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Jüdischer Kulturweg: GPX | PDF
Länge: 10,3 Kilometer
Höhenunterschied: 122 Meter
(?)
Das Surbtal, nördlich von Baden im Kanton Aargau gelegen, ist in Bezug auf seine Geschichte einzigartig in der Schweiz. In keiner anderen Region dieses Landes finden sich ähnlich viele Hinweise auf jüdisches Leben, wie hier. Der Grund dafür ist typisch für europäische Geschichte, typisch für den Umgang so manch einer Nation mit Juden. Über sehr lange Zeit hinweg durften sich nur hier Angehörige der jüdischen Religion ansiedeln. Bereits im September 2020 hatte ich mir die Ortschaft Endingen und den jüdischen Friedhof angeschaut, nun war es an der Zeit, den dazu gehörigen Jüdischen Kulturweg abzulaufen.
Die Wanderung an sich ist nur in Bezug auf ein, zwei Punkte vielleicht etwas fordernd. Mit 10 Kilometern ist sie nicht gerade kurz (wahlweise kann man sie aber auch verlängern oder verkürzen, in praktisch allen Ortschaften am Wegesrand gibt es ÖV-Haltestellen von Bus-Linien verschiedener Anbieter). Auf längeren Abschnitten durch die schön geschwungene Landschaft gibt es nicht viel Schatten, es kann also je nach Wetterlage durchaus heiss werden, Brunnen mit Trinkwasser sind sehr spärlich vorhanden, denken Sie also entsprechend daran, genug Flüssigkeit mitzunehmen. Viele Wege bestehen aus Schotter, Trampfelpfaden durch kleine Wälder und Feldwegen, andere aber sind asphaltiert, also entsprechend hart. Da können sich zehn oder mehr Kilometer schnell im eigenen Bewegungsapparat bemerkbar machen. Generell aber stellt der Weg keine absurden Anforderungen, ist allemal machbar auch für diejenigen, die nicht so oft in der Schweiz zu Fuss unterwegs sind.
Kernstück dieser Wanderung ist der Abschnitt zwischen Lengnau und Endingen. In diesem Bereich ist die jüdische Vergangenheit des Surbtals durch Informationstafeln dokumentiert, wahlweise kann man sich zusätzliches Informationsmaterial vorab besorgen, das Ortsmuseum von Lengnau begutachten und gegen ein Eintrittsgeld in Höhe von 10 Franken auch eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Badehaus, besichtigen. Die beiden Synagogen, von denen jeweils eine in Lengnau und eine in Endingen steht, können wohl ebenso besucht werden, wobei die von Lengnau derzeit für Sanierungsarbeiten geschlossen ist. Der Friedhof unweit der Ortsgrenze von Endingen kann auch besichtigt werden, allerdings muss man sich hierfür einen Schlüssel aus einem Altersheim in Endingen besorgen. Ab 2028 wird in Lengnau das „Zentrum Doppeltür“ vor Ort eingehender über das christlich-jüdischer Miteinander im Surbtal informieren. Die Stiftung „Doppeltür“ stellt online unter anderem auch eine Karte zur Verfügung, die den Standort der Sehenswürdigkeiten beschreibt, sollten Sie auf diesem Weg den Überblick verlieren.
Je nachdem, ob man die grundlegende Wanderung, die für meine Begriffswelt sehr empfehlenswert ist, verlängert oder verkürzt, wird man auch an anderen Zeitzeugen der Geschichte des Surbtales vorbei wandern, darunter die älteste Steinbogenbrücke des Kantons Aargau und die massiven Bunkeranlagen der „Sperrstelle Endingen„, generell aber empfehle ich jedem interessierten Menschen, den Jüdischen Kulturweg unter dem Aspekt der Geschichtsbewältigung abzulaufen, nicht vielen ist bekannt, wie auch in der Schweiz mit Juden umgegangen wurde – über viele Jahrhunderte hinweg!
