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- Grottes de Vallorbe
- Aarburg
- Taminaschlucht
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- Botanischer Garten Bern
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- Appenzeller Schaukäserei
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Mit Besuch der vierten von gesamthaft vier Schaukäsereien endet ein kleines Projekt mit Namen „Grand Tour Snack Box“ – mehr dazu hier. Die Appenzeller Schaukäserei liegt im Kanton Appenzell Ausserrhoden, ist mit wenigen Minuten Postbus-Fahrt auf der Linie 180 problemlos vom Hauptbahnhof in Sankt Gallen erreichbar, man fällt fast schon von der Haltestelle in die Käserei, die in dem winzigen, ansonsten wenig sehenswerten Örtchen mit Namen Stein liegt. Auch die Käserei selbst wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Und genau diese Wahrnehmung erstaunte mich, schliesslich ist „Appenzeller“ in zahlreichen Medien sehr präsent! Immer wieder tauchen (nicht nur) in der Schweiz neue Plakate auf, die diesen Käse bewerben, im Fernsehen (nicht nur in der Schweiz) werden obendrauf auch ab und an neue Werbespots gezeigt. Von allen bisher besuchten Käsereien ist die in Appenzell diejenige, die am stärksten auf mediale Präsenz baut und sich offensichtlich intensiv mit „neuen Medien“ befasst. Ich habe keine Ahnung, ob sich das im Endeffekt für diese Käserei lohnt, aber ich muss fest halten, dass das Marketing allein für diesen Käse ausgesprochen gut platziert und sehr zielführend gestaltet ist, hier sind und waren gute Profis am Werk. Nur passt das nicht zu dem Erscheinungsbild der Käserei vor Ort, diese ist – trotz zahlreicher Einflüsse genannter Art – auf eine merkwürdige Art und Weise noch recht bodenständig, fast schon beschaulich geblieben. Hier wird Deutsch verwendet, von anderen offiziellen Landessprachen der Schweiz keine Spur! Noch nicht einmal Englisch (Anmerkung: Man kann sich irgendwie mit Hilfe von QR-Codes durch die Käserei führen lassen, ob diese Führungen in anderen Sprachen hinterlegt sind, entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe das bewusst nicht ausprobiert)! Es fehlt der überdimensionierte Bus-Parkplatz, von „Asien“ im weitesten Sinne ebenso keinerlei Spur. Und trotzdem scheint hier der Laden zu brummen, auch unter der Woche herrscht hier viel Verkehr, offensichtlich (nicht nur) aus der umliegenden Region stammend.
Natürlich gibt es auch hier den obligatorischen Touristen-Nippes, ohne den geht es einfach nicht. Aber im direkten Vergleich zum sonstigen Produktangebot und der grundlegenden Ausrichtung dieser Schaukäserei fällt dieser Nippes nicht im Übermass ins eigene Sichtfeld, die Appenzeller Schaukäserei hat in diesem Punkt einiges mit der Milchmanufaktur Einsiedeln gemeinsam und das scheint sich bezahlt zu machen. Und wenn ich nun einmal mehr über „Geld“ schreibe: Die Preise hier sind zivil und vielfach auch angemessen. Der Eintritt in den „Museumsbereich“ mag mit 12 Franken pro erwachsene Person hoch erscheinen, ist aber meines Erachtens nach ebenso angemessen, man hat auch diesbezüglich viel Umsicht, aber erneut gut platziertes Marketing walten lassen. Seit langer Zeit wirbt Appenzeller mit dem „Geheimnis der Sulz“, der Flüssigkeit, mit welcher die Käse-Laiber gebeizt werden, wodurch sie nun einmal zu dem Appenzeller schlechthin werden. Die Rezeptur jener Sulz ist – angeblich – so geheim, wie der Grundstoff mit Namen „X7“ für Coca-Cola. Zu Beginn der Museumstour bekommt man eine kleine Auswahl an unterschiedlich alten Appenzeller-Versionen, ein kleines Stoffsäckchen und leihweise einen Schlüssel ausgehändigt. Die Käse-Proben kann man wann auch immer konsumieren, das Stoffsäckchen dient dazu, sich selbst eine Mischung aus gesamthaft vier getrockneten Kräutern zusammen zu stellen und aufzubewahren, der Schlüssel aber dient dem Zweck der Aufrechterhaltung jener ausgesprochen wirksamen Marketing-Strategie. Nur mit diesem Schlüssel kann man die zur Verfügung gestellten Informationen zugänglich machen. Genauer: In der begehbaren Dokumentation der Appenzeller Schaukäserei lassen sich viele Informationen nur dadurch abrufen, indem man vorher mit dem Schlüssel Türen öffnet, hinter welchen zahlreiche Informationen zur Käse-Produktion und auch vielen Appenzeller Traditionen verborgen wurden. Hier kommen Kinder voll auf ihre Kosten, einige jener Türen sind in Bodennähe platziert, wo unbeweglichere Menschen nun einmal nicht so einfach hin kommen… Unnötig zu erwähnen, dass sich die durchsichtige Tür, hinter welcher sich – angeblich – ein Fläschchen mit jener geheimnisumwobenen Sulz befindet, die einzige ist, die sich nicht mit jenem Schlüssel öffnen lässt.
Die Appenzeller Schaukäserei ist sehr Kinderfreundlich gestaltet und ich meine, das der Eintrittspreis – obwohl der Informationsgehalt nicht sonderlich hoch ist – allemal gerechtfertigt ist. Hier habe ich meine „Grand Tour Snack Box“ in Empfang genommen und damit das selbst gewählte Projekt, welches ich für mich „Alles Käse!“ getauft habe, abgeschlossen. Man ist mir – trotz recht hohen Besucherandrangs – sehr freundlich begegnet, hat sich um mich bemüht und mir ein bis zwei sehr bescheidene Wünsche erfüllt. Ich hätte mehrere verschiedene „Versionen“ des Appenzellers mitnehmen können, ich entschied mich für eine einzige. Zwar habe ich auch hier nicht allzu viel über Käse-Herstellung gelernt, konnte nicht selber machen (und das mache ich immer noch am liebsten!), ich bin mit einer gewissen Erwartung hierher gekommen und musste – erfreulicher Weise! – meine Voreingenommenheit revidieren. Zwar ist auch die Appenzeller Schaukäserei bis zu einem gewissen Grad nur eine geschönte Version von dem, wovon viele Regionen in der Schweiz bis zum heutigen Tage leben und leben müssen, aber diese Schaukäserei ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass ein guter Käse Dank eines geschickt gemachten Marketings ein guter Käse bleibt. Und Appenzeller ist ein guter Käse, Marketing hin oder her. Muss man aber diese Schaukäserei unbedingt besucht haben, um dieses ominöse Konstrukt „Käse aus der Schweiz“ überhaupt zu verstehen? Sicherlich nicht, nein, dafür gibt es zahlreiche besser geeignete Beispiele. Aber die Appenzeller Schaukäserei ist ein gutes Beispiel dafür, wie Tradition auf Moderne trifft und dennoch nicht unter geht, sondern sich gegenseitig bereichert. Im Gegensatz zu einem Besuch in der Emmentaler Schaukäserei wird man mit einem Besuch hier nichts falsch machen. Aber auch nicht alles in Erfahrung bringen, was Käse-Produktion in diesem Land nun einmal auch bedeutet.
