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- Lac de Pérolles
- Seyon-Schlucht
- Mont Vully
- Uferweg Klöntalersee
- Löntschtobel

Länge: 7,60 Kilometer
Höhenunterschied: 283 Meter
(?)
Wie unterschiedlich sich die Schluchten im Schweizer Jura-Gebirge darstellen können, war uns bereits bekannt, dennoch sollten wir auf der Wanderung durch die Seyon-Schlucht bis hinab nach Neuenburg / Neuchâtel einmal mehr fest stellen, dass es noch ordentlich Spielraum diesbezüglich gibt. Eine Empfehlung gleich vorab: Wenn Ihnen nach Ruhe und die für Wälder üblichen Klängen sein sollte, nehmen Sie sich Kopfhörer und entsprechende Audio-Dateien mit. Warum wir diese Empfehlung hier fest halten erfahren Sie später. Trotz der derzeit herrschenden Temperaturen von mehr als 30 Grad wollten wir raus, uns bewegen. An Wochenenden scheiden Badeanstalt-Besuche für uns aus, zu viele lärmende Menschen tummeln sich in solchen Institutionen. Somit lag es nahe, dass wir die Kühlung einmal mehr in einer Schlucht suchten. Unsere Wahl fiel auf die Seyon-Schlucht, die von Valangin, eines der schönsten Dörfer der Schweiz, nach Neuenburg / Neuchâtel führt. Wir möchten ehrlich mit Ihnen sein: Gut zwei Drittel dieser Wanderung entsprechen nicht dem, was wir bisher von Jura-Schluchten kannten. Der Weg führt hoch oberhalb des Seyon an den Abbruchkanten des Karstgesteins entlang, durch die sich dieser kleine Fluss im Laufe von Jahrtausenden geschnitten hat. Man bekommt aber nichts von dem Seyon an sich zu sehen. Obendrauf werden diese zwei Drittel des Weges von Motorenlärm begleitet, der von der anderen Seite der Schlucht herüber weht. Hier verläuft der beliebte und entsprechend stark befahrene Vue des Alpes, ein Strassenpass, den man sich meiner Meinung nach getrost schenken kann, wenn man Genuss-Fahrer, wie ich es bin, sein sollte. Nun wissen Sie, warum wir Ihnen Kopfhörer empfehlen…
Immerhin sind diese zwei Drittel von dichtem Mischwald bewachsen, der bei derzeit herrschenden Temperaturen angenehme Kühlung spendet – und die braucht man auch, denn oft geht es auf vergleichsweise kurze Distanz flott bergauf oder bergab. Einmal mehr sind Trittsicherheit und gutes Schuhwerk auf diesem Weg empfohlen, insbesondere dann, wenn es kurz zuvor geregnet haben sollte, dann sind Baumwurzeln und der Karstgesteinschotter die reinste Schmierseife auf dem Weg. Über lange Abschnitte hinweg ist der Weg sehr schmal, ein Kreuzen ist nicht immer einfach zu bewerkstelligen, aber insgesamt ist der Weg gut begehbar. Innerhalb der ersten zwei Drittel beläuft man auch einen so genannten „Karrweg“, eine Art Strasse, die zu grossen Teilen in das Gestein gehauen wurde, hier und dort aber auch mit passenden Steinen gepflastert wurde. Wege dieser Art sind uralt, man schätzt ihren Entstenungszeitraum oft auf das 13. oder 14. Jahrhundert, ähnlich alt sind die Wurzeln des Ausgangspunktes dieser Wanderung in dem so schön knuffigen Örtchen Valangin.
Der interessanteste Abschnitt dieser Wanderung verläuft durch die so genannte „Gor du Vauseyon“. Dieser Abschnitt der Seyon-Schlucht liegt bereits auf dem Stadtgebiet von Neuenburg / Neuchâtel und ist vergleichsweise kurz, aber ausgesprochen schön. In diesem Abschnitt wurden einst viele Wasserräder betrieben, teils zum Mahlen von Mehl, überwiegend aber zum Antreiben von Maschinen aller Art. Hier schneidet sich der Seyon auf sehr kurze Distanz sehr tief in das Gestein, so tief, dass irgendwann entsprechende Brücken und Treppen verbaut wurden, um die Wasserrinnen, die das Wasser zu den bereits erwähnten Rädern leiteten, überhaupt verlegen zu können, Uferwege gab es hier nie. Hier erscheint die Seyon-Schlucht so, wie wir das aus dem Schweizer Jura kennen: Wild und kräftig. Aber um auch hier ehrlich zu bleiben: Man muss die ersten zwei Drittel jenes Wanderweges nicht absolvieren, um zu diesem Abschnitt zu gelangen. Wer sich den wenig spektakulären Teil dieser Wanderung nicht antun mag, kann wahlweise auch ab dem Bahnhof von Neuenburg / Neuchâtel mit Bus-Linien zu diesem Abschnitt gelangen, der ausgesprochen fotogen wirkt. Bedauerlicher Weise verschwindet der Seyon bereits kurz nach diesem sehenswerten Abschnitt im Untergrund und fliesst irgendwo in den Neuenburger See.
Man muss diese Wanderung nicht bis zum bitteren Ende absolvieren, man kann sie auch abkürzen, indem man eine der Bus-Linien nutzt. Wenn Sie sich aber vielleicht ein klein wenig selbst für die Mühen dieses Weges belohnen wollen, laufen Sie einfach weiter nach Neuenburg / Neuchâtel hinein. Diese von uns sehr geliebte Stadt hat ausgesprochen viele Ecken zum Erholen und Verweilen zu bieten, die man sich unseres Erachtens nach nicht entgehen lassen sollte.
