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Längere Zeit mussten Sie auf einen neuen Beitrag warten, mittlerweile ist das neue Jahr 2026 angebrochen und seit Ende Dezember war hier aus rein gesundheitlichen Gründen nichts neues zu lesen. Wenn man wie ich im öffentlichen Verkehr arbeitet, dann hat man es nicht nur mit sehr vielen sehr verschiedenen Menschen und deren zum Teil höchst unterschiedlichen – nennen wir es mal sehr diplomatisch – Ansprüchen zu tun, sondern auch mit deren Hinterlassenschaften, die sie zum Teil vollkommen schmerzbefreit in der Umwelt verteilen. Haben Sie schon mal gleichzeitig (!) eine Lungenentzündung und eine Grippe gehabt? Ich auch noch nicht, aber man lernt ja nie aus… Nachdem die schlimmste Zeit für mich überstanden war, konnte ich mich auch etwas eingehender einer brandneuen Publikation widmen, die ich mir umgehend zugelegt habe und Ihnen hiermit vorstellen möchte: „Basler Bunker“ von Oswald Inglin, Ende 2025 erschienen im Reinhardt-Verlag (ISBN 978-3-7245-2824-1). Aufmerksam wurde ich auf jenes Buch durch einen Beitrag in der Zeitung meines Vertrauens und obwohl ich normalerweise erst mal auf Rezensionen warte, musste ich in diesem Falle nicht lange nachdenken und bestellte noch an jenem Tag, an jenem der entsprechende Artikel in jener Zeitung publiziert wurde, dieses Buch. Warum? Ich habe schon seit sehr langer Zeit ein gesteigertes Interesse an der Thematik, inwiefern Krisen wie beispielsweise Weltkriege das Erscheinungsbild eines Landes, eines Dorfes oder einer Stadt beeinflussen. Bis zum heutigen Tage sind die Spuren des Zweiten Weltkrieges in Berlin zum Teil immer noch überdeutlich sichtbar, wie ich bei meinem letzten Besuch im vergangenen Jahr einmal mehr feststellen musste. Mein Vater hat meinen Blick für diese Hinterlassenschaften bereits geschärft, als ich noch recht jung war und dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn nur so konnte ich auch nach und nach viele Jahre später das Bewusstsein der Schweiz für die Umstände jener Zeit überhaupt erkennen, erfassen und auch bis zu einem gewissen Grade verstehen – und dennoch erstaunt es mich bis zum heutigen Tage immer wieder, was für einen Aufwand dieses Land im Herzen Europas betrieben hat, um sich gegen einen Krieg auf eigenem Boden zu wappnen. Ein normaler Tourist wird das kaum bemerken, ich hingegen entdecke diese Hinterlassenschaften jener Zeit inzwischen recht gut – trotz aller zum Teil absurd anmutender Tarnung. Mich mahnen solche Entdeckungen, aber damit scheine ich dieser Tage zunehmend alleine auf weiter Flur zu sein.
Bereits wenige Tage nach Erscheinen des Buches „Basler Bunker“ wurde jenem der Begriff „Standardwerk“ zugeordnet. Obwohl zahlreiche Dokumente existieren, hat sich bis zum Tage der Publikation niemand die Mühe gemacht, die besondere Position Basels zur Zeit des Zweiten Weltkrieges derart umfangreich und fundiert zu dokumentieren, zu ordnen und letztlich zu veröffentlichen, daher ist für meine Begriffswelt diese Einordnung allemal angebracht. Bei meinen im direkten Vergleich bescheiden anmutenden Recherchen zum „Stadtkommando Basel“ begriff ich schlichtweg nicht, welch grundlegende Veränderungen militärischer Art diese Stadt am Rhein in unmittelbarer Nähe zu Deutschland seinerzeit durchmachen musste. Befürchtete die Schweiz zu Beginn des Zweiten Weltkrieges noch, Deutschland würde die Region um Basel dazu nutzen, das südliche Ende der Maginot-Linie zu umgehen und den französischen Truppen in den Rücken zu fallen, so gestaltete sich die Situation nach Eroberung Frankreichs vollkommen anders. Die Schweiz musste fortan mit einer Invasion Deutschlands rechnen. Nur waren die Verteidigungsanlagen, die seinerzeit in und um Basel gebaut worden waren, nicht für dieses Szenario konzipiert, weswegen „man“ Basel zugunsten des „Schweizer Réduit“ mehr oder minder opferte. All die Bunker, die hastig in Basel aus dem Boden gestampft wurden, hatten mit der Kapitulation Frankreichs gegenüber der Deutschen Wehrmacht ihre Bedeutung und ursprünglich angedachte Funktion weitestgehend verloren. Von den einst errichteten 85 teilweise massiven Betonbauten sind dieser Tage „nur“ noch 12 sichtbar vorhanden – aber die sind unübersehbar.
Wie bereits angedeutet ist das Buch „Basler Bunker“ ausgesprochen informativ. Eine Besonderheit dieser Publikation bildet ein in das Buch eingelegtes doppelseitig bedrucktes Papier. Beide Seiten jenes Papiers zeigen Landkarten der Stadt Basel, nur unterscheiden sich jene beiden Landkarten grundlegend. Die eine Seite zeigt die Stadt Basel, wie sie der Deutschen Wehrmacht 1940 bekannt war, im Massstab 1:10000. Die andere Seite zeigt Basel, wie es dem Vermessungsamt der Stadt 1939 bekannt war – im Masstab 1:8000, inklusive aller militärischen Verteidigungsanlagen, die zu jenem Zeitpunkt bereits gebaut waren oder noch gebaut werden sollten. Um es kurz zu machen: Die Deutsche Wehrmacht wusste 1940 recht gut darüber Bescheid, wie Basel militärisch gesichert war. Solche Details interessieren mich sehr, weitaus mehr aber haben mich einmal mehr „Begleiterscheinungen“ jener Zeit interessiert, welche ebenso in diesem Buch beschrieben und dokumentiert wurden. Als Frankreich kapitulierte, ergriff einen Teil der Bevölkerung Basels die Panik. Mehrere tausend Bewohner dieser Stadt wollten vom Bahnhof („Bahnhof SBB“, wie er heute genannt wird) in andere Kantone flüchten, Kantone, die weit weg vom Geschehen im Süden des Landes lagen, wie zum Beispiel Graubünden, das Tessin oder das Wallis. Sie vergassen dabei aber, dass all diese Kantone aufgrund ihrer kantonalen Staatsmacht „Kontingente“ geltend machen konnten, wieviele Flüchtlinge sie aufnehmen konnten und wollten. Wohlgemerkt: Es ging hier nicht um Flüchtlinge aus Frankreich oder Deutschland, sondern um Bürger der Schweiz! Irgendwann im Frühherbst vergangenen Jahres stolperte ich über einen Artikel eines anderen Mediums, in welchem eher beiläufig angemerkt wurde, die Führung der Schweizer Armee würde aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage es in Erwägung ziehen, gewisse „Bauten“ militärischer Art wieder zu reaktivieren – nachdem vor allem die grossen Festungsanlagen in den Alpen gegen Ende der 90er Jahre eingemottet und kleinere Bauten sogar an vermögende Privatpersonen verkauft wurden.
Das Buch „Basler Bunker“ bietet eine sehr tiefgründige Gesamtübersicht über die damalige Situation Basels, die militärische Lage und deren Veränderung aufgrund der Kapitulation Frankreichs. Darüber hinaus erhalten interessierte Leser einen sehr guten Eindruck davon, wie stark mit dem Bau von militärischen Anlagen in das Stadtbild Basels eingegriffen wurde und was davon heute noch übrig geblieben ist, sowie die besondere Funktion des Badischen Bahnhofes zu jener Zeit und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dieses Buch das einzige, welches sich derart fundiert mit der jüngeren Geschichte dieser Stadt in unmittelbarer Nähe zu Frankreich und Deutschland befasst und daher meiner Meinung nach auch sehr empfehlenswert für alle, die diese Stadt besuchen, in dieser oder um sie herum leben und sich mehr mit jenem dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte befassen wollen.
