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Reichenbachfall – Aareschlucht – Meiringen: GPX | PDF
Länge: 10,01 Kilometer
Höhenunterschied: 363 Meter
(?)
Die Aare-Schlucht war mir nicht neu, ich hatte sie bereits vier Jahre zuvor direkt angesteuert. Seinerzeit düste ich mit Eseli in jener Gegend herum, dieses Mal sollte es die Wanderung „Reichenbachfall – Aareschlucht – Meiringen“ in jenem Gebiet sein. Mir macht es absolut nichts aus, ein- und denselben Ort mehrfach aufzusuchen, ich schaue gerne mal ab und an nach, wie sich eine Erinnerungsfotografie in meinem Kopf entwickelt hat und dieses Mal erschien mir die Schlucht in einem ganz anderen Bild, als vor vier Jahren. Damals floss die Aare in jenem eigenartigen türkis-blauen Farbton zwischen den schmalen Felswänden hindurch, jetzt war sie eher milchig-grau. Aber eines nach dem anderen…
Die vergangenen Wochen bescherten der Region um den Brienzer See herum viele Unwetterschäden, die Anreise nach Meiringen, dem Ausgangs- und Endpunkt jener Wanderung war von Umwegen geprägt, die unterbrochene Bahnlinie der „Zentralbahn“ auf der einen Seite des Brienzer Sees wurde durch einen Bus-Ersatzverkehr auf der anderen Seite des Sees ersetzt, in den handelsüblichen Apps für den Nahverkehr wurde man dazu aufgefordert, aufgrund der zu erwartenden hohen Auslastung der Busse auf eine Anreise in jene Region zu verzichten. Wir liessen uns davon nicht sonderlich beeindrucken und tatsächlich bestand die „hohe Auslastung“ jener Ersatzlinie vorwiegend aus vollkommen überdimensionierten Koffern vor allem weiblicher Reisender aus Korea, in „diskret“ schrillen Farben gehalten. Das sind die Begleiterscheinungen des Schweizer Tourismus, mit denen man sich wie auch immer arrangieren muss, will man gewisse Ecken der Schweiz genauer unter die Lupe nehmen. In Meiringen angekommen ging es zu Fuss zur Reichenbachfall-Bahn, eine 1899 eröffnete Standseilbahn, zu jenem Zeitpunkt die dreiundzwanzigste Bahn ihrer Art in der Schweiz. Diese alte, herrlich rumpelige Konstruktion führt für 8 Franken pro erwachsener Person (Abonnements welcher Art auch immer sind NICHT gültig…) von 600 auf 844 Meter über dem Meeresspiegel zum Kopf des Reichenbachfalles, eine insgesamt 300 Meter hohe Wasserfallkaskade. Dieser Wasserfall ist sehr eindrücklich, aber es ist nicht seine Beschaffenheit, die jenen Wasserfall so berühmt gemacht hat. Hier liess der englische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle seine fiktive Heldenfigur „Sherlock Holmes“ im Zweikampf mit dessen Erzfeind „Professor Moriarty“ die Felswände herab stürzen – wobei in jener fiktiven Geschichte lediglich der Erzfeind zu Tode gekommen war, nicht aber jener legendäre Detektiv. Wahrscheinlich hatte Doyle einfach keine Lust mehr, irgendwelche Geschichten mit „Sherlock Holmes“ zu erfinden und wollte ihn im literarischen Sinne einfach sterben lassen. Als die „Fans“ von Sherlock Holmes das nicht hin nehmen wollten, war eben nur der Erzfeind bei jenem Sturz ums Leben gekommen und nicht beide. Sir Arthur Conan Doyle dürfte noch eine Zeit lang an seiner eigenen Kreation gut verdient haben. Die Ortschaft Meiringen profitiert bis zum heutigen Tage von der Schaffenskraft Doyles. Natürlich gibt es hier die „Sherlock Holmes Corner“, den „Sherlock Holmes Pub“, das „Sherlock Holmes Hotel“ und zahlreiche andere Installationen vergleichbarer Art. Es gibt unweit des Bahnhofes von Meiringen sogar eine Gedenkplakette an Sherlock Holmes! Als hätte dieser Detektiv jemals real existiert!
Nach Ablaufen jenes Wanderwegs bin ich mir relativ sicher in der Annahme, was der wahre Grund für das Abstürzen jener beiden fiktiven Figuren gewesen sein dürfte: Unpassendes Schuhwerk. Insbesondere in der Region um den Reichenbachfall herum braucht es rutschsicheres Schuhwerk und vor allem Trittsicherheit, die Gischt jenes Wasserfalles bedeckt alles mit tückischem Wasser, Moose und herab gefallenes Laub verstärken den Effekt. An dieser Stelle auch eine Empfehlung an alle Foto- und Videographen: Ein Reinigungstuch für alle optischen Instrumente (und das beinhaltet auch Handy-Kameras) ist hier oben fast schon obligatorisch, über weite Teile jener Wanderung hinweg ist es nass, tropft und fliesst das Wasser von allen Seiten.
Vom Reichenbachfall aus geht es überwiegend (aber nicht ausschliesslich) bergab in Richtung des Ost-Einganges der gut 1,4 Kilometer langen Schlucht. Hier gibt es zwar keinen Souvenirshop (den es aber am West-Eingang gibt), dafür aber selbstredend Basis-Verpflegung in From des üblichen Ausfluglokals. Der Besuch der Aare-Schlucht ist nicht kostenlos, seinen Preis aber allemal wert. Erneut muss man gewisse „touristische Begleiterscheinungen“ systematisch ignorieren und viel Geduld aufbringen, keine Menschen im fotografischen Bild mit einzufangen. Am Osteingang zur Schlucht liegt auch einer der ungewöhnlichsten Bahnhöfe der Schweiz. Hier hält der Wagen der Zentralbahn nur auf Verlangen, soll bedeuten: Man muss die passende Taste zur Voranmeldung drücken. Irgendwann kommt dann der Zug, in der massiven Felswand öffnet sich dann eine nicht sonderlich einladend anmutende Tür und man steht auf einem sehr schmalen Perron, von welchem aus man in den Wagen der ZB gelangt. Das Ganze wirkte zumindest auf mich irgendwie „geheim“, aber ich erkannte dieses Konstrukt von Bahnhof mit Namen „Aareschlucht Ost“ einmal mehr als ein typisch Schweizerisches Beispiel von meisterhafter Ingenieurskunst. Wenn man nicht die Schlucht durchlaufen will – was ich als Fehler erachte – gelangt man mit dieser Bahn zurück zum Bahnhof von Meiringen, von hier aus geht es via Interlaken Ost oder Spiez wieder in die anderen Regionen dieses so schönen Landes.
Grundsätzlich ist dieser Wanderweg „machbar“, aber man sollte sich gut überlegen, in welcher Richtung man ihn ablaufen will. Die Variante, von Meiringen aus mit der Reichenbachfall-Bahn zum gleichnamigen Wasserfall hinauf zu fahren, erscheint mir als die vernünftigere Wahl. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den hier hinterlegten Weg abzukürzen und andere Abschnitte zu wählen, je nachdem, was Sie sich selbst zutrauen. Am Wegesrand finden sich einige Brunnen, dennoch sollten Sie selbst für ausreichende Eigenressourcen vorab sorgen. Es ist ein nicht ganz banaler, aber sehr schöner Weg, auf dem Sie zumindest unter der Woche nur wenigen anderen Menschen begegnen, die Aare-Schlucht hingegen ist sehr beliebt und dementsprechend stark von Menschen aus allen Ecken der Welt frequentiert. Leichte Wasser abweisende Kleidung kann in der Schlucht nicht schaden, im Bereich des Reichenbachfalles ist sie fast schon obligatorisch. Auf dem Weg wechseln sich bewaldet-schattige und sonnige Abschnitte ab, sorgen Sie auch für einen angemessenen Sonnenschutz. Es empfiehlt sich je nach Jahreszeit sich vorab darüber zu informieren, ob die Reichenbachfall-Bahn in Betrieb und die Aare-Schlucht auch geöffnet ist. Es ist durchaus möglich, dass man hin und wieder die Schlucht nicht vollständig durchlaufen kann, vor vier Jahren war ein Teil des Weges gesperrt und ich musste wieder zum Est-Eingang zurück kehren.
