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Genau genommen müsste dieser Beitrag „Zitadelle Spandau“ überschrieben sein, schliesslich ist das die offizielle Bezeichnung für eine markante Wehranlage am westlichen Stadtrand von Berlin. Die Begrifflichkeit „Spandau“ steht als Name für einen Stadtteil von Berlin, so wie Steglitz, Prenzlauer Berg, Lichterfelde, Pankow und zahlreiche andere. Meines Wissens nach gibt es auf dem Stadtgebiet von Berlin aber nur diese eine Zitadelle, warum dezidiert da trotzdem noch fast schon verstärkend oder doch vielleicht abgrenzend das „Spandau“ angehängt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Oft bin ich in meinen Jugendjahren nicht hier gewesen, was einerseits daran lag, dass man Spandau nicht mal eben so schnell erreichen konnte und dieser Stadtteil andererseits damals nicht viel zu bieten hatte, was einen Menschen in seinen jungen Jahren wie mich, der doch in mancherlei Hinsicht nicht ganz durchschnittliche Interessen hatte, dort hingezogen hätte. Bei unserem Berlin-Besuch aber entdeckte ich diesen Stadtteil neu, bereute ein klein wenig, dass ich mich nicht schon damals etwas intensiver mit ihm befasst hatte.
Der Bezirk Spandau unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom üblichen, meinetwegen auch vermeintlich „typischen“ Rest von Berlin. Viele Berliner sind der Auffassung, dass der Stadtteil Spandau eigentlich gar nicht Berlin ist (im Sinne von „zu Berlin gehörig“), sondern irgendwas anderes. Solche Sichtweisen scheinen normal zu sein, so meinen zum Beispiel viele Schweizer, dass die Stadt Basel eigentlich gar nicht „Schweiz“ sei. Tatsächlich sind mir aber auch einige Basler begegnet, die der festen Überzeugung sind, dass Basler anders „ticken“, als alle anderen Schweizer. Man muss das nicht verstehen, worin genau sich solche Abgrenzungen manifestieren, kann ohnehin oft nicht nachvollziehbar erklärt werden. Vielleicht liegt das in Bezug auf Spandau mit seiner Zitadelle an der Tatsache, dass diese einst eigenständige Stadt erst 1920, also vergleichsweise spät, in das Stadtgebiet von von Berlin eingemeindet wurde. Aber auch generell weist dieser Stadtteil ein zum Teil grundlegend anderes Erscheinungsbild auf, als viele andere Bezirke der Stadt Berlin. Obwohl Spandau über sehr viele Jahre hinweg bis einschliesslich dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine stark militärisch geprägte Stadt war, wurde es in eben jenem Krieg weitaus weniger stark von Bomben beschädigt, als andere Berliner Stadtteile. Erfreulicher Weise ist aufgrund dieser Tatsache viel von dem alten Ortskern Spandaus erhalten geblieben. Statten Sie diesem Teil ruhig einen Besuch ab! Sie werden schnell selbst bemerken, dass es hier anders aussieht, als in den sonst bekannten Ecken von Berlin. Spandau hat einen ganz eigenen, weitaus ruhigeren und schönen Charakter!
Die Zitadelle ist eine Wehranlage, wie sie in ganz Europa in mehr oder weniger ähnlicher Form in zahlreichen Städten Europas einst im Zeitraum der Hochrenaissance erbaut wurden. So ähnelt sie in ihrem grundlegenden Konzept zum Beispiel dem „Bauschänzli“ oder dem alten botanischen Garten in Zürich, der auf einem Teil einer solchen Anlage errichtet wurde. Erstmals erwähnt wird diese Anlage 1197, ihre derzeitige Erscheinungsform erhielt sie vorwiegend in dem Zeitraum von 1559 bis 1594. 1813 wurde sie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon schwer beschädigt, danach diente sie von 1874 bis 1919 als Lagerstätte für den „Reichskriegsschatz“, den Reparationszahlungen Frankreichs an das Deutsche Reich nach der Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges von 1871. Auf heutige Verhältnisse umgerechnet lagerten hier einst stolze 4,1 Milliarden (!) Euro. Während des Zweiten Weltkrieges waren in der Zitadelle Labore zur Entwicklung und Produktion von Giftgas-Kampfstoffen untergebracht, die erfreulicher Weise nicht in jenem unsäglichen Krieg zum Einsatz kamen. Es ist wohl der langen militärischen, vorwiegend preussisch geprägten Tradition Spandaus geschuldet, dass unweit der Zitadelle noch andere Rüstungsbetriebe angesiedelt waren, welche im Gegensatz zur Altstadt weitaus stärker bombardiert wurden. Hier wurden unter anderem sehr viele Laufketten für Panzerkampffahrzeuge durch die Firma „Alkett“ gefertigt, aber auch „Siemens & Halske“ produzierte hier kräftig für den Krieg, wie so oft auch mit Zwangsarbeitern. Besuchen Sie unbedingt das in die Zitadelle integrierte Museum, dort erfahren Sie sehr viele Dinge, die nicht unbedingt in jedem Touristenführer aufgelistet sind. Der ohnehin nicht übermässig hohe Preis für den Besuch der Anlage können Sie durch den Erwerb der „Berlin Welcome Card“ der BVG nochmals leicht senken. Und steigen Sie auch unbedingt auf den markanten „Juliusturm“, von hier oben aus haben Sie einen nochmals ganz anderen Ausblick auf Berlin und sein Umland.
