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Sloweniens ÖV baut grundlegend auf zwei Systemen auf: Die Bahn und der Bus. Jede grössere Gemeinde hat ein Liniennetz, welches durch eines oder beide Systeme bedient wird oder einem System dieser Art angeschlossen ist. Tram und Trolleybusse gibt es meines Wissens nach nicht. So weit, so gut. Die Bahn wird derzeit offensichtlich in vielen Landesteilen auf Vordermann gebracht, zahlreiche Baustellen an Gleiskörpern und Bahn-Infrastruktur zeugen derzeit davon. Der Bus ist „alt-eingesessen“ und stark frequentiert, auch hier werden Anstrengungen unternommen, bestehende Systeme auf Vordermann zu bringen, aber diese Bestrebungen halten sich – noch – in Grenzen. Wer sich mit dem ÖV durch Slowenien bewegen will, sollte zwei Dinge immer im Hinterkopf haben: Bezahlt wird in Euro und gesprochen wird Slowenisch oder Englisch. Genauer: Bezahlt wird sehr oft in Bar und wer entweder Serbokroatisch beherrscht oder sich in Begleitung einer Person befindet, die diese Sprache beherrscht, kann zuweilen gewisse Kommunikationshürden überwinden – oder den ÖV-Balkan-Charme in vollen Zügen geniessen. Wenn man einen Sinn für jenen hat und unter Umständen gewillt ist, vollkommen spontan nach Istanbul zu fahren…
Grundsätzlich empfehle ich Ihnen, für Überlandfahrten immer an die 40 bis 50 Euro in Bar in der Tasche zu haben. Pro Person. In nur sehr wenigen Fällen wird die Zahlung via Kreditkarte akzeptiert – aus was für unergründlichen Gründen auch immer. Nebenbei angemerkt betrifft das nicht nur den ÖV, sondern auch zahlreiche Restaurants, Hotels oder dergleichen, stellen Sie sich in diesem Land auch darauf ein, dass Kartenterminals oftmals nicht vorhanden sind und Sie zuweilen internationale Banküberweisungen vor Ort in die Wege leiten müssen. In diesem Punkt ist Slowenien zuweilen sehr gewöhnungsbedürftig. Überland-Buslinien, vergleichbar mit dem Postbus in der Schweiz, mutieren auf dem Gebiet grösserer Gemeinden oder Städte wie Ljubljana ab und an auch zu Regional-Linien mit zahlreichen Haltestellen, die ansonsten von üblichen Ortslinien bedient werden.
Auch wenn Slowenien derzeit offensichtlich viel in den ÖV investiert: Selbst Busse neuesten Baudatums liefern oft nicht, was sich so manch ein Fahrgast wünscht. Innenraum-Ansagen – egal, in welcher Sprache – oder visuell verwertbare Anzeigen bezüglich „nächste Haltestelle: …“ und dergleichen – sind die Ausnahme, funktionierende Bildschirme die Ausnahme von der Ausnahme. Verkompliziert wird dieser Umstand durch die Tatsache, dass zahlreiche Haltestellen nicht mehr angeschrieben sind, also ihr eigener Name fehlt. Ebenso aus was für Gründen ach immer. Daher empfehle ich Ihnen – vor allem dann, wenn Sie eher kürzere Strecken zurück legen – ein aktuelles Navigationsprogramm parallel laufen zu lassen. Vielleicht verpassen Sie dann „nur“ ein bis zwei Haltestellen. Und nicht vier oder mehr.
Sollten Sie Serbokroatisch verstehen: Herzlichen Glückwunsch, dann sind Sie um ein vielfaches weiter, als ich es jemals sein werde! Aber in diesem Falle sollten Sie sich auch daran gewöhnen, dass die Kommunikation zwischen Bahn- und Busfahrern zuweilen – nun ja – recht direkt ablaufen kann. Kleiner Hinweis: Sollte beispielsweise ein Bus-Chauffeur in Ihrer unmittelbaren Gegenwart von weniger als 30 Zentimetern Luftlinienabstand wen auch immer als
„Du Sohn einer…, die selbst die Tochter einer… war und nebenbei die … eines Esels ist…“
und dergleichen von sich geben, so müssen Sie sich keine Sorgen machen. Solange dieser Chauffeur nicht direkt in Ihre Augen blickt. Betrachten Sie Äusserungen in aller Öffentlichkeit im Stil von
„F… Dich!*
als ein klassisches Beispiel oftmals recht kurzfristig andauernder Animosität, wie sie auf dem Balkan minimal üblich ist, nur um festzustellen, ob jemand noch am Leben und generell noch in „normalen“ Parametern funktionstüchtig ist – Balkan-Parametern, nicht Euro-Parametern. Ich mag diese Erscheinungsform von Balkan-Charme sehr! Aber egal. Sie gelangen in jedem Fall dort hin, wo Sie hin wollen – nur vielleicht nicht unbedingt immer auf dem avisierten Weg. Gehen Sie denen, die das ermöglichen sollen, am besten weniger als minimal auf die Nerven! Dann werden Sie noch Ihr blaues Wunder erleben – im positivstenn Sinne! Und sei es, dass ein Bus eine 40er Kurve zuweilen auch höchst elegant mit 65 durchzirkeln kann. Und noch etwas: Sollten Sie längere Bus-Fahrten in Erwägung ziehen, seien Sie mehr als früh genug an der jeweilgen Haltestelle! Hier gilt: Wer zuerst kommt, kommt dort an, wo er oder sie hin will…
Abgesehen von Bargeld ist „Pre-Pay“ oftmals üblich. An vielen Automaten und nicht selten auch im Bus selbst lassen sich aufladbare Plastik-Karten beziehen, je nach Transportunternehmen ersetzt die Karte auch eine einigermassen brauchbar programmierte App. Haben Sie Karte oder App vorab erworben und aufgeladen, müssen Sie nur noch Karte oder Handy-App im Bus an ein Lesegerät halten. Welches hin und wieder auch zu der Tochter eines Esels und der Schwiegertochter eines Hu…….sohnes mutiert, wenn dieses nicht innerhalb sachdienlicher Zeit seiner vorbestimmten Aufgabe Genugtuung leistet… Was den ÖV anbelangt, waren unsere Prag-Erfahrungen deutlich besser.
