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- Der Kleine Prinz und seine Welt

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann genau ich zum ersten Mal eine Ausgabe jenes einzigartigen Buches in der Hand gehalten habe. Ein Kind war ich nicht mehr, erwachsen war ich aber auch noch nicht. Bis zum heutigen Tage hat „Der Kleine Prinz“ einen festen Platz in meinem Leben, immer mal wieder habe ich darin geblättert, über die so tiefgründigen und doch kindlich einfach anmutenden Zeilen des Autors Antoine de Saint Exupéry nachgedacht. „Der Kleine Prinz“ hat mich neben ein paar wenigen anderen Büchern, die vor vielen Jahren aus was für Gründen auch immer einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen haben, mein ganzes bisheriges Leben begleitet. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich vor wenigen Wochen über einen Beitrag der Tageszeitung meines Vertrauens stolperte, die die Eröffnung eines weltweit einzigartigen Museums in Solothurn ankündigte: „Der Kleine Prinz und seine Welt„. Dieses Museum ist noch so neu, dass es selbst einige Wochen nach der Eröffnung immer noch frischer Farbe riecht! Einmal mehr durfte ich feststellen, auf welch hohem Niveau sich „Ausstellungsgestaltung“ in der Schweiz bewegt, man hat sich sehr viel Mühe gegeben, die Exponate und ihre begleitenden Informationen in ein angenehmes und passendes Licht zu rücken!
In Solothurn sind Ausstellungsstücke zu sehen, die nie zuvor der Öffentlichkeit zugänglich waren, allein schon aus diesem Grunde möchte ich Ihnen einen Besuch von „Der Kleine Prinz und seine Welt“ empfehlen! Allein die Originalskizzen von Antoine de Saint Exupéry sind es Wert, Solothurn und dieser Ausstellung einen Besuch abzustatten. Wenn man bedenkt, dass der Ursprung des wohl bekanntesten Kinderbuches in einer Skizze liegt, die dieser Schriftsteller einst auf einen Brief zeichnete, so bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die Welt desjenigen aussah, der einst jene Zeichnung anfertigte. Und so wie ich vor vielen Jahren ist wohl auch der Begründer jener einzigartigen Sammlung ein Liebhaber jenes literarischen Phänomens mit Namen „Der Kleine Prinz“ geworden: Jean-Marc Probst. Ganze 7659 Ausgaben in 648 Sprachen umfasst das Resultat seiner Sammelleidenschaft – eine schöne Leidenschaft, wie ich meine.
In dieser Ausstellung sind aber nicht nur die gedruckten Werke zu sehen, sondern auch zahlreiche Adaptionen und Varianten in Form von CDs, Audio-Casetten, musikalischen Werken und noch viel mehr. Der Umfang dieser Ausstellung verdeutlicht eindrücklich, welchen Stellenwert „Der Kleine Prinz“ bis zum heutigen Tage auf den unterschiedlichsten Ebenen hat. Dieses Werk wurde nicht nur in Blindenschrift, sondern auch in Morse-Zeichen und Spiegelschrift veröffentlicht, aber damit nicht genug. „Der Kleine Prinz“ wurde nicht nur in nahezu alle weltweit angewendeten Landessprachen übersetzt, sondern darüber hinaus auch noch in diverse Dialekte von Landessprachen! Einen besonderen Stellenwert nimmt hierbei die Schweiz ein: In über zwanzig Dialekt-Variationen ist „Der Kleine Prinz“ hierzulande erhältlich. Und ebenso bis zum heutigen Tage ist „Der Kleine Prinz“ in Sprachschulen ein Standard-Werk auf der ganzen Welt. Was aber den grundlegenden Reiz dieses Buches ausmacht, müssen Sie schon für sich selbst ergründen. Ich habe ehrlich gesagt ein klein wenig Mühe damit, dieses Werk als „Kinderbuch“ einzuordnen, vielleicht ist aber in genau jenem Umstand der Wert jenes Werkes begründet. Es dürfte unbestritten sein, dass „Der Kleine Prinz“ Menschen jeder (!) Altersstufe irgendwie anspricht. Lesen muss – und sollte – man dieses Werk aber selbst.
Die im „Palais Besenval“ untergebrachte Ausstellung ist behindertengerecht ausgelegt, es braucht keine zehn Minuten vom Bahnhof Solothurn zu jenem eindrücklichen Gebäude an den Ufern der Aare. Das Personal ist sehr bemüht und freundlich, auch hier beweist sich einmal mehr das ausgesprochen hohe Niveau, auf welchem sich Ausstellungen in diesem Land bewegen. Der Besuch von „Der Kleine Prinz und seine Welt“ ist sicherlich keine verschwendete Zeit, ist ähnlich tiefgründig, wie das Werk „Der Kleine Prinz“ selbst. In Zeiten wie den derzeit herrschenden, ist „Der Kleine Prinz“ einmal mehr von besonderer Bedeutung – wenn „man“ einen Sinn für derartiges hat.
