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Einen Steinwurf vom „Tanzenden Haus“, dem Tančící dům, steht die Kostel sv. Cyrila a Metoděje, die Kirche St. Cyrill und Method. Dieses zur Orthodoxen Kirche der Tschechischen Länder und der Slowakei gehörige Gotteshaus mag auf den ersten Blick nicht auffallen, in Prag gibt es sehr viele Bauwerke dieser Art, jedoch sind es die Ereignisse aus dem Jahr 1942, die vor allem die Krypta der Kostel sv. Cyrila a Metoděje zu einem wichtigen Teil der tschechischen Geschichte und dem nationalen Selbstverständnis machen. Hier befindet sich die Gedenkstätte für die Teilnehmer des Attentates auf Reinhard Heydrich, dem „Schlächter von Prag“, durchgeführt am 27.5.1942.
Ich möchte nicht allzu tief in diese Thematik eintauchen. Die Ereignisse rund un die „Operation Anthropoid“ und in der Kostel sv. Cyrila a Metoděje sind sehr gründlich an sehr vielen Stellen beschrieben, mal mehr, mal weniger objektiv, je nach Verfasser. Ich empfehle aber mit Nachdruck, dass Sie sich selbst vor einem Besuch von Praha über die Zusammenhänge informieren – an mehreren Stellen, um eine gewisse Objektivität zu wahren! Für einen grossen Teil der Bevölkerung Tschechiens sind die Menschen, die dieses Attentat auf einen der brutalsten Vertreter des Dritten Reiches ausübten, Nationalhelden. Ich habe aus verschiedenen Gründen ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dieser Begrifflichkeit. Dieses Attentat, welches keinerlei militärischen Ziele hatte, sondern einzig und allein darauf abzielte, der Führung des Dritten Reiches zu zeigen, dass niemand vor Attentaten sicher sein könne, sollte schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung haben, die bis zum heutigen Tage nachwirken: Die vollständige Zerstörung von Lidice und Ležáky am 10. und 246.1942, sowie die nachfolgende Verhaftung und Ermordung hunderter Widerstandskämpfer als Vergeltung für Heydrichs Tod. Die Ereignisse um dieses Attentat sind mehrfach verfilmt worden, ebenso je nach Verfasser und Ursprungsland mehr oder minder objektiv und realitätsnahe. Eine unseres Erachtens nach sehenswerte Fassung aus dem Jahr 2017 kann an verschiedenen Orten erworben werden.
Die Krypta der Kostel sv. Cyrila a Metoděje ist zu einer Gedenkstätte umfunktioniert worden, die Kirche selbst wird nach wie vor für religiöse Dienste genutzt (zeigen Sie also bitte den notwendigen Respekt, wenn Sie diesen Kirchenbau in Augenschein nehmen wollen). Im Vorraum zur Krypta sind zahlreiche Informationen zum Attentat zusammen getragen worden, allerdings sollte man zumindest der englischen Sprache mächtig sein, um diese auch zu verstehen. In der Krypta wurden Bronze-Plastiken aufgestellt, die die Menschen zeigen, die das Attentat ausführten und in der Kirche oder in der Krypta bei einem elf Stunden andauernden Gefecht mit SS-Einheiten, die die Attentäter umstellt hatten, starben oder sich ihrer ausweglosen Lage bewusst selbst das Leben nahmen. Vor der Kirche tragen grosse schwarze Tafeln die Namen der Widerstandskämpfer, die in Folge des Attentates ihr Leben verloren. Im Stadtbild von Praha kann man immer wieder Gedenktafeln finden, die an diese mutigen Menschen erinnern. Sie sind anhand einer aus Metall geformten Hand erkennbar, die einen speziellen Gruss zeigt. In der Krypta von Kostel sv. Cyrila a Metoděje steht neben dem Fensterloch, durch dass die SS-Einheiten Granaten, Tränengas und zuletzt Wasser in den Raum leiteten, eine Metall-Tafel, auf der diese Hand ebenfalls angebracht wurde. Bis zum heutigen Tage sind die Einschusslöcher um das Fensterloch herum erkennbar, die deutsche Maschinengewehr hier hinterliessen.
Über diesem Ort liegt eine eigenartige Atmosphäre, die sich kaum in Worte fassen lässt. Das mag nicht jedem Besucher so ergehen und man kann auch nicht verlangen, dass jeder Besucher vollends versteht, was sich hier einst zugetragen hatte und welche Konsequenzen das für Tschechien und seine Bevölkerung hatte. Aber in jedem Falle sollte man diesem Ort mit dem notwendigen Respekt begegnen! Im Nachgang zu unserem Besuch der Kostel sv. Cyrila a Metoděje stöberte ich noch in verschiedenen Quellen auf der Suche nach zusätzlichen Informationen. Dabei stiess ich auf eine eher beiläufig erscheinende Anmerkung, dass 2017 der ehemalige Präsident der Bundesrepublik Deutschland Frank-Walter Steinmeier als erster (!) hochrangige Vertreter seines Landes jenem Ort einen Besuch abstattete. Mir erschien das gemessen an der Bedeutung dieses Attentates für Tschechien und im direkten Vergleich zu anderen Politikern Deutschlands, die deutlich früher ihr Bewusstsein für die Verantwortung Deutschlands zeigten, irgendwie als „sehr spät“. Aber wie so oft gilt wohl auch hier: Besser spät, als nie. Die Kostel sv. Cyrila a Metoděje ist einer von zwei Orten, die an das Heydrich-Attentat erinnern. An dem Ort, an welchem jenes ausgeführt wurde, finden sich weitere Installationen zur Information und zum Gedenken, wir haben uns diesen Ort aber aufgrund knapp bemessener Zeit nicht zusätzlich zu Gemüte geführt. Vielleicht holen wir das zu einer anderen Zeit noch nach.
