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Wer während dieser derzeit herrschenden heissen Tage eine Abkühlung sucht, denkt vorrangig an irgendwelche Formen und Gelegenheiten des Badens in einem See, einem Fluss oder einer entsprechenden Anstalt, dabei sind es gerade die Höhlen der Schweiz, die nicht nur jene Abkühlung, sondern auch einen faszinierenden Einblick in die Entstehung der Erde bieten. Die Grottes de Réclère in der äussersten nordwestlichen Ecke des Kantons Jura weisen das gesamte Jahr hindurch eine Temperatur von gerade einmal 7 Grad Celsius auf! Ohne eine entsprechend wärmende Kleidung sollte man jetzt selbst bei den sonst üblichen 30 bis 36 Grad Celsius an der Erdoberfläche in diesem Land nicht hier hinein gehen. Auf etwas mehr als 630 Metern über dem Meeresspiegel reicht jene Tropfsteinhöhle bis zu 55 Meter unter die Erdoberfläche, zahlreiche Stalakmiten sind hier im Laufe von tausenden von Jahren empor gewachsen und ob man es nun glauben mag oder nicht: In den Grottes de Réclère steht der grösste Tropfstein der Schweiz – und er wächst immer noch! Ganze 15 Meter ragt dieser wuchtige Stein in die Höhe, sein Alter wird auf 250.000 Jahre geschätzt!
In ihrer Gesamtheit weitet sich jene einst durch Gesteinsauswaschungen und Einstürze entstandene Höhle auf 1,5 Kilometer unter der Erdoberfläche aus und obwohl sie in unmittelbarer Nähe zur Grenze zu Frankreich liegt, erstrecken sich die Grottes de Réclère ausschliesslich auf Schweizer Territorium. Vor ungefähr 155 Millionen Jahren entstand hier in dieser Region die Grundlage von dem, was heute überwiegend als „Karstgestein des Jura“ bezeichnet wird. Im Grunde genommen war dieses Gestein einst der Strand des Urmeeres, Schicht um Schicht lagerte sich Material ab, das Wasser zog sich zurück und so entstanden die Schichtungen, wie man sie an vielen Orten im Schweizer Jura sehen und bewundern kann. Vor 6 Millionen von Jahren wurden eben jene Schichten durch tektonische Einwirkungen aufgeworfen, sozusagen „verbogen“. Daraus entstanden jene markanten Gebirgszüge, die man auf Landkarten in dem Raum zwischen Baden im Kanton Aargau und Genf auf der Landkarte der Schweiz erkennen kann. Während dieser Aufwerfungen vor sechs Millionen von Jahren entstanden auch die Grottes de Réclère. Wenn man diese Grotten durchschreitet, bewegt man sich also genau genommen nicht auf dem einstigen Strand des Urmeeres, sondern man befindet sich mitten in jenem Gestein, der einst den Strand bildete.
Die Grottes de Réclère sind nicht sonderlich gross. Erst 1889 wurde deren Existenz durch die lokale Presse überhaupt bekannt, die ortsansässige Bevölkerung kannte und nutze jene Höhle sehr wahrscheinlich bereits seit sehr viel mehr Jahren – unter anderem und in erster Linie als Müllhalde. „Aus dem Auge, aus dem Sinn“. Ab 1889 wurde sie systematisch erschlossen und zugänglich(er) gemacht, heute sind die Grottes de Réclère aus rein wirtschaftlicher Sicht einer der wenigen wenigstens halbwegs ertragreichen Tourismusmagnete des Kantons Jura. Die umliegenden Ortschaften sind geprägt von Absichten zum Hausverkauf und mittlerweile verfallenden Wohn- und Industriebauten. Die Umgebungsvariablen spiegeln sich in dem doch etwas hinterfragenswürdigen Angebot der Grottes de Réclère. Ohne Führung kommt man nicht in jene Grotten, ein „freies“ Erkunden ist nicht möglich. Gemessen an sonst üblichen Schweizer Verhältnissen ist der Eintrittspreis in Höhe von 11 Franken pro erwachsene Person noch gerade als „angemessen“ zu betrachten. Rein inhaltlich ist der Informationsgrad der Führung nicht sonderlich spektakulär, es fehlen Informationstafeln, die Führung findet vorwiegend in französischer Sprache statt und nur ein Teil der französisch präsentierten Informationen wird auch ins Deutsche übersetzt. Die Hinweise auf die Besonderheiten der Entstehungsgeschichte der Jura-Bergzüge sind bestenfalls als „rudimentär“ einzustufen, es wird nicht in die Tiefe gegangen.
Die Grottes de Réclère haben einige wirklich schöne Motive zu bieten, allerdings ist es sehr schwer, diese auch in ein entsprechendes Licht zu rücken. Ohne Blitz und Kunstlicht darf fotografiert und gefilmt werden, da man sich aber ausnahmslos in einer geführten Gruppe bewegt, muss viel improvisiert werden, es muss schnell gehen. Ich habe keine Ahnung, wie das Geschäftsmodell um die Grottes de Réclère aufgebaut ist, bedauerlicher Weise ist aber überdeutlich zu erkennen, dass die besten Zeiten jenes Areals vorbei sind und jene Phase des Abschwungs vor allem durch sehr viel recht improvisiert anmutendem Verkauf von sinnlosem Zeug geprägt ist. Das nahe dem Eingang gelegene Restaurant mit Hotel-Betrieb entspricht jenem Anschein des Niedergangs. Ich bin kein sonderlich empfindlicher Mensch, aber selbst mir wurde der Geruch von altem Fett hier zu viel. Wer auch immer hier eine Verantwortung trägt, versucht es derzeit mit Übernachtungen in Jurten… Schade, denn die Grottes de Réclère sind an und für sich sehr sehenswert und haben neben dem grössten Stalakmiten der Schweiz noch einige andere Überraschungen zu bieten. Ein „weniger ist mehr“ dürfte jenem Betrieb und jener ansonsten sehr schönen Region hier im Schweizer Jura sicherlich gut tun… Trotz der Tatsache, dass die Grottes de Réclère unmittelbar an der Landesgrenze liegen, kann man sie mit dem ÖV erreichen, genauer: Mit einer Bus-Linie von „MobiJu„, Haltestelle „Réclère, Les Grottes“, ansonsten stehen Parkplätze zur Verfügung (ausschliesslich zur Nutzung durch Gäste der gesamten Anlage reserviert, aber kostenlos).
