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Berlin ist immer noch voll mit Spuren des Zweiten Weltkrieges, nur sind diese für insbesondere jüngere Generationen nicht immer offensichtlich erkennbar. Ein Beispiel für ein unübersehbares Relikt aus der Zeit des Bombenkrieges gegen Berlin und dessen Bewohner sind die Überreste des Flakturms im Humboldthain. Ich wollte bereits vor sehr vielen Jahren, als ich noch in Berlin lebte, einen Blick auf dieses Ungetüm werfen, aber es sollte nicht sein. Somit war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde, als wir nunmehr auf unserer Reise jenem Ding einen Besuch abstatteten.
Mit den ersten Bombenangriffen der Alliierten auf Grossstädte in Deutschland ab August 1940 befahl Hitler den Bau von Abwehranlagen inmitten jener Grossstädte, die gleichzeitig als Fliegerabwehr-Bunker, als auch als Schutzbunker für die Zivilbevölkerung dienen sollten. Ursprünglich waren in Berlin sechs von diesen Monstern geplant, errichtet und auch vollendet wurden derer nur drei, wovon lediglich von einem einzigen Turm noch etwas sichtbar ist: Dem Flakturm Humboldthain. Die anderen Bunkeranlagen wurden mit mehr oder minder grossem Erfolg nach dem Krieg gesprengt oder in mühseliger und langer Arbeit abgetragen, was gegebenenfalls noch übrig blieb, wurde irgendwie in das Stadtbild „integriert“ – wenn man das so nennen kann und möchte. So wurden die Trümmer und Überreste des Zoo-Flakbunkers direkt in die Landschaftsgestaltung des sehr beliebten Zoologischen Gartens auf der ehemaligen West-Berliner Seite der Stadt eingearbeitet. Warum auch immer die Hälfte des Flakturms Humboldthain erhalten blieb, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht konnte er nicht vollends gesprengt werden (zahlreiche Bunkeranlagen in Deutschland hielten zum Teil extremen Sprengversuchen stand) oder aber der Aufwand erschien zu gross.
Diese Anlage hat einen Spitznamen. Im Berliner Volksmund wird der Trümmerberg, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an der einen Seite des ehemaligen Flakturms aufgeschüttet wurde, gerne auch „Mont Klamott“ genannt. Heute ist das, was von jenem Flakturm übrig geblieben ist, in die Gestaltung des Parks Humboldthain integriert, welcher seinerseits als Naherholungsgebiet in der Stadt entsprechend genutzt wird. Man kann kostenlos auf die beiden verbliebenen Türme dieses Turms steigen und eine weitere Aussicht auf die Stadt geniessen, allerdings muss man sich ein klein wenig mit den üblichen urbanen Begleiterscheinungen arrangieren, hier liegen viele Glasscherben herum. Man bekommt schnell einen Eindruck davon, wie monströs jener Turm einst gewesen sein muss. Auf einer Grundfläche von 70 zu 70 Metern rechte sich das Ding 40 Meter in den Himmel. Unglaubliche Mengen an Stahlbeton wurden verbaut. Teile der Aussenwand des Turms wurden als Kletterwand gestaltet. Man mag es glauben oder nicht, aber in Berlin gibt es sogar einen Alpin-Kletterverein, der unter anderem an jener Wand trainiert. In den Bunker hinein aber kann man heute nur über den Verein „Berliner Unterwelten„, den ich Ihnen in einem anderen Beitrag näher bringen werde. Wenn Sie einen Eindruck davon gewinnen möchten, was sich in Berlin zu Zeiten des Bombenkrieges zutrug, dann ist das, was vom Flakturm übrig geblieben ist, ein guter Einstieg, der sich gut mit den Fahrzeugen des ÖV in Berlin jederzeit gut erreichen lässt. Wem das alles zu viel wird, kann sich in einem kleinen, aber sehr schönen Rosengarten am Fuss der Bunkeranlage wieder fangen und die schöneren Seiten dieser Stadt geniessen, ansonsten bleibt immer noch die Parkanlage Humboldthain als möglicher Ort für eine kleine Zeit der Ruhe und Erholung. Der Turm ist mittlerweile sogar Wohnort von Fledermäusen, entsprechend werden diese nachtaktiven Jäger behütet und geschützt. Sicherlich kann man sie an wärmeren Tagen mit Einbruch der Dämmerung irgendwo am Turm in den Abendhimmel aufsteigen sehen…
