- Rheinfall
- Türler See
- Blick über Zürich
- Moléson
- Chasseral, Doubs & Goumois
- Katzensee
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- Niederdörfli
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- Schöllenenschlucht
- Vorweihnachtszeit in Zürich
- Vitznau & Rigi
- Gruyères (Greyerz)
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- Giger Bar Chur
- Wildnispark Langenberg
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- Zeughausareal
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- Kaiserstuhl
- „So wirst du das nie wieder zu sehen bekommen!“
- MFO-Park
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- Gustav Ammann-Park
- Rieter-Park
- Rote Fabrik
- Flughafen Zürich (menschenleer)
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- Staubbachfall & Wengen
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- Arboretum (Rentenwiese)
- Platzspitz
- Friedhof Enzenbühl
- Klingnauer Stausee
- Monte Diggelmann
- Industriequartier
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- Creux du Van
- Naturzentrum Thurauen
- Baumwipfelpfad Neckertal
- Täuferhöhle
- Cresta See
- Felsbachschlucht
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- Zürisee
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- Titlis
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- Laax wellness Hostel 3000
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- Kloster Mariastein
- Liestal (Neujahrskonzert)
- Maison de la Tête de Moine
- Erlebnispfad Binningen
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- Delémont (Delsberg)
- Tongrube Liesberg Andil
- Reinacher Heide
- Grottes de Vallorbe
- Aarburg
- Taminaschlucht
- Roche
- Bubble Home
- Jurassica Jardin Botanique
- Botanischer Garten Bern
- Olten
- Schaukäserei Emmental (oder auch: 133 % Aufschlag)
- Milchmanufaktur Einsiedeln
- La Maison du Gruyère
- Appenzeller Schaukäserei
- Laufen
- Hexenweglein
- Vorweihnachtliches Bern
- Saint-Ursanne
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- Tellerrand Europas (und der Schweiz)
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- Veränderungen und Neuerungen
- Wyss GartenHaus
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- Bally-Park
- Kursgarten Ebenrain
- Basel Tattoo 2025
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- St. Alban-Vorstadt
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- Jardin Botanique Neuchâtel
- Murten
- Viamala-Schlucht
- Roffla-Schlucht
- Blausee
- Zoo
- Aarau
- Sarasinpark
- Wasserturm Bruderholz

Es gibt in der Schweiz so viele schöne Orte, die meines Erachtens in keinem Reiseführer fehlen dürften, aber leider nicht erwähnt werden. Andere Orte halten sich seit Jahrzehnten in solchen Reiseführern und sind entsprechend frequentiert, touristisch jenseits aller ertragbaren Grenzen verwertet und ausgeschlachtet. Die Region im Kanton Bern um Thun, Spiez, Interlaken und Kandersteg ist der Touristen-Hotspot dieses Landes schlechthin und bedauerlicher Weise liegt ausgerechnet hier ein See, der für sich allein genommen gerade jetzt in der beginnenden Herbstzeit eine ganz eigene, wunderschöne Ausstrahlung hat, aber durch die Begleiterscheinungen des Tourismus viel von seinem eigenen Charme einbüsst: Der Blausee. Vor in etwa 15.000 Jahren entstanden weist dieser kleine See eine aussergewöhnliche blaue Färbung auf, die je nach Lichtmenge und Einfallwinkel des Lichtes in unzähligen Variationen erscheint. Selbst bei eher verhangenem Wetter erscheint dieser See fast schon mythisch entrückt. Er ähnelt diesbezüglich sehr dem Cresta See im Kanton Graubünden und wirkt dennoch ganz anders, die hohen, sehr steil abfallenden Berge des umgebenden Kandertals verleihen jenem See eine eine ganz andere Gesamtwirkung. Aber noch in einem weiteren Punkt unterscheiden sich diese beiden Seen. Den Cresta See kann man einfach so besuchen. Um den Blausee betrachten zu können, muss Eintritt gezahlt werden. Stolze 11 Franken pro erwachsene Person werden dafür verlangt. Ist das gerechtfertigt?
Der Blausee ist in Privatbesitz, insofern darf man ja schon froh sein, überhaupt in seine Nähe gelangen zu dürfen. Er ist zentraler Bestandteil eines gleichnamigen Hotellerie-Betriebes, der gleichzeitig eine Bio-Forellenzucht betreibt. Eben jene Forellen sind seit einiger Zeit Bestandteil eines sich über Jahre hinweg ziehenden Rechtsstreites. Aus bisher nicht näher bekannten Gründen verendeten im Jahr 2018 15.000 dieser Fische. Das Hotellerie-Unternehmen ortete die vermeintliche Ursache in einem ungefähr 1,5 Kilometer entferntem Steinbruch, in welchem das Bahn-Unternehmen BLS zum Teil giftigen Abraum und Schutt aus Tunnelbohrungen und Gleisarbeiten mehr oder minder legal entsorgte. Erst vor wenigen Tagen wurde der Chef des Hotels Blausee verurteilt, weil dieser illegal Kameras in jenem Steinbruch montierte und Lastwagen-Fahrer bedrohte. Manchmal ist die Schweiz dem Wilden Westen gar nicht so unähnlich. Apropos „Wilder Westen“: 1947 explodierte gar nicht so viel weiter entfernt als jener Steinbruch ein Munitionslager der Schweizer Armee. Ein riesiges Stück Berg wurde dabei weg gesprengt, viele Menschen verloren ihr Leben. Munition kann über sehr viele Jahrzehnte hinweg Umweltschäden verursachen und vor allem sehr weit fliegen… Apropos „Leben verloren“: Der Sage nach ertränkte sich in jenem See einst ein junges Mädchen mit blauen Augen, nachdem ihr Geliebter aus was für welchen Gründen auch immer starb (eine Skulptur in jenem See erinnert an diese Sage). Seither hat jener See gemäss der Sage diese blaue Farbe, verursacht durch die (blauen) Tränen jener Dame. Tatsächlich aber absorbieren Mineralien, Sedimente und andere Stoffe in dem Wasser des Blausees die langwelligen roten Bestandteile des natürlichen Sonnenlichtes. Dadurch treten die kurzwelligen blauen Bestandteile in den Vordergrund. Ich liebe Physik!
Ganz ehrlich: Hätten wir vorab gewusst, was uns erwarten würde, hätten wir wahrscheinlich ein anderes Ziel gewählt. Wenn man selbst an einem Montag bei verhangenem Wetter vor Touristen aus aller Welt in grossen Mengen nicht sicher ist, dann ist das keine sonderlich schöne, geschweige denn ruhige Erfahrung, die man vor Ort machen muss. Das Areal um den kleinen Blausee ist touristisch maximal „erschlossen“, es fehlt an nichts (aber einiges von jenem „nichts“ sollte mal dringend aufpoliert werden). Die Preise sind gesalzen! Zürcher Geschnetzeltes zieht mehr als 40 Franken aus dem eigenen Portemonnaie! Nein, wir hatten nicht vor, hier was auch immer zu essen, so, wie es viele Schweizer gerne machen. Ich werfe aber immer aus Prinzip an Orten wie diesen einen Blick auf die Speisekarte. Stänkerische Neugier. Bereits nach kurzer Zeit erinnerte mich das Konstrukt mit Namen „Blausee“ schwer an eine ganz bestimmte Käserei im Emmental. Bestens für finanzkräftige Touristen geeignet, nicht aber unbedingt für eher normal anmutende Touristen, auch nicht für durchschnittliche Bürger dieses Landes.
Fotografisch diesen See in ein angemessenes Licht zu rücken, ist alles andere als einfach. Selbst ich, der sich doch mit dieser Thematik ein klein wenig auskennt, musste recht herum zirkeln, um nicht allzu viel von jenen Begleiterscheinungen des Tourismus im Bild zu haben. Bezüglich der Frage, ob man jenen See unbedingt gesehen haben muss, sind wir etwas unschlüssig. Für sich allein genommen ist dieser See ein aussergewöhnliches Geschenk der Natur an die Menschheit. Um das aber so geniessen zu können, wie es unseren Vorstellungen entsprechen würde, müssten mindestens 90 Prozent der touristischen Begleiterscheinungen dort entfernt werden. Und er Eintritt sollte kostenlos sein. Aber ja, wir sind kein Massstab und ob man das nun glauben mag oder nicht, so gibt es auf dieser wunderschönen und einzigartigen Kugel mit Namen „Welt“ sehr viele Menschen, die auf sowas stehen und dafür ohne auch nur eine Millisekunde nachzudenken vollkommen überrissene Preise zahlen, während sie Gigabyte-weise dümmliche Selfies und bestenfalls aussageschwache Hochkant-Filme von sich selbst, ihrer Brut und vielleicht noch von dem jeweiligen Brut-Verantwortlichen machen. Wenigstens scheinen die Bio-Forellen beliebt zu sein. Ortsansässige fahren offensichtlich nur hierher, um vergleichsweise kleine Exemplare zu einem halbwegs zivilisierten Preis zu kaufen. Schade um den so schönen See.
