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Piran hat sehr viele ausgesprochen schöne Fotomotive zu bieten und unserer Meinung nach sollten Sie einen Sonnenuntergang nicht verpassen und fotografisch einfangen – nur nicht unbedingt dort, wo es jeder macht. Die Piransko obzidje, die Stadtmauer von Piran, ist unserer Meinung nach der beste Platz, um Piran in voller Grösse im Bild fest zu halten. Die meisten Touristen begnügen sich mit den Promenaden von Piran, zahlreiche klettern auf den Glockenturm der Kathedrale des heiligen Georg, hier oben aber geht es ruhiger zu und vor allem hat man mehr Platz. An dieser Stelle kann und will ich es mir aber einmal mehr nicht verkneifen, eine Anmerkung zu machen: Nehmen Sie sich eine vernünftige Kamera mit, eine MFT, Brücken- oder Spiegelreflex mit einem anständigen Objektiv. Handyfotos sind und bleiben Murks, egal, wie teuer das jeweilige Handy auch gewesen sein mag! Auf unseren Entdeckungstouren habe ich immer ein 9mm Festbrennweite Weitwinkel und ein 14 bis 145mm Zoom Objektiv dabei, das reicht allemal für die meisten Szenarien. Natürlich habe ich vom Sonnenuntergang in Piran auch Bilder mit meinem iPhone 16 gemacht. Die kommen hier nicht zur Anwendung, weil schlichtweg lausig im direkten Vergleich, egal, wie sehr ich sie auch nachbearbeitet habe.
Wie Piran selbst hat auch die Piransko obzidje eine lange Geschichte, ihre ersten Ausführungen stammen aus dem 7. Jahrhundert. Unter venezianischer Regentschaft wurde diese Mauer im 13. Jahrhundert um eine zweite erweitert, die letzten Erweiterungen wurden 1470 und 1538 vorgenommen. Das, was heute von der Stadtmauer zu sehen ist, ist Teil jener letzten Erweiterungen. An der gleichen Stelle, wo einst eines der Stadttore stand und sich heute der Zugang zur Stadtmauer befindet, steht auch eine Kontrollstelle für motorisierten Verkehr. Man kann dankenswerter Weise nicht einfach so mit dem eigenen Fahrzeug nach Piran hinein fahren.
Vom Kern Pirans aus gestaltet sich der Aufstieg zur Piransko obzidje als recht steil. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wie in diesem Sommer wird das eine sehr anstrengende Angelegenheit. Wenn man aber erst einmal oben angekommen ist, wird man für diese Mühe belohnt – man muss „nur“ noch ein paar Holztreppen hoch steigen und kann die Aussicht geniessen. Ganz so einfach ist das natürlich nicht, pro erwachsene Person sind 3 Euro Eintritt fällig, die Anlage ist nur bis 21 Uhr geöffnet und manchmal – wie bei unserem ersten Besuch – wird sie aufgrund nicht näher beschriebener technischer Probleme kurzerhand geschlossen, dann muss man sich ein zweites Mal hier herauf wuchten. Apropos „wuchten“: In manchen Treppenpassagen muss man schon sehr den Kopf einziehen und im Notfall rückwärts die Stufen hinab steigen, für lang gewachsene Menschen (was absolut nichts mit deren möglicher Grösse zu tun hat!) ist das etwas beschwerlich. Nahe liegender Weise lässt sich eigentliche Maueranlage nicht mit Rollstühlen besuchen.
