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Der Flughafen Tempelhof, auch bekannt als „Tempelhofer Feld“ und „Zentralflughafen“ ist neben dem Olympiastadion eines der wenigen noch verbliebenen und nahezu vollständig erhaltenen Gebäude aus der Zeit des Dritten Reiches. Von 1936 bis 1941 auf dem Areal eines ehemaligen Exerzierplatzes erbaut ist der Flughafen grösser als der Central Park in New York, ein Abschnitt gilt mit 1,2 Kilometern als das längste Haus von Europa – der Flughafen ist in vielerlei Hinsicht Ausdruck der Weltmachtbestrebungen Deutschlands jener Zeit. Jedoch stand er nur vergleichsweise kurz der zivilen Luftfahrt zur Verfügung, schon kurz nach Ausbruch des Krieges wurde er in eine Flugzeug-Werkstatt und in einen Fliegerhorst umgewandelt. Wurden bereits zum Bau der Anlagen Zwangsarbeiter eingesetzt, so mussten diese nunmehr beim Flugzeugbau und der Reparatur unter menschenunwürdigen und oft tödlichen Bedingungen arbeiten. An sie erinnern Wandplaketten, an die, die den Flughafen einst erbauten, ein Mahnmal am Columbiadamm, wo einst das Konzentrationslager stand, in welchem sie untergebracht waren. Nach dem Weltkrieg benutzten die US Streitkräfte den Flughafen, vom 24.6.1948 bis zum 12.5.1949 landeten hier die Transportflugzeuge der „Berliner Luftbrücke„. Ab 1950 durften Teile des Flughafens wieder für die Zivilluftfahrt verwendet werden, allerdings war es Flugunternehmen aus Deutschland, wie zum Beispiel der „Lufthansa“ und anderen untersagt, dort zu landen. Die immer weiter steigenden Fluggastzahlen führten zur Verlagerung des Linienverkehrs zum neu gebauten Flughafen Tegel, 1975 schloss der Flughafen seinen Zivilflugbetrieb und die US Streitkräfte nutzen den Flughafen wieder allen. Nach Fall der Mauer wurde erneut ein ziviler Flugverkehr ermöglicht, im letzten Jahr seines Betriebes 2007 wurden am Flughafen Tempelhof 350.000 Passagiere abgefertigt. Seitdem ist die Anlage im Herzen von Berlin ungenutzt, ein zukünftiger Flugbetrieb wird aber nie mehr stattfinden.
Derzeit sorgt sich eine Art Erhaltungsunternehmen um die Gebäudes des Flughafens Tempelhof. Man geht von einer Sanierungszeit von mindestens 15, wenn nicht gar 20 oder mehr Jahren aus, bevor die Bauwerke einem bisher noch nicht näher bestimmten Zweck zugeführt werden können. Das wird Unsummen verschlingen, die weder Berlin, noch Deutschland gerade hat und tatsächlich geht es auf dem Gelände fast schon auffällig gemächlich zu, die Gebäude wirken alles andere als belebt und nur ab und an fährt mal irgendein PKW oder Lieferwagen hier herum. Eine kleine Dokumentations- und Informationsstätte steht interessierten Besuchern zur Verfügung, der Zutritt zu dem Hauptgebäude und anderen Bereichen aber ist nur über geführte Touren möglich, die interessantesten Teile also nicht frei für die Öffentlichkeit zugänglich. Am äussersten Ende des westlichen Flügels können Besucher noch zum ehemaligen Tower des Flughafens gelangen und von oben einen Blick auf das Feld werfen, aber das geht auch nur bei gutem Wetter. Regnet es, ist der Holzboden da oben zu rutschig. Dornröschenschlaf? Lost Place? Es ist schwer, den Zustand jenes Flughafens derzeit in eine passende Begrifflichkeit zu packen.
Frei und ungehindert jedoch kann man das ehemalige Flugfeld betreten. Mitten in der Stadt eröffnet sich beim Blick auf den Horizont ein unendlich anmutender Himmel, an keinem anderen Ort in der Stadt kann man derart viel Weite erleben und sehen. Diese Szenerie wirkt unrealistisch, fast schon surreal. Da auch kaum irgendwelcher Stadtlärm zu hören ist, wird diese Wirkung noch verstärkt. Auf dem offenen Feld mit seinen zwei Lande- und Startbahnen scheint man sich durch ein innerstädtisches Paralleluniversum zu bewegen, lediglich ein paar Jogger waren anzutreffen. An anderen Tagen dürften sich hier weitaus mehr Menschen aufhalten, auf kleinen Abschnitten wurden sogar erste Kleingärten angelegt, auf anderen stehen die Container der improvisierten Flüchtlingsunterkünfte von Berlin. Nur noch ganz dunkel konnte ich mich daran erinnern, wie ich als kleiner Junge hier anlässlich des „Deutsch-Amerikanischen-Freundschaftsfestes“ irgendwann in den 70ern den „american way of life“ bewunderte, zwischen Hubschraubern und Panzern Soft Ice schlabberte. Der Flughafen ist ein Sinnbild für die eigenartige und sehr wechselhafte Geschichte Berlins, dem man einen Besuch abstatten sollte, bevor es vielleicht eines Tages vollkommen zerfallen ist oder aber durch dringend benötigten Wohnraum ersetzt wurde.
