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„Wilde Wasser, steiler Fels“ – Das ist der „Slogan“ des Nationalparks Gesäuse und wenn es einen Ort gibt, an welchem man diesen Slogan besonders gut sozusagen „in der Realität“ begutachten kann, dann ist das die Wasserlochklamm bei Palfau. Dieses Wunderwerk der Natur sollte man sich meiner Meinung nach auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man in diesem Nationalpark unterwegs ist (ein paar Video-Eindrücke von jener Wanderung finden Sie hier).
Es ist keine vollends banale Angelegenheit, zum Highlight der Wasserlochklamm zu gelangen: Das Loch, aus welchem das Wasser aus dem Berg schiesst, selbst. Zunächst einmal ist der Zugang zu dem Weg, der zu jenem Loch führt, nicht kostenlos. 10 Euro pro erwachsene Person werden verlangt und die werden in den Unterhalt des Zustieges zum Loch auf 821 Metern über dem Meeresspiegel benötigt. Der grösste Teil des Weges besteht aus Holzstegen und -treppen (842 an der Zahl), ansonsten Trampelpfaden auf zum Teil sehr scharfkantigem, abschittsweise mit Stahlseilen als Haltevorrichtung zusätzlich ausgestattetem Gestein. Auf einer Strecke von gerade einmal 1,6 Kilometern werden satte 325 Höhenmeter überwunden oder mit anderen Worten: Es geht rassig bergauf (und natürlich auch wieder rassig bergab)! Deshalb: Trittsicherheit und absolut rutschfestes Schuhwerk sind zwingend erforderlich, eine gewisse Schwindelfreiheit kann auch nicht schaden. Unnötig anzumerken, dass der Betreiber jegliche Haftung ablehnt. Trotz Eintrittsgeld. Warum das?
Nicht ohne Grund sperrt der Betreiber der Klamm (für die Leser aus der Schweiz: In etwa gleichbedeutend mit „Tobel“ oder „Klus“) zuweilen aufgrund schlechten Wetters den Zugang sehr kurzfristig, es kann also durchaus vorkommen, dass Sie unerwartet vor verschlossenen Türen stehen. Das Wasserloch ist ein geologisches Mysterium. Im Grunde handelt es sich „nur“ um eine so genannete Karstquelle. Das Wasserloch wird aber auch als Riesenkarstquelle bezeichnet! Karstquellen sind eine Art Schwamm, in welchem sich Wasser aus sehr weitläufigen, hoch gelegenen Regionen sammelt, nur dass dieser Schwamm aus Gestein besteht. Irgendwo vor der Stelle, wo das Wasser aus dem Berg schiesst, liegt tief im Gestein dieser Wasserschwamm. Bis zum heutigen Tage vermutet man ein sehr weitläufiges Wassertunnelsystem, gerade einmal 72 Meter davon sind erkundet. Bis hierher ist das noch nicht sonderlich spektakulär, ganz anders sieht das aus, wenn man sich ein paar Zahlen zu Gemüte führt…
Auf 810 Metern beginnt die für den Menschen sichtbare Klamm, die Schlucht, durch die das Wasser bis zum Fluss Salza hinunter donnert. Unter normalen Bedingungen werden 5 bis 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Gestein gepresst. Innerhalb von 15 bis 20 Minuten aber kann diese Wassermenge um das zwanzigfache ansteigen! Wodurch genau dieser unregelmässig und nicht vorherberechenbare Effekt auftritt, ist nicht vollumfänglich gesichert erforscht, man nimmt aber an, dass in einer Tiefe von 72 Metern unter dem Loch im Gestein hinter dem Loch ein Siphon sitzt, in etwa vergleichbar mit dem „Rohr-Ding“, was man unter jedem Lavabo (Waschbecken) montiert findet. Wo auch immer vor jenem Siphon fliessen Wassermengen im Gestein hinzu, die nicht gleichmässig abfliessen, sondern sich so lange zu stauen scheinen, bis sie stossweise abfliessen müssen – und das geht offensichtlich nur durch jenen Siphon, der die Druckwirkung massiv verstärkt. Dieses Spektakel muss sehr eindrücklich sein, immer wieder gehen hierfür Menschen bis hinauf zum Loch in der Hoffnung, jene so genannte „Schüttung“ mitzuerleben. Ungefährlich ist das aber nicht. Immer wieder müssen Teile der bereits erwähnten Holzstege und -stufen ersetzt werden, weil jene „Sturzfluten“ mit an Urgewalt erinnernden Kräften natürlich nicht nur Wasser die Klamm herunter befördern. Allein schon aus diesem Grund ist der Zutritt zur Klamm nicht kostenlos, Reparaturen wollen finanziert sein.
An „normalen“ Tagen ist der Aufstieg zum Loch eine vergleichsweise ruhige Angelegenheit, dennoch bekommt man immer wieder einen sehr guten Eindruck davon, mit welcher unglaublichen Kraft hier das Wasser arbeitet. Schattige und sonnige Abschnitte wechseln sich ab, hier und dort kühlt zusätzlich der Wassernebel der insgesamt fünf sehr eindrucksvollen und fotogenen Wasserfälle, die zwischen 22 und 39 Meter hoch sind, den Wanderer ab. Immer wieder gibt es Orte zum Verweilen, allerdings ist das Ausweichen auf den zum Teil recht schmalen Stegen und Treppen auch nicht ganz banal. Oben angekommen kann man eine wunderbare Aussicht auf das Salzatal geniessen und sich Gedanken darüber machen, ob man den gleichen Weg wieder zurück gehen möchte (so wie wir), oder aber eine alternative Route erleben möchte, die allerdings in Bezug auf die Anforderungen deutlich anspruchsvoller sein soll (was der Grund dafür war, warum wir sie nicht ausprobiert haben). Dort muss man zuweilen auf Stege und Treppen verzichten…
