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Obwohl die Gedenkstätte Berliner Mauer bereits seit vielen Jahren steht, habe ich sie zum ersten Mal erst dieser Tage bei unserem Besuch in Augenschein genommen. Obwohl mich die Thematik immer noch sehr interessiert, zog es mich zuvor nicht hierhin, ich hatte und habe immer noch etwas Mühe mit der Art, wie Deutschland zuweilen an die eigene Geschichte heran geht und diese in manchmal stark angepasster Form präsentiert, die ansonsten sehr sehenswerte Gedenkstätte bildet in gewisser Hinsicht da keine Ausnahme. Auf den Punkt gebracht handelt es sich bei dem Konstrukt Gedenkstätte Berliner Mauer um eine Mischung aus Informations- und Dokumentationszentrum, Rekonstruktion eines Abschnittes der Mauer, Kunstobjekt, Gedenkstätte als auch Naherholungsgebiet. Um das klar zu stellen: Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein konserviertes Stück innerstädtischen Grenzgebietes zwischen die einstigen Machtblöcken! Was hier zu sehen ist, besteht zu grossen Teilen aus Gegenständen und Objekten, die einst in solchen Grenzstreifen Verwendung fanden, somit Originale sind und in ihrer Gesamtheit und Kombination mit später erstellten Objekten und Konstrukten den ehemaligen Grenzverlauf und vor allem dessen absurd anmutenden Dimensionen veranschaulichen, nicht aber die einstmals hier herrschende Brutalität als mahnende und abschreckende Erinnerung bewahrt. Immerhin verläuft der rekonstruierte und stellenweise durch Metallstangen angedeutete Verlauf der Grenzlinie entlang der Grenzanlagen, wie sie hier von 1961 bis 1989 die Stadt Berlin in zwei Hälften teilte. Das vergleichsweise kurze Teilstück, welches nicht zugänglich ist und nur vom nahe gelegenen Dokumentationszentrum eingesehen werden kann, stellt zwar eine originalgetreue Rekonstruktion dar (auch wenn Teile aus anderen Abschnitten der Berliner Mauer stammten), es scheint aber weitestgehend sich selbst überlassen zu werden und nach und nach zu zerfallen. Es ist aus was für Gründen auch immer von vornherein nicht als begehbares Stück konzipiert worden, mit dem man die Funktionsweise gewisser Anlagen als unwissender Tourist besser verstehen könnte. Genau das hätte ich aber für den besseren Weg gehalten, interessierte Besucher werden eher schonend mit der Thematik konfrontiert. Eben jene schonende Herangehensweise hat nicht immer nur positive Nebenwirkungen, wie auch wir bei unseren Besuch leider fest stellen mussten.
Sollte man jener Anlage einen Besuch abstatten? Ich denke ja, an kaum einen anderen Ort in und um Berlin herum sonst kann man wenigstens einen kleinen Eindruck davon gewinnen, mit welchen Mitteln und Methoden die Staatsführung der DDR einst den „antifaschistischen Schutzwall“, der letzten Endes nichts anderes als eine Gefängnismauer für die Bürger des eigenen Staates war, nicht nur errichtete, sondern auch im Laufe der Jahre auch zunehmend veränderte – alles nur mit dem Hintergrund, Staatsflüchtlinge im Bedarfsfall (…und eben nicht im Notfall!) möglichst effektiv an ihrer Flucht nach West Berlin zu hindern, in den allermeisten Fällen unter Anwendung der Schusswaffe mit Todesfolge. Hier an der Bernauer Strasse trieb es die DDR auf die Spitze. Hier wurde nicht nur die Versöhnungskirche gesprengt, um den Grenzstreifen besser kontrollierbar zu machen, hier wurde auch ein grosser Teil des Sophienfriedhofes eingeebnet. Man steht also nicht nur auf dem Stück Land, auf welchem einige Menschen erschossen wurden, sondern auch einem Stück Land, auf dem. sich einst Grabstätten befanden. Der Rest des Friedhofes konnte lange Zeit nach dem Mauerbau nur mit einer Sondergenehmigung für Angehörige betreten werden, Bürger West Berlins, deren Angehörige ebenfalls hier beerdigt worden waren, wurde der Zutritt lange Zeit verwehrt, in jedem Falle wurde aber jeder Friedhofsbesucher schärfstens kontrolliert und überwacht.
In diesem Gebiet wurden auch drei Fluchttunnel gegraben. Versuchen Sie einmal sich vorzustellen, welchen Aufwand die Fluchthelfer aus dem Westen auf sich nahmen, um ausgerechnet hier Menschen aus Ost Berlin und der DDR heraus zu holen und welchen Gefahren sich diese Helfer seinerzeit aussetzten! Bei Sonnenschein und einer vergleichsweise „ruhigen“ Gestaltung der Anlage bracht es da schon sehr viel Vorstellungsvermögen und wohl auch einiges Wissen aus anderen Informationsquellen wie zum Beispiel Dokumentationsfilmen zu jenen Tunneln, als auch Spielfilmen. An der Stelle, wo einst die Versöhnungskirche stand, wurde die „Kapelle der Versöhnung“ errichtet, Bildmaterial zu deren Sprengung ist im Dokumentationszentrum aufgehängt. Die spezielle Architektur, Gestaltung, Materialauswahl und letztlich auch Farbgebung soll bewusst ausgleichend, meinetwegen auch versöhnend wirken. So ganz will sich ein Gedanke dieser Art bei mir nicht einstellen, so schön ich jenes Bauwerk auch fand. Ich war zwar einst im Westteil von der Mauer der DDR umgeben und somit auch bis zu einem gewissen Grad eingeschlossen, aber ich war nicht einmal ansatzweise so von der Mauer betroffen, wie die Einwohner Berlins auf der anderen Seite im Osten. Ich habe nichts erfahren oder verloren, was eine Versöhnung wünschenswert machen würde, ich bin in jenes absurde Konstrukt hinein geboren worden. Nach 1989 geborene Generationen haben nicht einmal das erlebt. So gut ich den Ansatz jener Kapelle nachvollziehen kann, so wenig fügt er sich meines Erachtens schlüssig in das Gesamtkonzept jener Anlage ein, gleiches gilt für den Stein, auf welchem die zehn Gebote eingemeisselt sind. So sehr ich den Bezug zu einer tröstenden Religion bei Menschen, die einer solchen anhängen, nachvollziehen kann, so wenig kann ein solcher Stein mit christlich-religiösem Text entschärfen, was sich hier einst abspielte. Auf beiden Seiten der Mauer stiess hier die Religion an eine unüberwindbare Grenze.
Bedauerlicher Weise geht nicht jeder Besucher jener Gedenkstätte auch angemessen mit der Thematik und der Anlage selbst um. Zugegeben, sonderlich offensichtlich, unmissverständlich und vor allem unübersehbar sind die Nutzungsordnungen nicht im Gelände platziert. Dennoch sollte es meinem Verständnis nach eigentlich naheliegend und selbstverständlich sein, dass man den eigenen Hund nicht frei herum laufen, kacken und pissen lässt. Diese Anlage ist kein Hundeauslaufgebiet, was aber so manch einen Hundehalter absolut nicht zu interessieren scheint. Hier machen sogar entsprechend aufgedröselte „Damen“ aus Süd-Korea, also einem Land, dessen Bürger sich absurder und brutaler Grenzteilungen eigentlich bewusst sein sollten, sogar „Beauty-Fotos“ mit der Mauer als Hintergrund, während ihre Füsse auf dem Boden eines von der DDR eingeebneten Friedhofes stehen…
