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Für Slowenien gilt, was auch in zahlreichen anderen Ländern Europas der Fall ist: Fisch und Fleisch sind teuer. Nahe liegender Weise wirkt sich diese Tatsache auf Preise in Restaurants aus. Was diese anbelangt, so muss man sich mit einer Eigenheit arrangieren, die in touristisch stark frequentierten Regionen „üblich“ zu sein scheint. Beilagen, ohne die ein Hauptgericht oft erst vollständig wird, kosten extra, entsprechend steigt der Preis. Die Frage ist dann nur noch, ob der gezahlte Preis auch im Verhältnis zum Angebot steht – was wir im Falle der Ribja Kantin’ca in Piran bestätigen können.
Die Ribja Kantin’ca ist ein so genanntes „Self Service Restaurant“. Um zum gewünschten Gericht zu kommen, wählt man dieses aus der Karte aus, geht in einen kleinen Raum, der Bestelltheke und Küche vereint, gibt die Bestellung auf, erhält so ein komisches rundes Ding mit LED Lichtern und kleinen eingebauten Lautsprechern, geht zum gewählten Platz und wartet zunächst einmal. Wenn dieses runde Ding dann irgendwann blinkt und piepst, geht man wieder in den Küchen-Bestellungsraum, nimmt das Gericht entgegen und trägt es zum Sitzplatz, um es dann dort zu verputzen. Dieses Konzept mag nicht dem Geschmack eines jeden Besuchers entsprechen, wer klassische Fisch-Restaurants in Piran sucht, wird an anderer Stelle schnell fündig (aber auch um deutlich mehr Euros ärmer…). Der Grund für dieses Konzept liegt in den Räumlichkeiten: Es steht einfach nicht mehr Platz in den meisten alten Gebäuden Pirans zur Verfügung. Gegessen wird an kleinen 4er-Tischen im Freien, durch eine Markise geschützt. Insofern passt die Begrifflichkeit „Kantin’ca“: Kantine.
Die Ribja Kantin’ca bietet ausschliesslich Fisch in seinen zahlreichen Variationen an. Sowohl dieser Fisch, als auch alle seine Beilagen werden frisch serviert und schmecken wirklich gut, auch aus diesem Grunde erachten wir die etwas höheren Preise als vollumfänglich gerechtfertigt. Bestellen muss man in englischer Sprache, es sei denn, man ist des Slowenischen mächtig. Einige der Speisen lassen sich nicht mit Besteck, sondern nur mit den Fingern konsumieren. Erfreulicher Weise ist im Preis auch ein Reinigungs- und / oder Erfrischungstuch enthalten, mit dem sich lästige Reste und Gerüche von den Fingern wieder entfernen lassen. Apropos „Gerüche“: Man darf sich – je nach Wetterlage – nicht daran stören, dass es nach erfolgter Reinigung dennoch manchmal recht fischig riecht. Die Ribja Kantin’ca liegt nun einmal unweit des Hafens von Piran. Das gehört in einem Fischerstädtchen einfach dazu. Reservieren kann man in der Ribja Kantin’ca nicht, es steht meines Wissens nach auch keine Webseite zur Verfügung, lediglich eine Facebook-Seite. Einfach vorbei gehen, gegebenenfalls ein klein wenig warten und dann geniessen. Auch das gehört zum mediterranen Flair.
