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Knapp 15 Kilometer südöstlich von Basel stehen auf dem Boden Frankreichs in unmittelbarer Nähe zur Schweizer Grenze die Überreste des Château du Landskron. Wie so viele andere Ruinen ist auch auch diese ein Zeitzeuge für die bewegte Geschichte in dieser Region Europas, wie zum Beispiel der dreissigjährige Krieg (1618 – 1648) und die Befreiungskriege (1813 – 1814), aber die Ursprünge dieser Burg reichen viel weiter in die Vergangenheit zurück.
1273 wurde der Habsburger Graf Rudolf zum römisch-deutschen König erklärt, kurz darauf beendet dieser die bereits seit langer Zeit andauernde Fehde mit dem Basler Bischoff Heinrich von Neuenburg. Im Zuge der Beilegung der Streitigkeiten wurden die Machtverhältnisse neu geordnet, unter anderem wendete sich das Adelsgeschlecht von Rötteln, deren ehemaliger Hauptsitz unweit des Dreiländerecks auf Boden Deutschland steht, Graf Rudolf zu. Nach dem Tod von Rudolf sollte gemäss Erbfolge eigentlich sein Sohn Albrecht zum König gewählt werden, jedoch betrat statt dessen Adolf von Nassau den Thron. Nach dessen Absetzung folgten diverse kriegerische Auseinandersetzungen, an deren Ende letztlich Albrecht am 24. August 1298 in Aachen zum rechtmässigen König gekrönt wurde. Das Geschlecht der Röttler erhielt zum Dank für die Unterstützung die Ämter der Burggrafen von Rheinfelden und des Reichsvogtes von Basel, die Röttler wurden so zu einem der einflussreichsten Geschlechter in der Region und arbeiteten eng mit einem der ältesten Adelsgeschlechter von Basel zusammen, der Familie Münch. Diese Konstellation führte aber zu Streitigkeiten mit einem anderen in dieser Region ansässigen Adelsgeschlecht, die Vitztum. Beide Seiten beabsichtigten, auf dem Berg, auf welchem heute die Ruine steht, eine Burg zu bauen, letztlich konnten sich Ende 1299 die Röttler durchsetzen, welche den Münch als Lehensnehmer der Röttler das uneingeschränkte Besitztum auf jenem Berg zusicherten. Die in jenem Zeitraum erbaute erste Burg wurde zusammen mit einer kleineren, deren Reste sich ebenfalls heute noch erkennen lassen, bei dem grossen Erdbeben von Basel 1356 zerstört.
Um 1461 begann die jahrhunderte lange Regenschaft der Reich von Reichenstein, die massgeblich an dem Ausbau der Landskron beteiligt waren. Zwei Mal versuchten diese, die Landskron an die Stadt Basel zu verkaufen, was beim ersten mal aber an den Besitzrechten scheiterte und beim zweiten Mal an dem mangelnden Interesse der Stadt. Die Landskron verblieb einerseits im Besitz der Leymen, ein Geschlecht aus dem gleichnamigen Ort in unmittelbarer Nähe zu den Ruinen, welche wiederum andererseits den Habsburgern unterstellt waren. 1637 wurde die Landskron Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen im dreissigjährigen Krieg, 1638 wurde sie nach langer Belagerung an Bernhard von Weimar übergeben, 1639 wurde die Landskron wie viele andere Burgen und Ortschaften im Elsass der französischen Lehenshoheit unterstellt. 1663 verkaufte Friedrich VI. von Baden-Durlach alle verblieben Rechte an der Landskron für eine jährliche Zahlung von 3000 Livres an das Königreich Frankreich, womit auch die Reich von Reichenstein ihre Rechte an jener Burg endgültig verloren. Danach wurde die Landskron zu einem Staatsgefängnis und zu einer Grenzbefestigungsanlage umgebaut.
In den gegen Napoleon Bonaparte gerichteten Befreiungskriegen erreichten Bayrische Truppen die Region, belagerten die Festungen Hüningen und Belfort, am 26. Dezember 1813 wurde die Landskron von den Bayern erobert, 1814 fielen grosse Teile der Burg einem Brand zum Opfer, woraufhin die Bayern die Sprengung der Burg – mit Ausnahme des massiven Turmes – veranlassten. Danach diente die Burg bis 1856 als Steinbruch. 1923 wurden die Überreste der Landskron zum historischen Monument erklärt, aber erst kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden erste Anstrengungen unternommen, die am stärksten vom Einsturz bedrohten Abschnitte zu sichern. Seit 1983 kümmert sich, unterstützt unter anderem auch von der Europäischen Union und dem Kanton Solothurn, ein bi-nationaler Verein um den Erhalt der Ruine.
Es lohnt sich, dieser Ruine einen Besuch abzustatten! Bei guten Wetterlagen hat man eine fantastische Aussicht auf Basel, die Vogesen, das Elsass und die nahe gelegenen Kantone Basel Landschaft und Solothurn, Sichtweiten von 50 Kilometern und mehr sind durchaus möglich. Natürlich kann man mit dem eigenen Fahrzeug anreisen (es stehen aber nur sehr wenig Parkplätze zur Verfügung), jedoch ist es weitaus schöner, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hierher zu gelangen. Von Basel aus kann man zum Beispiel mit der Tram-Linie 10 der BLT (Basel Land Transport) entweder bis nach Flüh-Station oder Rodersdorf-Station fahren und dann bis zur Ruine wandern. Haben Sie dabei im Hinterkopf, dass Sie die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich überqueren… Vor Ort finden Sie zahlreiche Informationen zur Landskron in deutscher und französischer Sprache und natürlich kann man in dem Areal der ehemaligen Burg auch grillieren. Etwas Vorsicht ist bei dem Erklimmen verschiedener Holz- und Steintreppen angeraten. Bei feuchtem Wetter können die Holzstufen am alten Pulverturm sehr rutschig sein, die Steintreppen im Inneren der Burg sind ungleichmässig hoch und zudem teilweise auch sehr ausgetreten. Bis 2017 gab es in der kleinen Ortschaft am Fuss der Ruine ein Restaurant, welches zur Zeit immer noch geschlossen zu sein scheint, da aber bereits eine neue Terrasse an jenem Restaurant erbaut wurde, kann man davon ausgehen, dass 2024 hier wahrscheinlich wieder Schankbetrieb herrschen wird.
