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Eine der touristischen Hauptattraktionen Sloweniens ist die Postojnska jama, die Höhle von Postojna (auch bekannt als „Adelsberger Grotte“ in deutscher und „Grotte di Postumia“ in italienischer Sprache). Die Postojnska jama ist die zweitgrösste bekannte und für Touristen zugängliche Tropfsteinhöhle der Welt – allein schon aus diesem Grunde sollte man jener Höhle einen Besuch abstatten! Allerdings muss man sich hier auch mit Begleiterscheinungen des Tourismus in Slowenien arrangieren, die meines Erachtens hart an der Grenze der Erträglichkeit sind.
Die Postojnska jama ist von Ljubljana und anderen Orten Sloweniens aus problemlos mit dem Bus erreichbar. Von der Ortschaft Postojna, dem alten „Adelsberg“ aus ist – wenn der Bus nicht bis vor die Tore jener Höhle fährt – ggf. noch ein kurzer Fussweg zu absolvieren, bevor man Eintritt in diese touristische Parallelwelt erlangt. Man kann hier den Eintrittspreis lediglich zur Höhle bezahlen, wahlweise kann zusätzlich touristisch interessantes Zeug in gestaffelten Preisen hinzu erworben werden. Lassen Sie es sich gesagt sein: Die Preise sind gepfeffert! Wenigstens lässt sich alles mit Karte bezahlen, was in Slowenien nicht unbedingt immer üblich ist. Bei der Postojnska jama bewegt sich nahezu alles auf einem mit der Schweiz durchaus vergleichbarem Preisniveau! Für kleinere Familien kann ein Besuch der Postojnska jama durchaus ein grösseres Loch in das eigene Ferien-Budget reissen.
Natürlich waren und sind wir in Bezug auf Tropfsteinhöhlen ein klein wenig verwöhnt, die Schweiz hat einige sehr sehenswerte und schöne davon zu bieten. Dennoch hat mich die Postojnska jama allein schon aufgrund ihrer Grösse sehr beeindruckt. Mit einer Gesamtlänge von 24 Kilometern stellt sie alles, was uns bekannt war, locker in den Schatten, für den Tourismus sichtbar sind davon „nur“ 5 Kilometer – und selbst die sind eindrücklich! Seit 1213 sind erste Besuche belegt, mit dem Ausbau der Bahn zwischen Österreich und Slowenien wurde um 1819 das Höhlensystem für den Tourismus frei gegeben und hat sich im Laufe der Jahre zu dem entwickelt, was heute erkundet werden kann. Somit ist die Postojnska jama gleichzeitig auch eine der ältesten touristischen Attraktionen im Raum der Alpen in Europa.
Wie bereits angedeutet ist die Postojnska jama eine touristische Hauptattraktion. Je nach Saison werden hier unzählige Touristen aus aller Welt durch den begehbaren Teil des Höhlensystems im wahrsten Sinne des Wortes geschleust. In Besuchergruppen nach Sprache geordnet wird die Masse in Konstrukte gesetzt, die sich am ehesten mit Grubenbahnen vergleichen lassen. Menschen mit einer Körperlänge von mehr als 190 Zentimetern müssen hier und dort ihren Kopf einziehen, so knapp bemessen sind manche der entweder natürlich gewachsenen oder künstlich geschaffenen Durchfahrten in jenem System. Ob die Masse an Touristen dem so schönen und einzigartigen Naturwunderwerk dieser Grotte gut tut, mag dahin gestellt bleiben, zur Zeit deutet wenig darauf hin, dass Rücksicht auf das Klima genommen wird, was eine Höhle dieser Art zum Fortbestand nun einmal braucht. Bis zum Jahr 2017 hatten im Verlauf von gesamthaft 200 Jahren satte 38 Millionen (!) Menschen diese Höhle besucht, 2013 wurde sogar eine 2-Euro-Münze zum 800. Jahrestag belegter Besuche geprägt. Sie sind hiermit gewarnt.
Abgesehen von der unglaublichen Masse (zuweilen sehr „thumber“) Menschen und zum Teil schlichtweg überrissener Preise müssen Sie sich mit einer vollends natürlichen Gegebenheit arrangieren. Über das gesamte Jahr hinweg herrschen in dem System der Postojnska jama durchweg 10 Grad Celsius. Auch wenn wie bei unserem Besuch ein Sommer über sehr lange Zeit sehr heiss sein kann, so empfiehlt es sich, neben einem prall gefüllten Portemonnaie oder Bankkonto entsprechend schützende Kleidung mitzunehmen. An dieser Stelle eine ergänzende Weisheit: Schönheit wärmt nicht. Auch wenn ich jenem Gesamtkonstrukt Postojnska jama sehr kritisch gegenüber stehe, so möchte ich auf etwas hinweisen, was ich persönlich als bemerkenswert und wichtig erachte, auch wenn vor Ort bestenfalls eher nebenbei darauf hin gewiesen wird. Hier in der Postojnska jama wird eine ausgesprochen seltene und vor allem hoch spezialisierte Lebensform gezüchtet, die man nur in sehr wenigen Höhlen dieser Art überhaupt antreffen kann: Der Grottenolm. Wenigstens in dieser Hinsicht hat die Postojnska jama einen für die gesamte Welt wirklich wichtigen Wert! Die Erkenntnisse, die über dieses eigenartige Wesen hier vor Ort gewonnen werden, sind von ausgesprochen hoher Wichtigkeit für viele Institute nicht nur in Slowenien. Ein paar von ihnen kann man auf dem Rundgang selbst für kurze Zeit betrachten, Zu kurze Zeit, der nächste Schub Touristen drängt schon nach…
