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Im Endeffekt war es nur eine Frage der Zeit, wann ich mir Augusta Raurica, das Freilichtmuseum zur römischen Geschichte von Kaiseraugst, zu Gemüte führen würde. Als Sprössling eines Gymnasiallehrers für Alt-Griechisch, Englisch und Latein liegt es nahe, dass mein Interesse, aber auch mein Wissen über den Einfluss Roms auf die Entwicklung der Regionen nördlich der Alpen vergleichsweise gross ist. Auf zahlreichen Reisen vor allem in Deutschland und Frankreich wies mich mein Vater immer wieder auf zahlreiche Hinterlassenschaften der Römer hin, nicht selten „durfte“ ich diese oder jene Inschrift übersetzen, die in einem Torbogen oder in einer Wandtafel zu finden war. Nun könnte man vermuten, dass mich das als Kind mehr genervt, denn beflügelt hätte, aber weit gefehlt: Bis heute habe ich mir das Auge für diesen Teil europäischer Geschichte bewahrt, das mein Vater mir auf jenen Reisen, aber auch durch Erwerb der fantastischen Kinderbücher vor allem von David Macaulay schärfte. Wenn ich durch bestimmte Ortschaften und Regionen Europas streune, geistert das alte Rom und die Römer immer mal wieder durch meinen Hinterkopf und dafür bin ich bis zum heutigen Tage meinem Vater sehr dankbar. Manchmal ist es gut über ein umfangreicheres Wissen zu verfügen, um gewisse Entwicklungen und Zusammenhänge besser zu verstehen, die nicht gerade selten von den Römern in diesen Breitengraden in die Wege geleitet worden sind! Unweigerlich kommt mir in diesem Zusammenhang ein Zitat von George Santanaya in den Kopf, welches ich beim Besuch der „Berliner Unterwelten“ entdeckte:
Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.
Topaktuell, wie ich meine… Ohne zu sehr in die Untiefen römischer Lebensweise und Weltanschauung einzusteigen: Es lohnt sich, Augusta Raurica einen Besuch abzustatten! Hier kann man viel lernen und muss nicht unbedingt einen einzigen Rappen oder Franken dafür ausgeben.
Augusta Rarurica, benannt nach dem Kaiser Augustus, dem neben der Göttin Roma diese Stadt geweiht wurde, und dem Kelten-Stamm der Rauraker, welcher vor den Eroberungsgelüsten Roms hier ansässig war, ist für eine lange Zeit nicht nur die Aussengrenze des römischen Reiches gewesen, sondern auch ein sehr wichtiger und prosperierender Handelsplatz, über welchen viele Waren aus dem gesamten römischen Reich transportiert wurden. Streunt man dieser Tage durch Kaiseraugst, so wird einem offenen Auge schnell bewusst, dass Augusta Raurica im Vergleich zu vielen anderen römischen Siedlungen eine Grossstadt gewesen ist. Man geht aufgrund diverser Forschungen davon aus, dass in den Blütezeiten jener Ansiedlung bis zu 40.000 Menschen lebten – für die Zeit kurz nach Christi Geburt sind das enorme Zahlen! Das, was von den Römern sichtbar im Ortsbild von Kaiseraugst übrig geblieben ist, ist sehr eindrücklich, selbst für jemanden wie mich, der schon ganz andere Hinterlassenschaften jenes Reiches zu Gesicht bekommen hat.
Das Freilichtmuseum von Kaiseraugst ist ausgesprochen gut dokumentiert, mit der Wegführung hapert es allerdings ein klein wenig, so manches mal ist Die Orientierung in dem einstmals grossem Stadtgebiet nicht unbedingt sofort ersichtlich. Die meisten Areale von Augusta Raurica können kostenlos erschlossen werden, einige Abschnitte, zum Teil aus rekonstruierten Bauten bestehend, sind nur gegen Eintrittsgeld erkundbar. Man erhält einen ausgesprochen gut beschriebenen Einblick in die Lebensweise, die Religion und die Kultur des alten Roms und dessen Bürger, das soziale Gefüge, die politischen Strukturen und das Selbstverständnis dieser Grossmacht, die die Geschicke Europas über viele Jahrhunderte hinweg nicht nur gelenkt, sondern bis zum heutigen Tage auch geprägt hat.
Das Salz, welches bis zum heutigen Tage aus den unweit gelegenen Salinen gewonnen wird, war schon bei den Römern ein ausgesprochen wichtiges Handelsgut, welches auch Augusta Raurica zu jener Wichtigkeit und Grösse verholfen hat, die sich an den Ausgrabungen und Rekonstruktionen im Ortsbild erkennen lässt. Auch wir profitieren ab und an von dem, was als logische Konsequenz aus „Salz“ und „römischer Badekultur“ in Form eines besonderen Bades in Rheinfelden existiert: Das „Sole Uno„, die moderne Form dessen, was die Römer um Christi Geburt herum über die Alpen nach Norden brachten – und damit eine Hochkultur verbreiteten, lange bevor Eidgenossen in der Schweiz und AfD-Wähler in Deutschland… Ach, lassen wir das mal lieber, bringt ja dieser Tage einfach nichts. Wussten Sie, dass die Schweiz aus Angst vor einem Einmarsch deutscher Truppen in die Schweiz im Zweiten Weltkrieg noch nicht einmal davor zurück schreckte, durch das Amphitheater von Augusta Raurica eine Panzersperrenkette zu bauen? So vollends ohne jede Rücksicht auf die baulichen Errungenschaften der Römer? Sollten Sie einen Sinn für all das haben, so empfehle ich Ihnen wärmstens einen Besuch in Augusta Raurica!
