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„C-A-F-F-E-E trink nicht so viel Kaffee, nichts für Kinder ist dieser Türkentrank…“ Stellen Sie sich vor, als ich noch jung war (und das ist mittlerweile weit über 45 Jahre her), war das ein Lied, was noch gesungen wurde und vor allem gesungen werden durfte. Ich bin mir sicher, dass dieser aller Wahrscheinlichkeit nach um 1846 von Carl Gottlieb Hering komponierte Kanon heutzutage in gewissen Kreisen nicht nur verpönt sein dürfte, sondern sogar geächtet. Egal, in diesem Beitrag geht es nicht um den Wandel von Moralvorstellungen durch die Jahrhunderte oder politische Korrektheit in was für einem Kontext auch immer, es geht um Genuss. Genauer: Den ortsunabhängigen Genuss von Kaffee, 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr. Ganz ohne irgend einen Barista-SchiSchi, Automaten-Nachgeschmack von als Kaffee getarntem Kaffee-Ersatz oder sonst irgendeinem Blödsinn, dem man sich eben auch heutzutage aussetzen muss, bevor dieses dankenswerter Weise (!) einst von den Türken in hiesige Gefilde transportierte Getränk geniessen kann. Oder zuweilen auch muss, je nach Ausführung, Anbieter und Preis. Auf so manch einer Unternehmung und vor allem auf recht vielen Rückwegen zuvor getätigter Unternehmungen hatte zumindest ich ein zuweilen recht intensives Verlangen nach einem starken Kaffee, um den Rest eines solchen Tages noch durchhalten zu können. Selbstverständlich habe ich mich im Laufe einiger Jahre immer mal wieder darüber sachkundig gemacht, wie weit fortgeschritten wohl die Entwicklung auf mein höchst subjektives Verlangen hin mittlerweile gelangt sein dürfte. Als ich seinerzeit mit dem Motorrad von Zürich über die Pyrenäen nach Katalonien gefahren bin, hatte ich gemäss meiner Bedürfnisse nach frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffe selbstverständlich das seinerzeit auf das maximal machbare Minimum des „state of Art“ reduzierte System dabei: Einen Campingkocher, eine Kaffee-Handmühle und die Metall-Variante der Bodum-Kanne. Das ist mit Publikation dieses Beitrages jetzt sechs Jahre her. In diesem sehr kurzen Zeitraum, der mir wie eine halbe Ewigkeit erscheint, hat sich vieles getan und bewegt. Inzwischen kann man die Mühle und den Kocher zuhause lassen, heute reduziert sich all das auf eine transportable Gerätschaft, die in etwa gleich gross und schwer ist, wie eine gefüllte Isolierflasche mit einem Fassungsvermögen von einem Liter.
Mittlerweile gibt es offensichtlich transportable Kaffee-Maschinen wie Sand am Meer, die Preisspanne umfasst locker je nach Ausführung und Hersteller 35 bis zu 200 Schweizer Franken und mehr (wobei Maschinen OHNE Heizfunktion problemlos im oberen Preissegment angesiedelt sein können), das hier gezeigte Konstrukt liegt durchschnittlich mit knapp unter hundert Franken im Mittelfeld. Letztlich bleibt es Ihnen überlassen, welchen Verkaufsargumenten Sie sich hingeben, ich habe mich für ein Konstrukt entschieden, was ausnahmslos immer die Typenbezeichnung „KF-JN-02“ trägt, aber unter unendlich vielen Markennamen verkauft wird, sei es „Kesiqi“, „Denokin“, „Ohpa“, „BrewMaster“, „BrewTastic“, „BrewBuddy“ oder was auch immer. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Ding kommt aus China, interessanter Weise taucht weder am Gerät selbst, noch in der Bedienungsanleitung irgendein (!) Hinweis darauf auf, wo dieses Konstrukt hergestellt wurde – sehr wohl aber am Verpackungskarton. Geliefert wurde mir das Teil aus Österreich, beziehen kann man aber alle Ausführungen dieses Konstruktes über so ziemlich jede erdenkliche Asien-Online-Plattform (eine eigene Hersteller-Webseite gibt es aber nicht. Und auch keinerlei Copyright-Anmerkungen…). Derzeit ist dieses Angebot das günstigste von der Schweiz aus erreichbare. Achtung: Haben Sie Porto- und Liefergebühren im Blick!
Dieses Ding kann Kaffee verarbeiten, nicht aber vorverarbeiten. Mit anderen Worten: Egal, welche Sorte von Kaffee Sie auch immer gedenken sollten, zu sich zu nehmen (meinereins liebt französischen Kaffee aus Robusta-Bohnen…): Dieser Kaffee muss in bereits sehr fein gemahlener Form vorliegen! Ob er aber in einer Kapsel oder aber als unverpacktes Pulver daher kommt, ist Maschinen dieser Art vollkommen egal, entsprechende Halterungen werden mitgeliefert. Ungeeignet sind diese neuartigen Press-Kaffee-Kugeln, die gehen nicht, „What else?“-Kapseln oder Grosskapseln aber stellen kein Problem dar, genau so vorab selbst gemahlenes Pulver. Nachfüllbare „What else?“-Kapseln und so genannte „Pads“ scheiden komplett aus. So viel dazu. Ebenso muss man Wasser parat haben. Dieses Ding kann kaltes oder „Raumtemperatur“-warmes Wasser genau so gut durch das Kaffeepulver durchjagen, wie vorab in einem anderen Konstrukt gekochtes (Stichwort: Campingkocher). Dankenswerter Weise wartet dieses Konstrukt aber mit Heizelementen auf, die von Akkus gespeist werden, womit Maschinen dieser Art überhaupt erst ortsunabhängig werden und in vier bis fünf Minuten einen guten Kaffee machen können. Laut Herstellerangaben wird das Wasser auf bis zu 92 Grad Celsius erwärmt (was minim unter der angeblichen Idealtemperatur von 98,2 Grad für Kaffee liegt – Stichwort: „Barista-SchiSchi“), ich habe das nicht nachgemessen, aber mein Kaffee war heiss und nicht nur warm, so heiss, dass man sich daran verbrennen kann! Eine entsprechende Warnung fehlt am Gerät selbst und auch in der Bedienungsanleitung…
Theoretisch lässt sich das benötigte Wasser den ganzen Tag im Gerät selbst transportieren, bevor die Maschine irgendwann zum Einsatz kommen soll. Der Wassertank, der eine Wassermenge für entweder einen grosszügig dimensionierten doppelten (60 ml) oder aber zwei normal proportionierte Tassen Espresso (2 x 30 ml) fasst, hält dicht. Lediglich sehr fein vorgemahlenes Kaffeepulver oder Kapseln, sowie Milch und / oder Zucker müssen extern verstaut werden. Verwendet man frisch vorgekochtes oder Wasser direkt aus der Leitung ohne dieses nochmals im Gerät zu heizen, so reicht die Akku-Kapazität für circa 20 bis 30 Pumpvorgänge. Soll das Wasser im Gerät angeheizt werden, so reicht die Kapazität der Akkus, die sich via normalem USB C Anschluss laden lassen, für vier bis maximal fünf Pumpvorgänge. Hier liegt der einzige offensichtliche Schwachpunkt der Maschine: Die Ladung der Akkus dauert je nach verwendeter Stromquelle mit 3 bis zu 7 Stunden recht lang. Dafür kann Dank der USB C Anbindung dieses Ding im Notfall sogar über PowerBanks, Solarpaneele oder USB-Steckdosen in Bahn, Bus und Tram geladen werden (soweit vorhanden). Nein, für mehrtägige Wandertouren mit minimalem Packgewicht ist das Ding nichts, für alle anderen Unternehmungen aber findet diese Maschine immer irgendwo einen Platz – und sei es in einem entsprechend dimensioniertem Becher- oder Flaschenhalter im eigenen PW. Apropos Halterung: Die Standfläche ist recht klein geraten, die Maschine kann schnell kippen. Es stellt aber kein Problem dar, sie über einen gesamten Brühprozess hinweg in der Hand zu halten, generell ist diese Maschine nahezu vollständig einhändig bedienbar. Etwas Augenmerk sollte auch auf den mit einer farbigen LED beleuchteten Schalter gelegt werden. Zu fest in einen engen Rucksack oder in eine Tasche gestopft könnten sich Pumpvorgänge selbst auslösen. Die Reinigung der Maschine ist nicht ganz banal. Nahe liegender Weise darf das Hauptelement nicht in einer Spülmaschine gereinigt oder im Handspülbecken untergetaucht werden, hier ist gesonderte Handarbeit gefragt. Aus genau diesem Grunde empfehle ich auch, benötigtes Wasser gegebenenfalls in einem zusätzlichen Behältnis zu transportieren, sicher ist sicher.
Und noch ein paar Hinweise: Die Bedienungsanleitung ist ausschliesslich in englischer Sprache gehalten, allerdings ist die Bebilderung allemal ausreichend, um das Gerät fehlerfrei zu bedienen. Anders sieht das bei der Interpretation der unterschiedlichen Farben der LED aus. Je nach Farbe und Leuchtmodus beschreibt diese eine gerade ausgeführte Funktion oder aber einen Fehler. Es kann nicht schaden, eine Art „Übersetzungshilfe“ zu Rate zu ziehen, wenigstens ist diese offensichtlich ebenfalls in China hergestellte Anleitung erstaunlicher Weise frei von Fehlern sprachlicher Art. Selbst gemahlenes Kaffeepulver muss – wie bereits mehrfach angedeutet – maximal fein gemahlen sein. Achten Sie darauf, nicht zu viel Kaffee zu verwenden, der beigelegte Löffel dient nicht nur der Mengenbestimmung, sondern auch dem Zusammenpressen in dem dafür vorgesehenen Schraubelement. Zu viel oder zu lose verwendetes Kaffeepulver kann zu Fehlfunktionen führen. Abschliessend empfehle ich Ihnen, sich Position und Lage der einzelnen Dichtungsringe zu merken. Zuvor heraus gefallene Ringe, die falsch wieder eingesetzt wurden, führen unweigerlich zu Fehlfunktionen. Gehen Sie auch pfleglich mit diesem Dichtungsmaterial um! Meines Wissens nach gibt es keinerlei Bezugsquelle für Ersatzdichtungen! In diesem Punkt hat man es schlimmstenfalls mit einer Wegwerf-Maschine im China-Stil zu tun. So schön auch die USB C Ladefunktion erscheinen mag: Ist die Maschine mit einem passenden Kabel an eine Stromquelle angeschlossen, kann kein Brühvorgang ausgelöst werden! Ohne geladene Akkus geht also nichts, immerhin müssen die nicht vollständig geladen sein, um einen Brühvorgang zu starten. Nach abgeschlossenem Brühvorgang befindet sich immer eine kleine Restmenge Wasser im Tank. Leeren Sie diesen also umgehend nach Gebrauch durch Ausschütteln!
