicht für eher „kurz“ geratene Menschen! Zuweilen muss entweder sogar auf allen Vieren gekrochen oder auf dem Allerwertesten gerutscht werden, entsprechend sollten Sie unempfindlich bei der zuvor zu treffenden Auswahl des jeweiligen Beinkleides sein. „Sauber“ kommen Sie aus jenem System garantiert NICHT heraus. In den schwierigen Passagen dieses Höhlensystems kann man sich meistens (aber eben auch nicht durchweg…) an massiven Ketten, die in den Steinwänden verankert sind, fest halten. Am nächsten Tag wird man fühlen, was auch der Oberkörper auf jener „Wanderung“ geleistet hat. Aber es gibt auch Abschnitte, wo man sich von der einen zur anderen Kette irgendwie hinüber wuchten muss – ohne jegliche Sicherheit oder „Fallnetz“. An einer Stelle in jenem System wurden auch zwei Metall-Leitern installiert. Eine der beiden aber ist nicht mehr ganz so fest verankert, sie schaukelt… Sagen Sie bitte nicht, ich hätte Sie nicht vorgewarnt!
Als wäre diese Beschreibung nicht schon genug der Herausforderung, die einen ambitionierten Wanderer auf jenem Weg unweigerlich begegnen wird, so mutet die Alternative zu jenem Höhlensystem fast schon als Ohrfeige an – wenn man sie nicht VOR dem Weg durch das Höhlensystem entdeckt, vorausgesetzt, man geht bergauf. Und nicht bergab, wie wir. An dem bereits erwähnten Grat, der Kantonsgrenze, zeigt sich bereits, wie der Weg sich gestaltet. Auch auf der alternativen Route. Nein, man MUSS NICHT durch das Höhlensystem hindurch was auch immer. Die Alternative aber ist nicht minder fordernd – vorausgesetzt, man entdeckt sie überhaupt. Hätte ich jene Alternative entdeckt, ich hätte sicherlich diese gewählt, aber bergab laufend ist diese bestenfalls nur durch Zufall zu entdecken. Ungefähr auf Höhe des Punktes, wo an der Felswand ein Wegweiser mit der Aufschrift „Grottes de Naye“ verankert ist, teilt sich der Weg, aber auch dieser ist nicht minder fordernd. Wenigstens braucht man für diesen keine Lampe, man bewegt sich unter freiem Himmel. Auch hier sind zur Eigensicherung zahlreiche massive Ketten in der steil abfallenden Felswand verankert, sogar einige Metall-Treppen wurden installiert, aber auch hier ist der Weg fast durchweg sehr rutschig – selbst an heissen Tagen. Und vor allem ist dieser Weg sehr schmal! Wenn sich hier entgegen gesetzt wandernde Menschen begegnen, so wird das „Umgehen“ ausnahmslos eine sehr „körpernahe“ Angelegenheit. Ganz ehrlich: Ich habe viel auf jener Wanderung über mich selbst, das Zusammenspiel mit einem begleitenden Menschen, über dieses ominöse Ding mit Namen „Selbsteinschätzung“, Mut, Vorbereitung und Ausdauer gelernt. Als wir jenes Höhlensystem durch-wasauchimmer hatten, sind wir uns erst einmal in die Arme gefallen, haben uns selbst gelobt. Dass der darauf folgende weitere Weg zumindest für mich, der bei alledem eine recht gewichtige Foto-Ausrüstung mit sich führte, noch über viele weitere Meter hinweg immer noch sehr fordernd war, ist im Nachhinein gesehen nur eine Begleiterscheinung, aber selbst meine Begleitung, die ich im direkten Vergleich zu mir als weitaus gelenkiger und sportlicher einordnen möchte, als mich selbst, hatte ihre liebe Mühe auf diesem Weg. Beide haben wir viel gelernt. Sehr viel.
Abschliessend die sehr dringliche Empfehlung: Fahren Sie NICHT bis zum Gipfel vom Rochers de Naye, steigen Sie VORHER an der Station „Jaman“ aus und laufen Sie den hier beschriebenen Weg BERGAUF! Nicht BERGAB! Ich möchte mich als einen mutigen, aber sicherlich nicht unüberlegt handelnden Menschen beschreiben. Nocheinmal aber werde ich sicherlich nicht eine Wanderung von dieser Grössenordnung derart unvorbereitet absolvieren. Auf die Erfahrungen und Ansichten aber, die ich auf dem Rochers de Naye sammeln musste, aber auch durfte, möchte ich nie mehr verzichten!
