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Im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte hatte ich im direkten Vergleich nur wenige konkrete Ziele im Kopf, die ich in Praha besuchen wollte und dazu gehörte die Deutsche Botschaft. Wie es der Zufall es so wollte lag unsere Unterkunft nur einen Katzensprung von der Deutschen Botschaft entfernt (die der Schweiz war etwas weiter weg, weswegen wir dieser aufgrund knapp bemessener Zeit keinen dezidierten Besuch abstatteten). Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Ziele ansteuern, welche mir aus verschiedenen Gründen im Kopf geblieben sind. Im Falle der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland waren es die Worte des damaligen Aussenministers Hans-Dietrich Genscher, die er im Herbst 1989 an zahlreiche Bürger der DDR richtete, die aus jenem Teil Deutschlands in die Botschaft geflüchtet waren, um in die Bundesrepublik ausreisen zu können. Für mich stellt dieser Moment den endgültigen Fall der Mauer und das Ende der innerdeutschen Teilung dar, auch wenn gewisse politische Entwicklungen jener Zeit diesen Prozess bereits zuvor angestossen hatten. Ich wollte mir die Örtlichkeit genauer vor Augen führen, die Bilder, die damals über Tage hinweg im Fernsehen zu sehen waren, sozusagen konkretisieren. Vor Ort erinnert genau genommen nichts an jene Tage, in welchem der grosse Garten der Botschaft einem Flüchtlingslager mit katastrophalen hygienischen Bedingungen glich, keine Gedenktafel, keine bildhaften Darstellungen, auch nicht von Hans-Dietrich Genscher.
Die Deutsche Botschaft liegt in unmittelbarer Nähe zu der der Vereinigten Staaten von Amerika. Die wird durch tschechische Polizei gesichert, welche auch angeblich für den Schutz der Deutschen Botschaft zuständig ist. Nur sieht man vor dieser keinerlei Wachpersonal, dafür jede Menge Kameras… Man kann das Gelände der Deutschen Botschaft nicht vollends umrunden und aus normaler Augenhöhe ist vom Gartengelände und dem Balkon der Botschaft, auf welchem Genscher einst stand, nur wenig zu sehen, dafür kann man den Weg, der durch einen hohen Zaun von der Botschaft abgetrennt ist und auf dem zahlreiche DDR-Bürger einst ihren Trabant oder sonst ein Fahrzeug zum letzten Male abstellten und über den bereits erwähnten Zaun auf das Botschaftsgelände flüchteten, frei begehen. Beim Streunen auf jenem Weg dachte ich still bei mir, ob sich diese ehemaligen Flüchtlinge noch an jene Tage erinnern, wenn sie heute ihr Wahlzettel-Kreuzchen bei „AfD“ setzen. Ohne die deutsche Demokratie und das Verhandlungsgeschick, die Fähigkeit zu weitsichtigen Kompromissen, sowie viel Kommunikation in jenen Tagen wären sie heute nicht dort, wo sie jetzt sind. Wie schon damals, als ich bei den Worten Genschers auf jenem Balkon kein durchgehend gutes Gefühl hatte, beschlich mich auch dieses Mal wieder ein leises Unwohlsein. Demokratie ist viel Arbeit und braucht viel Zeit und Geduld. Für manche Bürger der Bundesrepublik Deutschland, die sich seinerzeit noch als Bürger der DDR in den Garten flüchteten, offensichtlich wohl auch zu viel Arbeit, Zeit und Geduld. Leider.
