- Der Kirchturm von Faió (Fayón)
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- Ruine Farnsburg
- Ruine Witwald
- Ruine Schloss Waldenburg

Oberhalb der kleinen Ortschaft Waldenburg im Kanton Basel Landschaft liegen die Reste des Schlosses Waldenburg. Um 1200 wurde diese Höhenburg von dem Grafen Hermann von Frohburg auf kurz zuvor vom Kloster Murbach erworbenen Grund hauptsächlich als Strassenzollstelle für Warentransporte und Personenverkehr über den nahe gelegenen Oberen Hauenstein Pass erbaut. Da der Hauenstein Pass bereits damals eine der wenigen Verbindungswege in das zentrale Schweizer Mittelland war, erlangte die Schlossanlage bereits kurze Zeit nach ihrer Erbauung eine hohe Bedeutung, so hoch, dass sich ein Teil der Familie der „von Frohburg“ in „von Waldenburg“ umbenannte. Die Ortschaft Waldenburg, in welcher noch heute einer der beiden Ausgangspunkte des vor allem bei Motorrad-Fahrern beliebten Oberen Hauensteinpasses liegt, entstand erst kurz nach Errichtung der Schlossanlage. Mitte des 13. Jahrhunderts bemühte sich der Graf Ludwig von Frohburg, aus dem Schloss und den dazu gehörigen Ländereien zu verkaufen und anschliessend als Lehen wieder zugestanden zu bekommen. Dieses Vorgehen war seinerzeit durchaus üblich, um einen mächtigeren Schutzherren zu gewinnen und dennoch nicht vollends auf die eigenen Machtquellen zu verzichten. Ein erster Anlauf bei den Habsburgern scheiterte, einmal mehr sollte es der Bischof von Basel sein, der die Güter der Frohburger 1265 aufkaufte und ihnen diese im Anschluss als Lehen verlieh. Mit dem Tod von Graf Johans von Frohburg zog der Bischof das Lehen wieder ein und verwandelte Waldenburg, sowie einige zusätzliche Ortschaften mitsamt ihrer Güter in ein Amt, welches von einem bischöflichen Voigt auf dem Schloss Waldenburg verwaltet wurde.
Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Schloss- und Burganlagen, sowie vieler Ortschaften in jener Region, wurde weder dieses Schloss, noch die Ortschaft Waldenburg bei dem grossen Erdbeben von Basel im Jahr 1365 stärker beschädigt. Im laufe der folgenden Jahrhunderte wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer bis es schliesslich inklusive des einstmals vom Basler Bischof eingeführten Amtes in den Besitz der Stadt Basel gelangte. Der von der Stadt Basel eingesetzte Voigt (= Verwalter) musste aber erst grosse Teile der Anlage sanieren, der vorherige Besitzer, der Bischof von Basel, hatte sich wohl wenig bis gar nicht um den Erhalt des Schlosses gekümmert. Im Rahmen der Ausweitungspolitik der Solothurner wurde 1444 versucht, die Anlage durch einen Überfall in den eigenen Besitz zu bringen, was aber nicht gelang. Im Laufe der Helvetischen Revolution von 1798 wurde dann das Schloss angezündet und im Anschluss sich selbst überlassen. Es sollte fast 170 Jahre dauern, bis schliesslich von 1929 bis 1931 Ausgrabungs- und Sanierungsarbeiten unternommen wurden, die aber mehr dem grundlegenden Erhalt der Anlage dienten, als der archäologischen Auswertung und Bewahrung. Letztmalig wurden 2002 Sanierungsarbeiten unternommen, um unsachgemässe Reparaturen aus vorangegangenen Jahren zu beseitigen. Im Gegensatz zu einigen Anlagen vergleichbarer Art im Kanton Basel Landschaft scheint es hier keinen Verein oder eine Stiftung zu geben, die sich um den zukünftigen Erhalt der Schlossruine kümmert, derart kostspielige Unternehmungen werden wohl weitestgehend vom Bund und wohl auch – soweit überhaupt möglich – von der Gemeinde Waldenburg finanziert, ansonsten wird innerhalb der Anlage selbst um Spenden geworben.
Man kann die Anlage nur von Waldenburg aus zu Fuss erreichen, die Ortschaft Waldenburg selbst lässt sich natürlich mit dem eigenen Fahrzeug, aber auch sehr gut von von der Hauptstadt des Kantons Basel Landschaft mit Namen Liestal aus mit der Tram-Line 19 der BLT (Basel Land Transport) erreichen, unterhalb der Ruine steht in der Nähe der Zivilschutzanlage von Waldenburg ein kleiner Parkplatz zur Verfügung. Der Weg zur Ruine ist nicht ganz banal, gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind zwingend vorausgesetzt, ein gewisses Mass an Ausdauer kann nicht schaden, denn obwohl die beiden möglichen Wege von Waldenburg aus zur Ruine nicht sonderlich lang sind, so sind sie recht steil, schmal und teilweise auch recht unwegsam. In der Anlage selbst gibt es einige Möglichkeiten zum Verweilen und natürlich auch zum Grillieren, einige der Plätze bieten eine schöne Aussicht auf die drei Jura-Ketten der Region. Apropos „Aussicht“: Die schönste Aussicht hat man natürlich vom Turm aus, allerdings ist nicht nur die Holztreppenkonstruktion ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, sondern insbesondere die Steintreppe im oberen Drittel des Turmes. Abgesehen davon, dass der gesamte Innenraum des Turmes nicht beleuchtet ist, so ist dieser Steintreppenabschnitt zappenduster, die Stufen zum Teil sehr ausgetreten und vor allem ungleich hoch, ein Handlauf existiert da nicht. Aber damit nicht genug! Dieses „Treppenhaus“ ist extrem schmal! Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich sonderlich breite Schultern hätte, schon gar nicht „Bodybuilder“-Schultern. Aber selbst ich musste mich ein klein wenig beim Ablaufen der Treppe verdrehen, um nicht im Bereich meiner Schulter zwischen den Wänden stecken zu bleiben. Da ist nix mit Ausweichen, dünn machen, Kehrtwende oder dergleichen. Da passt nur ein Mensch durch und je weniger beleibt jener ist, umso vorteilhafter gestaltet sich der Aufstieg in diesem Abschnitt. Aber wie so oft lohnt sich der Aufstieg – auch wenn von hier oben aus ausnahmsweise (und für meine Begriffswelt erfreulicher Weise) mal nichts „spektakuläres“ am Horizont zu sehen ist, noch nicht einmal die Roche-Türme von Basel. Sondern „nur“ die schöne und inzwischen mir sehr lieb gewordene Landschaft des Schweizer Juras.
