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Wenn Sie noch nie in Berlin waren, so möchte ich Ihnen als Einstieg eine kleine „Wanderung“ empfehlen. Auf dem knapp 3,4 Kilometer langen Weg können Sie einen ersten Eindruck davon bekommen, was für ein Konstrukt die Hauptstadt Deutschlands ist, wie dicht sehr viele Aspekte jüngerer deutscher Geschichte beieinander liegen, wie gross die Stadt an der Spree ist und was für ein riesiges Spektrum an Geschichte, Kultur und Kunst sie zu bieten hat. Sollten Sie im Besitz einer entsprechenden App für Ihr Tablet oder Smartphone sein oder aber ein dezidiertes GPS-Gerät besitzen, können Sie sich nachfolgend den Weg als GPX-Datei auf Ihr Gerät laden und vor Ort als Orientierungshilfe verwenden:
Auf diesem Weg werden Sie an vielen touristischen „Hot Spots“ vorbei kommen, je nach Jahreszeit und Wetter es also mit sehr (!) vielen Touristen zu tun bekommen. In diesem Zusammenhang ein gut gemeinter Rat: Halten Sie Ihre Taschen gut verschlossen! Insbesondere an Orten, wo sich viele Touristen herum treiben, gibt es auch viele Gelegenheitsdiebe. Diese Empfehlung gilt auch für Haltestellen, U-Bahnhöfe, Fahrzeuge des ÖV und andere Orte in der ganzen Stadt. Auch wenn sich meines Eindruckes nach seit meinem letzten Besuch in Berlin vor in etwa sechs oder sieben Jahren einiges verbessert hat, so sollte man nicht leichtsinnig sein. Halten Sie sich auch jene obskuren Spendensammler vom Hals, die üblicher Weise auch an den Orten auftauchen (und im Zweifelsfalle wieder sehr schnell verschwinden), die ich in einigen Beiträgen näher beschreibe.
Der Weg beginnt am Hauptbahnhof von Berlin, einem architektonischen Glanzstück, welches nach dem Mauerfall in einem einst recht trostlos anmutenden Gebiet von Berlin aus dem Boden gestampft wurde. Nehmen Sie diesen Bahnhof ruhig einmal ausgiebiger in Augenschein, ich denke, dass dieser Bahnhof in seinem Gesamtkonzept sich von vielen anderen auf dieser Welt grundlegend unterscheidet. Ortsunkundige Menschen können sich in diesem Ding schnell mal ein klein wenig verlaufen, daran ändert auch die gute Beschilderung nichts. Besonders schwierig wird die Angelegenheit, wenn Touristen nicht den Unterschied zwischen U-Bahn, S-Bahn, Regionalbahn und Fernbahn kennen und auch sonst nicht wissen, mit welcher Art von Schienenfahrzeug man wie wohin in dieser Stadt kommt. An dieser Stelle möchte ich Ihnen den Erwerb der „Berlin Welcome Card“ und die Apps der BVG empfehlen. Abgesehen davon, dass Sie mit jenem Mehrtagesticket zu so ziemlich jedem interessanten Ort in Berlin gelangen können, sparen Sie bei dem Besuch bestimmter kostenpflichtiger Attraktionen zum Teil sehr viel Geld gegenüber dem regulären Eintrittspreis, abgesehen davon können Sie in diesen Apps jederzeit Tickets aller Art erwerben und sich zum gewählten Ziel führen lassen. Umständliches Hantieren mit Google Maps und anderen Apps vergleichbarer Art entfällt damit weitestgehend. Vom Hauptbahnhof geht es über eine der Brücken über die Spree zum Regierungsviertel: Am Bundeskanzleramt und der Botschaft der Schweiz vorbei zum Bundestag. Heute kann man sich nur schwer vorstellen, dass dieses Areal einst dicht von Gebäuden wie im Stil der Schweizer Botschaft bebaut war. Diese Botschaft, die abgesehen vom Reichstag an diesem Ort eines der ältesten erhaltenen Bauwerke ist, konnte sich gegen Hitlers wahnwitzige Bau-Visionen und vor den Schäden des Bombenkrieges bewahren. Sie mag etwas verloren wirken, wenn man sie zwischen den Neubauten der deutschen Demokratie erblickt, dafür ist sie die einzige Botschaft eines Staates in unmittelbarer Nähe zum Regierungsviertel, alle anderen liegen deutlich weiter entfernt. Ich mag diese Form von „Präsenz“ des Staates, dessen Bürger ich unter anderem auch bin, in jener unmittelbaren Nähe zur Staatsmacht des Landes, in dem ich einst geboren wurde. Wollen Sie mal einen Blick in jene Botschaft werfen? Natürlich können Sie da nicht einfach so hinein marschieren, aber Sie können einen virtuellen Rundgang durch jene Botschaft unternehmen.
Haben Sie die Bauwerke der politischen Macht Deutschlands, die nach dem Mauerfall hier entstanden sind, hinter sich gelassen, gelangen Sie zum Reichstagsgebäude. Bei Bedarf können Sie natürlich der Kuppel des Reichstages einen Besuch abstatten, die „Welcome Card“ der BVG gewährt einen ermässigten Eintritt. Wir haben uns das nicht gegeben. Auch wenn jenes Konstrukt sicherlich eindrücklich ist, so gibt es weitaus interessantere Aussichtspunkte, von denen ich Ihnen einige in anderen Beiträgen beschreiben werde. Am Reichstagsgebäude vorbei geht es zum Areal, auf welchem einst die Mauer zwischen Ost- und West-Berlin verlief. Hier, wo heute zahlreiche Touristen herum stromern und Schiffsrundfahrten (von denen auch wir eine unternommen haben) an den Gebäuden der Demokratie vorbei schippern, werden Sie mit den Folgen des Mauerbaus konfrontiert, den zahlreichen Todesopfern, die dieses Bauwerk im Laufe der Jahre forderte. Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie sich die Beschreibung der Schicksale jener Menschen durch! Sie alle hatten gute Gründe, die DDR zu verlassen. Sie bezahlten Ihre Absichten mit dem eigenen Leben. Der Weg vom Spreebogen am Reichstag vorbei zum Brandenburger Tor weist sehr viele jener weissen Kreuze auf – das sind aber bei Weitem nicht alle Hinweise auf die Menschen, die die Teilung Deutschlands mit ihrem Leben bezahlt haben. Es fällt schwer sich vorzustellen, wie es einst hier aussah, welche Tragödien sich an jener Mauer zugetragen haben. Hat man jenes Symbol der Teilung nicht am eigenen Leibe erfahren, kann man den nötigen Abstand zu alledem wahren. Mir aber fällt es immer irgendwie schwer zu sehen, wie so mach ein Tourist sich in Regionen wie dieser aufführt. Da werden schon mal „Beauty Selfies“ gemacht und affig posiert. Mit jenen weissen Kreuzen als Hintergrund…
Am Brandenburger Tor gibt es immer viele Touristen, daher nochmals die Empfehlung, gut auf die eigenen Taschen zu achten, hier treiben sich auch zuweilen dubios anmutende Erscheinungen herum. Lassen Sie die Atmosphäre jenes Platzes auf sich wirken, schauen Sie die grossen breiten Strassen hinab. Bei Bedarf können Sie sich bereits jetzt mit touristischem Nippes eindecken, allerdings werden Sie hier auch absurd überhöhte Preise für Dinge bezahlen, die Sie an anderen Orten deutlich günstiger erstehen können. Vom Brandenburger Tor, dem touristischen Sinnbild für das ehemalige Preussen und dem deutschen Kaiserreich schlechthin führt der Weg an der Botschaft der Vereinigten Staaten vorbei zum Holocaust Mahnmal. Bitte beachten Sie, dass jenes eindrückliche Mahnmal nicht allein aus jenen Steinblöcken besteht. An der Cora-Berliner-Strasse befindet sich der Eingang zur unterirdischen Gedenkstätte. Am Tage unseres Besuches war jene geschlossen, somit kann ich Ihnen hier keine nähere Beschreibung liefern. Mir ist nicht bekannt, ob man mit der „Berlin Welcome Card“ hier Vergünstigungen welcher Art auch immer erhält, so oder so hier noch der Hinweis, dass Fotografieren und Filmen in der unterirdischen Gedenk- und Dokumentationsstätte nicht erlaubt ist. Gewöhnen Sie sich gegebenenfalls auch daran, dass sich so manch ein Tourist auch hier nicht so aufführt, wie es eigentlich geboten wäre…
Vom Mahnmal für die ermordeten Juden geht es zu jenem Areal, in welchem sich bis Kriegsende 1945 zahlreiche Bunkeranlagen des Dritten Reiches befanden, darunter auch jener im Volksmund so genannte „Führerbunker“. Viel ist hier nicht zusehen, genau genommen weist lediglich eine Informationstafel auf jene Anlagen hin. Der Verein „Berliner Unterwelten„, der einige hoch interessante Führungen durch Anlagen wie diese in Berlin anbietet, sorgt sich um jenes Areal und informiert interessierte Besucher ausführlich, ein Besuch eventuell noch vorhandener Bunkeranlagen ist hier aber nicht möglich. Wir haben uns eine Führung jenes Vereins zu Gemüte geführt, die ich an anderer Stelle eingehender beschreiben werde. Sollten Sie genug Zeit für Ihren Berlin-Besuch mitgebracht haben, so empfehle ich Ihnen sehr, mal eine Führung jenes Vereins mitzumachen, es lohnt sich, auch wenn die „Berlin Welcome Card“ keinerlei Ermässigungen ermöglicht, sowie Filmen und Fotografieren nicht gestattet ist. Vom Areal jener Bunkeranlagen führt der Weg in Richtung Leipziger Platz, der in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz liegt. Wenn Sie diesen und andere Wege in Berlin ablaufen, wenden Sie bitte ab und an Ihren Blick auf den Weg unter Ihren Füssen. Sie werden immer wieder auf die Stolpersteine treffen, die an Menschen erinnern, die während des Dritten Reiches umgebracht wurden. An keinem anderen Ort in Deutschland werden Sie überall im Stadtbild auf derart viele Erinnerungssteine treffen! In Berlin wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt an die 11.000 Stolpersteine verlegt – in der Schweiz wurde erst vor wenigen Jahren damit begonnen, überhaupt welche zu verlegen…
In der Region um den Leipziger und dem Potsdamer Platz herum werden Sie auf einen der Konsumtempel dieser Stadt treffen. Hier in der „Mall of Berlin“ scheinen diese einigermassen zu funktionieren, Ertrag abzuwerfen. An Anderen Stellen in der Stadt stehen viele Läden in vergleichbaren Passagen leer. Wir haben uns hier nicht lange aufgehalten, wir gehören nicht zu den Menschen, für die „Shopping“ welcher Art auch immer ein zentraler Punkt ist, weder im Ausland, noch in unserer Heimat der Schweiz. Dennoch kann es nicht schaden, solche Passagen mal zu durchstromern. Wie gross die Kontraste im Bereich „Konsum“ in Berlin sind, werden Sie bemerken, wenn Sie nach der „Mall of Berlin“ hier am Leipziger Platz mal den „Friedrichstadt Passagen“ einen Besuch abstatten. Vor sechs oder sieben Jahren war dort noch jede Ladenparzelle besetzt. Als wir dieser Tage jene Passage durchliefen, waren so ziemlich alle Geschäfte geschlossen. Ankündigungen für Neubelegungen gab es nicht, die vor Jahren noch frequentierten kleinen Cafés und Restaurationen sind nunmehr menschenleer. Haben Sie diesen Abschnitt durchlaufen, geht es zum Potsdamer Platz mit dem „Sony Center“ mit dem eindrücklichen Dach-Konstrukt und den Resten des „Esplanade“, welches bis zum Mauerfall für viele Jahre das einzige Gebäude an jenem Platz war. Abschluss jenes Weges bildet der Besuch des „Panoramapunkt Berlin„, eine Dachterrasse direkt am Potsdamer Platz, von welcher aus Sie einen ersten Rundumblick über Berlin gewinnen können. Mit der „Welcome Card“ der BVG ist der Zutritt ermässigt. Einmal mehr werden Sie auch hier oben durch Informationstafeln darauf hin gewiesen, was sich hier abspielte und wie sich insbesondere der Potsdamer Platz entwickelte. Mit diesem ersten Gang durch Berlin werden Sie sicherlich einen guten ersten Eindruck davon erhalten haben, wie sehr sich Berlin im Laufe vergleichsweise weniger Jahre verändert und immer wieder – nein, nicht neu erfunden – sondern sich selbst neu definiert hat. Geschichte lässt sich nicht neu erfinden, sehr wohl aber umdeuten. Und das gilt nicht nur für jenes Gebiet, welches Sie auf diesem Weg erkundet haben, sondern für so ziemlich jeden anderen Bereich dieser Stadt.
