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Abgesehen von ein paar nur wenige Stunden andauernden Stippvisiten im Grenzgebiet zwischen Polen und Deutschland, sowie einem Festival-Wochenende in der Slowakischen Republik vor vielen Jahren habe ich seit dem Fall der Mauer und der innerdeutschen Grenze im Jahr 1989 meinen Fuss noch nie auf den Grund und Boden eines Staates und dessen Hauptstadt des ehemaligen „Warschauer Paktes“ gesetzt, somit auch nicht der Tschechischen Republik und Praha einen Besuch abgestattet. Die Besuche seinerzeit in der DDR („Deutsche Demokratische Republik“) als die Mauer noch stand bei Verwandten und Freunden in Ost-Berlin, Potsdam und Thüringen kann ich nicht zu „touristisch geprägten Streunereien“ zählen, denn einerseits waren jene „Ausflüge in den Osten“ ausschliesslich aufgrund gewisser Vorgaben der DDR-Regierung auf jeweils einen einzigen Tag beschränkt und andererseits stark von den mehr oder minder offensichtlichen Einflüssen der „Stasi“ geprägt. Wir waren schlichtweg froh, nach solchen Ausflügen wieder in West-Berlin angekommen zu sein.
Nun ist eine knappe Woche ein alles andere als ausreichender Zeitraum um eine Stadt wie Praha – besser bekannt als „Prag“ -, geschweige denn ein ganzes Land wie die Tschechische Republik („auch nur annähernd eingehender kennen zu lernen, leider. Dennoch profitierte ich bereits vor unserem Besuch stark von dem Wissen, welches mir in der Schule, durch meinen Vater und letztlich auch durch zahlreiche Berichte im Fernsehen viele Jahre zuvor vermittelt worden war, somit war unser (viel zu kurzer) Besuch in der Hauptstadt Tschechiens kein reiner Tourismus-Erlebnis-Urlaub, sondern auch in einem sehr begrenzten Rahmen ein Eintauchen in jenes Wissen vor Ort: Die Besetzung durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, die Schreckensherrschaft während jener Besetzung, die Vertreibung deutschstämmiger Volksgruppen nach Ende des Krieges, der Prager Frühling 1968, die Worte von Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Deutschen Botschaft in Praha im November 1989… Praha hat, wie es typisch für zahlreiche Städte Europas ist, eine ausgesprochen bewegte Geschichte aufzuweisen! Über die Zeit, als Tschechien sich aber noch auf der anderen Seite des „Eisernen Vorhangs“ befand, wusste ich so gut wie nichts. Abgesehen von ein paar Wegweisern am Rande der Autobahn zwischen Bayern und Berlin-West zu Zeiten der Deutschen Teilung verband mich nichts mit jenem Land und der Stadt an der Moldau, abgesehen davon drangen in jener Zeit nur sehr wenig Nachrichten und Informationen zu uns in den „Westen“.
Im Laufe von mittlerweile 37 Jahren nach Fall des Ostblocks hat sich dieses Land und somit auch Praha sicherlich stark verändert, ich erwartete vorab nicht, noch viele Spuren aus jener unsäglichen Zeit zu entdecken, umso aufmerksamer durchstreifte ich jene Stadt auf der Suche nach den vermeintlich „typischen“ Relikten aus jener Zeit, wie man sie unter anderem beispielsweise im ehemaligen Ost-Berlin bis zum heutigen Tage noch sehen kann – oder muss, je nachdem. Ich empfinde es immer wieder sehr spannend, wie sehr sich gesellschaftliche, politische und vor allem wirtschaftliche Veränderungen auf das allgemeine Erscheinungsbild einer Ortschaft oder eines gesamten Landes auswirken, ob und vor allem wie stark ein Geschichtsverständnis vorhanden ist und wie damit umgegangen wird. Der Mensch neigt dazu, ungenehme Historie zu verdrängen, das angrenzende Deutschland ist für meine Begriffswelt ein Meister in Bezug auf jene Eliminierung vergangener Zeiten. Ist das in Praha auch der Fall? Wir sollten es mit eigenen Augen sehen.
Sollten Sie sich wundern, warum ich „Praha“ anstatt „Prag“ verwende: Ganz grundsätzlich ist das meine Art von Respekt gegenüber einer Sprache, einem Land. Auch wenn mir natürlich Begrifflichkeiten wie „Tschechien“ und „Prag“ weitaus geläufiger sind, so verwende ich aus Prinzip die offiziellen Bezeichnungen in der Sprache, wie sie in einer jeweiligen Region der Welt üblich sind. So ist es für mich selbstverständlich, anstatt zum Beispiel „Kopenhagen“ die in Dänemark übliche Schreibweise zu verwenden: „København“. In einem Land wie der Schweiz, in welchem ganze vier (!) offizielle Landessprachen zur Anwendung kommen, ist es manchmal gar nicht so einfach, jenem Prinzip zu folgen. Bei einer zweisprachigen Stadt wie zum Beispiel Fribourg (Freiburg im Üechtland) entscheide ich mich für die Schreibweise, die sehr wahrscheinlich öfter zur Anwendung kommt. Da in Fribourg überwiegend Französisch zu hören und zu lesen ist, nehme ich die französische Variante: Fribourg. In Bezug auf die Örtlichkeiten, die wir in Praha besucht haben, habe ich mich dementsprechend meistens für die tschechische Bezeichnung entschieden – auch wenn (oder in bestimmten Fällen auch gerade weil) einstmals bestimmte Punkte auf Landkarten in deutscher Sprache betitelt wurden und somit diesem oder jenem Menschen unter eben jener deutschen Bezeichnung besser bekannt sein dürften. Nur in Ausnahmefällen weiche ich von jenem Grundsatz ab. Es macht einen Unterschied, ob ein Leser dieses Blogs den Ortsnamen „Terezin“ oder „Theresienstadt“ liest, das ist abhängig vom Kontext und nicht zuletzt auch vom Geschichtsbewusstsein des jeweiligen Lesers.
Praha ist eine sehr lebendige Stadt, selten habe ich derart oft den Auslöser meiner Kamera betätigt. Allein aus architektonischer Sicht hätte ich problemlos die Speicherkarte mit unzähligen Motiven füllen können! Von den derzeitigen politischen Verhältnissen bekommt man vor Ort nur am Rande etwas mit. Mit Praha dürfte es sich ähnlich verhalten, wie mit anderen Städten Europas. Während die Stadt sich als weltoffen, tolerant, europäisch und sehr kreativ präsentiert, dürfte das in den ländlichen Regionen genau umgekehrt sein, ein Tagesausflug in das Umland von Praha verstärkte diesen Eindruck in mir. Am Tage unserer Rückreise demonstrierten an die 250.000 Menschen in Praha gegen die rechtspopulistische Regierung ihres Landes, welche einen zunehmend Europa-feindlichen Kurs eingeschlagen hat und sich dieser Tage ausgerechnet dem Staat zuwendet, der einst dieses Land mit eiserner Hand kontrollierte: Russland. Ich hoffe sehr, dass sich eines Tages diese Tendenzen wieder umkehren und Praha die schöne Stadt bleibt, die wir in dieser Zeit kennen lernen durften.
Nahe liegender Weise haben wir uns aufgrund der knapp bemessenen Urlaubszeit nur wenig ausserhalb der Regionen von Praha bewegt, die vor allem für Touristen (von denen es sehr viele gibt…) interessant sind. Dennoch konnten wir uns anhand der Impressionen, die wir von jenen Exkursen mitnahmen, ein gutes Bild davon machen, wie Praha zu Zeiten des Sozialismus ausgesehen haben muss. Während im Zentrum von Praha kaum noch Spuren jener Zeit auszumachen sind, bedarf es in jenen Randregionen noch sehr viel Aufwand und Einsatz, um sie auf das gleiche Niveau zu bringen, wie die Stadt selbst. Obwohl im Zentrum viel für das Stadtbild getan wird, zeigen sich an zahlreichen Orten die Folgen der freien Marktwirtschaft: In einst wunderschönen Strassen und Einkaufspassagen reiht sich ein leer stehender Laden an den nächsten. Während einige Häuser vor kurzer Zeit offensichtlich modernisiert und aufgefrischt wurden, steht direkt neben ihnen oftmals ein typisch sozialistischer Plattenbau mit entsprechendem „Charme“ oder ein Altbau, der aussieht, als sei der Zweite Weltkrieg gerade erst zu Ende gegangen. Altersarmut und Randständigkeit sind im Stadtbild von Praha deutlich sichtbar – und das gilt auch für die touristischen Anziehungspunkte in dieser Stadt.
Auch wenn wir der tschechischen Sprache nicht mächtig waren, so haben wir uns gut zurecht gefunden, im Zweifelsfalle half Englisch immer irgendwie weiter. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind unseres Erachtens nach die beste Möglichkeit, von A nach B zu gelangen, das moderne digitale Hilfsmittel in Form einer „App“ des lokalen Transportunternehmens ist für unsere Begriffswelt vorbildlich, davon können sich andere Unternehmen durchaus eine Scheibe abschneiden. Mit der deutschen Sprache aber wird man es nicht sonderlich weit bringen, die scheint letztlich wohl auch aufgrund der jüngeren Geschichte dieses Landes – diplomatisch formuliert – nicht populär zu sein. In diesem Kontext noch eine Anmerkung: Vermeiden Sie unbedingt die Begrifflichkeit „Tschechei“! „Tschechien“ ist die korrekte Namensgebung! Wenn alle Stricke reissen, dann helfen noch Hände und Füsse, in der Regel wird Menschen wie uns, die dieses Land und die schöne Stadt Praha besuchen, sehr freundlich begegnet.
Auch wenn ich – noch – auf Streunereien weitaus mehr fotografiere, als filme, so sind doch in Praha ein paar Video-Sequenzen zusammen gekommen, die ich in einem kleinen Film zusammen geschnitten habe. Es sind keine dokumentarischen Filmschnippsel, mehr allgemeine Impressionen aus dieser schönen Stadt, viel aus dem Tram heraus aufgenommen.
