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Die Pasáž Lucerna (Lucerna-Passage) ist Bestandteil des Palác Lucerna (Lucerna-Palast). Erbaut von 1907 bis 1921 sollte dieser Komplex ursprünglich als Eishockey-Stadion dienen, da aber die zentrale Halle (von uns nicht besucht) sich als ungeeignet für diesen Zweck erwies, wurde sie zu einem Ballsaal umgestaltet. Wir haben uns vor allem die Pasáž Lucerna zu Gemüte geführt und für mich war dieser Besuch der Höhepunkt unserer kleinen Reise nach Praha. Dieses Bauwerk, fast durchweg im Erscheinungsbild des späten Jugendstils im Übergang zur Moderne gehalten, ist schlichtweg faszinierend – zumindest was meinen Geschmack anbelangt. Nur sehr selten habe ich Bauwerke dieser Art zu Gesicht bekommen, entsprechend oft habe ich den Auslöser der Kamera betätigt.
Die Pasáž Lucerna ist eine Aneinanderreihung von Verkaufsflächen mittlerer und kleinerer Grösse. Bedauerlicher Weise stehen viele von ihnen leer, an manchen Stellen zeigen sich auch Spuren des langsamen Verfalls, obwohl der Komplex des Palác Lucerna als nationales Kulturdenkmal eingestuft ist. Dennoch kann man sich mit ein klein wenig Phantasie gut ausmalen, wie es hier in den zwanziger Jahren kurz nach Eröffnung des Palác Lucerna zugegangen ist, noch immer weht hier ein leiser Hauch der grossen weiten Welt jener Tage durch die Gänge, noch immer funkelt hier und dort ein klein wenig Exklusivität dieser Epoche. In den Randbereichen der Passage sieht es dann doch stellenweise ganz anders aus: Sonnenstudio, Thai-Massage und dergleichen. Man kann nur hoffen, dass der Lucerna-Komplex nicht eines Tages vollends umgewandelt oder gar ersetzt wird. Nutzen Sie die Gelegenheit und statten Sie der Pasáž Lucerna unbedingt einen Besuch ab, wenn Sie in Praha sind!
Der Komplex um die Pasáž Lucerna stellt eines der ersten Stahlbeton-Gebäude Tschechiens dar, das immer noch sogar über einen funktionierenden Pater Noster verfügt. Bauherren waren J. Čamský und V. Havel, letzterer Grossvater des späteren Präsidenten der Tschechischen Republik Václav Havel, die Gestaltung wurde hauptsächlich durch den Ingenieur Stanislav Bechyně festgelegt. Nehmen Sie etwas Zeit mit, es lohnt sich, die weitreichenden Passagen-Gänge zu erkunden! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden Sie so auch an einem Kunstwerk des tschechischen Künstlers David Černý vorbei kommen, dem „Kůň“ (übersetzt: „Pferd“). Dieses Kunstwerk ist eine Adaption von Černý an die Statue auf dem unweit gelegenen Wenzelsplatz, die den heiligen Wenzel auf einem Pferd reitend darstellt. Černýs Adaption in Form dieses von der Decke hängenden toten Pferdes spielt auf die Arroganz von Wenzel an, weiterhin seine Funktion als Herrscher und Gründer des Landes zur Schau zu stellen, obwohl sein Ross – wahrscheinlich eine Anspielung auf den Preis, der für diesen Ruhm gezahlt werden musste – bereits tot ist. Kunstwerke von David Černý kann man immer wieder im Stadtbild von Prag finden, sie regen sehr zum Nachdenken an!
Černýs Pferd in der Pasáž Lucerna hat für mich persönlich aber noch eine gesonderte Bedeutung. Seit vielen Jahren verwende ich in meinen E-Mails ein- und dieselbe Signatur, die schon oft für Reaktionen unterschiedlicher Art von Lesern gesorgt hat und die ich einst im „Magazin“ des Tagesanzeigers in Form eines Leserbriefes gefunden habe:
Leserbrief von C. Lerch, Worb, aus „Das Magazin“ vom 29.5.2010:
Eine Weisheit der Dakota-Indianer lautet: „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“
In der Realität kommen andere Strategien zum Einsatz:
– Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte.
– Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
– Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
– Wir definieren neu den Qualitätsstandard für den Beitritt toter Pferde.
– Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
– Wir bilden einen Crashkurs, der sich mit den Bedürfnissen toter Pferde befasst.
– Wir stellen Berater an, die angeblich wissen, wie man tote Pferde reiten kann.
– Wir bilden Qualitätszirkel, um eine mögliche Wiederverwendung toter Pferde zu evaluieren.
– Wir verteilen an Qualitätssicherungsseminaren ein Handout mit der Überschrift: „So haben wir das Pferd doch immer geritten!“
– Wir präsentieren eine PowerPoint Präsentation unter dem Titel: „Tote Pferde im Wandel der Zeiten“.
– Wir strukturieren um, damit eine andere Abteilung das tote Pferd wiederbelebt.
Wahrlich, besser als das Kůň von David Černý kann man bildlich solche Zeilen wohl kaum darstellen…
