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Es fällt mir schwer das, was ich heute aufgesucht und unter die Lupe genommen habe, als „Museum“ zu bezeichnen, trotzdem führt diese Institution diese Klassifizierung und wird auf entsprechenden Seiten und Touristik-Informationsquellen als eben solches geführt: Das „Pantheon“ in Muttenz, unweit des Stadtrandes von Basel gelegen. In einem Punkt entspricht das Pantheon einem Museum im klassischen Sinne. Hier werden Dinge gezeigt, die nicht mehr hergestellt werden. Bei diesen Dingen handelt es sich vorwiegend um Motorkraftfahrzeuge aus vergangenen Zeiten: Oldtimer.
Aus welchem Grund auch immer diese Institution den Namen „Pantheon“ trägt, wer hinter alledem steckt, woher die Exponate kommen und welche Geschichte sie zu erzählen haben – nach alledem habe ich nicht gefragt und mich vorab auch nicht informiert. Und leider sind exakt solche Informationen vor Ort so gut wie nicht vorhanden, was für mich nun einmal die Zuordnung des Pantheon als „Museum“ als zumindest hinterfragenswürdig erscheinen lässt. In diesem Gebäude stehen wahre Ikonen des Fahrzeugbaus und Produktdesigns, Fahrzeuge, die Geschichte geschrieben haben, das Design von vielen Jahren geprägt haben, zum Teil wegweisend für nachfolgende technische Innovationen waren und bis zum heutigen Tage noch sind. Aber nichts von alledem ist dokumentiert, erklärend dargeboten. Nach meinem nicht allzu langen Gang durch diese grosse Halle würde ich das Pantheon nicht als Museum bezeichnen, sondern eher als überdimensionierte Schauvitrine, in der sich wirklich wunderschöne Exemplare von Ingenieurs- und Designkunst zusammen gefunden haben, eine Art von begehbarer Glasmenagerie, nur mit dem kleinen Unterschied, dass der Werkstoff Glas zwar keine unentbehrliche, so aber doch eher nebensächliche Rolle in diesem Segment spielt. Obendrauf unterscheidet sich das Pantheon noch in einem ganz anderen Aspekt von zahlreichen klassischen Museen: Hier werden Dienstleistungen angeboten – und damit meine ich nicht den auch hier vorhandenen Museumsshop. Hier werden Oldtimer nicht nur gezeigt, sondern auch restauriert, wenn möglich sogar wieder fahrfähig gemacht, ja sogar vermietet (wahlweise sogar mit Chauffeur) und zum Verkauf angeboten! Wohlgemerkt: Keine Kopien von Fahrzeugen, die sich einst vollkommen normal auf Europas Strassen bewegten, sondern Originale! „Kleingeld“ sollte man aber schon parat haben. Das Pantheon ist wirklich etwas ungewöhnlich.
Ob Sie es nun glauben mögen oder nicht: Ich bin kein typischer Mann. In meinem ganzen Leben habe ich genau ein einziges Mal ein Fahrzeug mit vier Rädern mein Eigentum nennen dürfen – und dieses Fahrzeug hatte keinen Motor! Dennoch hatte ich von je her einen Sinn für dieses Ding mit Namen „Auto“, „PKW“, „PW“, „Automobil“ – nennen Sie es, wie es Ihnen beliebt. Das mag darin begründet sein, dass die Familie, in die ich einst geboren wurde, immer auf ein motorisiertes Fahrzeug irgendwie angewiesen war, je nach Grösse der Familie auf ein entsprechend zweckmässiges (aber niemals ungebrauchtes neues, sondern fast ausnahmslos gebrauchtes). Soweit ich mich entsinnen kann, sind aufgrund der schieren Notwendigkeit sehr viele und vor allem sehr unterschiedliche Fahrzeuge eine Zeit lang Begleiter unserer jeweiligen familiären Entwicklung gewesen. Ich kann mich nur an die wenigsten mit absoluter Sicherheit erinnern (VW Bus, Baujahr 1968, ein Golf 3, ein Mitsubishi L 300 und schliesslich ein Skoda Fabia, letztere beide sogar die ersten und meines bescheidenen Wissens nach einzigen „echten“ Neuwagen, die in meiner Familie angeschafft wurden). Aber es tauchten immer Mal wieder auch andere Begrifflichkeiten auf: „Citroën Ami 6“ und „Ford Taunus 17m P3„, im Volksmund seinerzeit auch „Badewanne“ genannt. Vielleicht existierten diese Fahrzeuge eine Zeit lang in unserer Familie, vielleicht täuscht mich da meine Erinnerung aber auch, ich war damals noch sehr klein (und trotzdem funktionierte die seinerzeit übliche Prägung auf das Schema „Mann und Auto“ bereits ganz gut). So oder so bin ich mit Motorfahrzeugen aufgewachsen und wenn es neben dem Ding mit Namen „Buch“ etwas gibt, was die Menschheit sehr nachhaltig bewegt hat und noch immer bewegt, dann ist es das Ding mit Namen „Auto“. Oder „PW“. Oder was auch immer.
Beim Wandeln durch das Pantheon, wo ich an diesem Tag die ganz grosse Ehre hatte, vollkommen allein die Exponate geniessen zu dürfen, schossen mir unweigerlich zahlreiche Sequenzen vor allem aus Film und Werbung durch den Kopf, wo einige der hier gezeigten Exponate einst verwendet wurden und die mir in Erinnerung geblieben waren. Grosse Namen sind hier vereint! Jedes dieser Fahrzeuge hätte sicherlich unendlich viel zu erzählen! Ich würde wahnsinnig gerne jenen Erzählungen lauschen! Seien es die Erzählungen eines Fiat 500, der einst von Italien in die Schweiz gefahren wurde (Stichwort „Migration“…), die „Isetta„, die gute alte „Knutschkugel“, die derzeit von Microlino sehr erfolgreich nachgeahmt wird (und dass das einzige motorisierte vierrädrige Fahrzeug wäre, welches ich mir zulegen würde, sollte ich sowas noch in meinem Leben benötigen – ganz ehrlich: Diesen Wurf finde ich ganz gross und schick!) oder der „Messerschmitt Kabinenroller“ (der mittlerweile ganz wie die Isetta von BMW auch wieder neu aufgelegt wurde und regulär gekauft werden kann) – viele dieser so einzigartigen Fahrzeuge sind mir in Erinnerung geblieben, obwohl ich einige von denen noch nie „in echt“ zu sehen bekommen habe. Warum ist das so? Nun, ich möchte das mal so ausdrücken: Alle diese Fahrzeuge, von denen einige hier im Pantheon zu Muttenz gezeigt werden, haben etwas, was ich „Gesicht“ nenne. Schaut man sich diese Dinger mal von vorne an, so haben fast alle etwas wie einen Gesichtsausdruck. Sie alle entstammen einer Zeit, in der „Design“ noch eine ganz andere Bedeutung hatte, als heute. Viele Elemente des Designs längst vergangener Zeiten haben es in die heutige Zeit geschafft, man erkennt auf den ersten Blick, von welchem Hersteller ein Fahrzeug stammt, welches sich heute auf den Strassen bewegt. Für meine Begriffswelt gibt es aber heutzutage kein einziges Fahrzeug, dessen Design es mit einem Jaguar E-Type, einem Kabinenroller, einem „Phantom“ von Rolls Royce oder was auch immer aufnehmen könnte. Aktuelle Fahrzeuge erscheinen mir langweilig, nicht der Nachwelt überlieferungswürdig (mit Ausnahme der Microlino-Variante der der BMW Isetta). Das unterscheidet die Oldtimer von aktuellen Würfen der Automobilindustrie.
Neben einer Dauerausstellung hat das Pantheon natürlich auch Temporärausstellungen, derzeit Fahrzeuge aus den Vereinigten Staaten. Ich mochte amerikanische Fahrzeuge – mit Ausnahme von Indian Motorcycles – noch nie sonderlich gern, trotzdem bin ich mir bewusst, dass derzeit hier in Muttenz Designikonen stehen. Nur eben aus Amerika und nicht Europa. Umso erfreuter war ich, einen echten Urahnen meines treuen Eselis vorzufinden, ein Motorrad von BMW. Mit Beiwagen! Wenn ich die Wahl (und das nötige Kleingeld…) hätte, dann würde ich mir exakt jenes Motorrad mit Beiwagen kaufen! Nur steht jenes Exemplar nicht zum Verkauf und abgesehen davon werde ich meinem Eseli nicht untreu. Auch wenn er mit mir schon seit mittlerweile mehr als einem Jahr keine echte Tour mehr abgerissen hat. Hier stehen so viele Exemplare des E-Type Jaguars herum! So schön ich jenes Fahrzeug auch finde, besitzen wollen würde ich es nicht gerne. Aber einmal, nur ein einziges Mal selbst fahren…. Für genau solche Emotionen ist das Pantheon exakt der richtige Ort. Hier darf „man“ oder „Mann“ (und sicherlich auch sogar manch eine Frau) schwelgen – auch wenn das Angesichts gewisser Realitäten als realitätsfern erscheinen mag. Das Pantheon ist ein Raum der Bewahrung der „good old times“. Und die sind bekannter Massen immer sehr relativ. Weitaus weniger „relativ“ erscheinen zwei Aspekte, mit denen Sie sich als Besucher des Pantheons arrangieren müssen ob Sie nun wollen oder nicht. Durch diese begehbare Schauvitrine zieht ein recht undiskreter Duft aus dem hauseigenen „Restaurant“. Pommes. Cordon Bleu. Wurst mit Zwiebelsauce. Ich denke, das sollte reichen um die „Ambience“, wie man das so schön heute neudeutsch nennt, zu beschreiben, die an einstmals heiss begehrtem und hochwertigem Design vorbei in Ihre Nase zieht. Ansonsten ist die Beleuchtung im Pantheon weit entfernt von dem, was man aus hoch stehenden Museen kennt. Aber man darf fotografieren. Sogar mit Blitz (was ich noch nie gebraucht habe).
