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Unsere letzte Unternehmung in diesem Jahr führte uns an einen Ort, der schon seit langer Zeit auf meiner persönlichen „To do“-Liste stand: Saint-Ursanne im Kanton Jura. Ursprünglich hatten wir vor, den dort stattfindenden Weihnachtsmarkt aufzusuchen, welcher wohl besonders schön sein soll. Aufgrund verschiedener unvorhersehbarer Entwicklungen aber landeten wir dann doch in Bern. Nach dem heutigen Besuch aber haben wir uns vorgenommen, den Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr dort aufzusuchen, sollte das mit unseren Arbeitszeiten vereinbar sein, so schön waren die Eindrücke, die von jenem Fest noch vor Ort zu sehen waren. Saint-Ursanne ist aber nicht nur wegen des Weihnachtsfestes bekannt. Dieser kleine Ort ist vor allem für den Kanton Jura von besonderer Bedeutung. Am 3. Februar 1977 wurde hier die Verfassung des neu geschaffenen Kantons verabschiedet, welche schliesslich mit der Kantonsgründung am 1. Januar 1979 in Kraft trat. Dabei gehörte dieser so schöne Ort gar nicht immer und durchweg zur Schweiz. Von 1793 bis 1815 lag Saint-Ursanne auf dem Territorium des Nachbarstaates Frankreich, erst mit Ende des Wiener Kongresses am 9. Juni 1815 gelangte Saint-Ursanne in den Verwaltungsbereich des Kantons Bern und somit zur Confoederatio Helvetica. In Bezug auf die Schweizer Staatsgeschichte ist also nicht nur der Kanton Jura an sich, sondern auch viele seiner Gemeinden wie auch Saint-Ursanne von eher jungem „Baudatum“. Rein historisch aber ist Saint-Ursanne eine der ältesten Orte in diesem Land.
Der Überlieferung nach reichen die Wurzeln von Saint-Ursanne bis in das Jahr 612 oder noch ein paar Jahre weniger nach Christus zurück, vollends gesichert ist diese Zeitspanne aber nicht. Erstmalig urkundlich erwähnt wird Saint-Ursanne ganze 230 Jahre später im Jahr 849 nach Christus, als über dem Grab des Namensgebers jenes Ortes ein Kloster errichtet wurde. Um 612 (oder ein paar wenige Jahre früher…) liess sich hier ein aus Irland stammender Eremit in einer Höhle nieder, der später heilig gesprochene Ursicinus, welcher irgendwann um 630 (oder ein paar wenige Jahre früher, vielleicht aber auch später…) nach Christus hier in Saint-Ursanne gestorben ist. Fest steht, dass jener Ursicinus (auch bekannt als „Ursinus“ oder „St. Ursitz“) bereits zu Lebzeiten von besonderer religiös geprägter Bedeutung gewesen sein muss, denn noch vor 675 nach Christus, also in etwa „nur“ 45 Jahre (auf ein paar Jahre mehr oder weniger kommt es jetzt nun wirklich nicht mehr an…) nach seinem Ableben, wurde ihm zu Ehren bei Grandval / Moutier eine Kirche errichtet – und das ist selbst in der katholischen Kirche ein vergleichsweise sehr kurzer Zeitraum, um einem Menschen nach seinem Ableben eine entsprechende Verehrung zukommen zu lassen. Beim grossen Erdbeben von Basel im Jahre 1356 nach Christus wurden auch in Saint-Ursanne viele Gebäude beschädigt oder restlos zerstört – obwohl Basel ganze 40 Kilometer von Saint-Ursanne entfernt liegt! Immer wieder beeindrucken mich solche Zahlen, jenes Erdbeben muss wirklich verheerend gewesen sein! Wie so viele Gemeinden in dieser Region der Schweiz erfuhr auch Saint-Ursanne grundlegende Veränderungen in der christlich-religiös geprägten Gründungsstruktur, weite Teile der Kloster-Besitztümer wurden 1803 in Staatsbesitz umgewandelt, dennoch kann man die Bedeutung dieses Ortes für die christlich-katholische Kirche an allen Ecken und Enden bis zum heutigen Tage entdecken, vor allem in der sehr schönen und recht sehenswerten Stiftskirche, deren erste Bauten bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen, manifestiert sich die Bedeutung jener kleinen mittelalterlichen Stadt für diese Religion. Die Erimitage, den Ort an jenem jener Ursicinus angeblich in einer Höhle oberhalb der Altstadt einst gelebt haben soll, haben wir aber nicht besucht.
Städtchen wie Saint-Ursanne sind mit ein Grund dafür, warum ich die Schweiz so liebe! Im Gegensatz zum umgebenden Rest-Europa, wo viele vergleichbar alte Ortschaften im Ersten und im Zweiten Weltkrieg vollkommen von der Landkarte gefegt oder zumindest schwer beschädigt wurden, sind in der Schweiz viele weitestgehend unbeschadet geblieben. Am Beispiel von Saint-Ursanne kann man gut erkennen, wie eine solche Ortschaft über viele Jahrhunderte gewachsen ist, sich entwickelt hat, wie hier die Menschen gelebt haben – und wie staatspolitische und religiöse Entwicklungen all das sozusagen „beiläufig“ beeinflusst haben. Saint-Ursanne mag klein erscheinen (es braucht in der Tat nur wenige Stunden, um diesen Ort vollständig durchlaufen zu haben), aber es strotzt geradezu vor kirchlicher, staatspolitischer und vor allem architektonischer Geschichte. Und obendrauf ist Saint-Ursanne auch noch sehr schön, alles, was „man“ zum Leben braucht, ist in diesem klein erscheinenden Ort vorhanden. Für ein paar kurze Momente dachten wir beide darüber nach, wie es wohl wäre, hier zusammen alt zu werden, es standen einige Wohnungen zur Miete, als auch ein paar uralte Häuser zum Verkauf. Aber dann gab es da mindestens drei Gründe, es bei jenen träumerisch anmutenden Überlegungen zumindest vorerst zu belassen: 1. Französisch als ortsübliche Sprache. Ich kann mich ab und an noch irgendwie „durchhangeln“, aber diese Sprache will einfach nicht „meins“ werden. 2. Der „Doubs“, der Fluss, an dessen Ufern Saint-Ursanne errichtet wurde. Der kann schon mal sehr hohe Pegelstände erreichen – und ich fühle mich langsam aber sicher als zu alt, um noch altehrwürdige Kellergewölbe leer zu schaufeln oder zu pumpen. 3. (und das ist neben Französisch ein alles andere als zu ignorierender Umstand!) Die Höhe von so manch einer Eingangstür! Ich kann mich nicht mehr daran entsinnen, wie oft ich mir in der Schweiz schon den Kopf angeschlagen habe, so niedrig war manch ein Hauseingang. In Saint-Ursanne würde ich früher oder später einen schützenden Helm brauchen, um dort alt zu werden… Trotz jener Tatsachen aber haben wir uns ein klein Wenig in Saint-Ursanne verliebt – und somit wird es sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir diesem so schönen Ort einen Besuch abgestattet haben werden! Nicht umsonst hat die Weltorganisation für Tourismus der Vereinten Nationen dieser Welt Saint-Ursanne (das nebenbei angemerkt immer noch Bestandteil der „Grand Tour of Switzerland“ war oder noch ist) im vergangenen Jahr 2023 in die Liste der besten Tourismusdörfer dieser Welt (!) aufgenommen.
Besonders gut scheint es dem Tourismus in Saint-Ursanne aber nicht zu gehen, einige Hotels und Restaurants sind offensichtlich seit längerer Zeit geschlossen, einige stehen gar zum Verkauf. Aus was für einem Grund auch immer scheint es bestenfalls Pilger in grösseren Mengen nach Saint-Ursanne zu ziehen, nicht aber viele Tagestouristen, wie wir es an jenem Tag waren. Der Kanton Jura hinkt da den anderen dieser Nation recht hinterher. Dafür lässt sich Saint-Ursanne problemlos mit dem ÖV erreichen. Es steht etwas oberhalb der Ortschaft ein eigener Bahnhof der SBB zur Verfügung, die Anreise von Basel aus dauert in etwa 1 Stunde und 40 Minuten, einige Zugverbindungen fahren aber erst ab oder nur bis Delémont, von wo aus man problemlos auf andere Zugverbindungen umsteigen kann. Wer den Weg vom Bahnhof hinunter nach Saint-Ursanne oder zurück hinauf zum Bahnhof nicht gehen will oder kann, dem steht eine Pendelbus-Verbindung von „Mobiju“ zur Verfügung. Natürlich kann man auch mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, besonders viele Parkplätze aber stehen nicht zur Verfügung. Sollten Sie planen, ein paar Tage in dieser Region zu verbringen, dann empfehle ich Ihnen sehr den Besuch des kleinen Tourismusinformationszentrums in Saint-Ursanne, dort liegen zahlreiche Broschüren aus, die viele schöne Vorschläge für Unternehmungen aller Art in dieser Region für Sie bereit halten.
