- Weihnachtliches Basel
- Messe-Areal
- Kleine Neujahrsstreunerei
- Basler Fasnacht
- Am Rhein entlang
- Botanischer Garten Basel
- Naturschutzgebiet Wiesenmatt
- Stadt Bligg – Basel im Kaleidoskop
- Badischer Bahnhof
- Dreiländereck
- Stadtkommando Basel
- „Wenn Steine sprechen“ – Ein Rundgang
- Kannenfeldpark
- Basels „Mobiliar“ – Eine Rundfahrt
- Wenkenhof
- Sportplatz Landhof
- Gartenstadt „Im Vogelsang“

Vor einigen Jahren, noch in Zürich lebend, merkte ein Kollege aus dem Tram-Fahrdienst verwundert an, dass ich der erste Deutsche sei, den er kennen lernen würde, der sich nicht für Fussball interessiert. Das war schon seit ich denken kann so, auch heute interessiert mich jener Sport bestenfalls rudimentär und wenn dann nur zu Grossereignissen wie einer Weltmeisterschaft (wo ich aus Prinzip von je her immer für die Aussenseiter war) oder aus beruflichen Gründen, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Stadien aber haben mich immer irgendwie interessiert, hauptsächlich wegen ihrer spezifischen Wirkung auf meine Wahrnehmung bei Konzerten oder normalen Besuchen, manchmal aber auch wegen ihrer Geschichte. Als ich bei den Recherchen zu besonderen Orten in Basel Stadt über den Sportplatz Landhof stolperte, war mir klar, dass ich jenen Ort unbedingt einmal aufsuchen und ablichten müsste. Nicht wegen seiner Fussball-Geschichte, sondern vielmehr wegen seines jetzigen Zustandes und seiner unsicheren Zukunft. Noch ist dieser Sportplatz kein „Lost Place“, auch wenn viele Anzeichen vorhanden sind, die ihn zu einem solchen qualifizieren würden. Es würde mich aber nicht wundern, wenn in naher Zukunft eine der wichtigsten Stationen des „FCB“, des Fussballclubs Basel, vollkommen verschwindet. Wie in so vielen Städten der Schweiz herrscht auch hier Wohnungsnot, seit Jahren wird auf unterschiedlichsten Ebenen darüber verhandelt, was mit dem so wertvollen Grund und Boden geschehen soll, auf dem einst der Rekord-Fussballmeister der Schweiz seine Heimstatt hatte.
Immerhin wurde die Haupttribüne wieder in einen „verwendbaren“ Zustand versetzt, die Arbeiten wurden erst 2023 abgeschlossen, dafür wuchert die Natur die ehemaligen Stehplatztribünen an den anderen Kanten des Spielfeldes unaufhaltsam zu und genau das macht den Reiz dieses Sportplatzes aus, widersprüchlicher kann die mögliche Zukunft eines solchen Areales kaum zum Ausdruck gebracht werden. Während heute Fussball-Spiele in der ganzen Welt vollkommen kommerzialisiert sind, so kann man hier noch einen Hauch von der einstigen Faszination jenes Sportes aus vergangenen Tagen erahnen, als dieser noch auch Menschen wie mich zu begeistern vermochte. Wer seinerzeit in einer der umliegenden Wohnhäuser lebte, hatte es gut: Einen noch besseren Blick auf das Spielfeld konnte man wohl kaum erhaschen, heute muss man in nahezu allen Stadien viel Eintrittsgeld bezahlen, um überhaupt etwas sehen zu können. Der Landhof wirkt deplatziert, aus der Zeit gefallen und dennoch geht von ihm immer noch eine eigenartige Strahlkraft aus. Obwohl sich im Schatten der Stehplatztribünen bereits alternative Versionen einer möglichen Zukunft anbahnen und damit vielleicht einen Hinweis darauf geben, wie dieses „Hinterhof-Stadion“, wie ich es nennen würde, mal aussehen wird, so wirkt die restaurierte Haupttribüne wie ein Fels in der unaufhaltsamen Brandung der Zeit. Nur das hier die Zeit langsamer vorbei zu gehen scheint, als das „normaler Weise“ der Fall ist.
